LinkedIn-Kontaktanfragen bestätigen oder „folgen“ lassen?

Sie erhalten relativ viele Kontaktanfragen von Personen, welche Sie niemals getroffen haben? Ihrer Meinung nach gibt es keine ersichtlichen Gemeinsamkeiten? Eigentlich hatten Sie sich vorgenommen, sich nur mit Personen zu vernetzen, also als Kontakt zu bestätigen, wenn es einen Grund dafür gibt bzw. Sie sich wirklich kennen.

Wenn Sie bei einer Kontaktanfrage unsicher sind, können Sie dem Anfragenden zurückschreiben und sich mit ihm per Nachricht austauschen. Dies geht, auch wenn in dem Fall noch keine Vernetzung vorliegt.

Gehen Sie dazu auf „Ihr Netzwerk“ und klicken neben „Einladungen“ auf „verwalten“. Wählen Sie dort die Einstellung „Einladungen verwalten“ aus.

Unter jeder Einladung finden Sie in blauer Farbe ein Feld mit „Nachricht“. Auf diese Art und Weise können Sie dem Kontaktanfragenden schreiben. In dieser Nachricht könnten Sie der Person auch vorschlagen, Ihren Beiträgen zu folgen. Nur, weil die Person Ihre Beiträge interessant fand, muß sie nicht gleich ins Netzwerk eingeladen werden. Das können Sie machen, aber es ist auch ok, sein Netzwerk überschaubar zu halten und das Folgen anzubieten.

Wenn Sie auf beidseitigen Austausch setzen möchten, halte ich es für sinnvoll, sich mit der Person auch zu vernetzen. Falls Sie keine Antwort auf Ihre Rückfrage erhalten, hat es sich wahrscheinlich erledigt, dann ist die Person entweder nicht sonderlich aktiv auf LinkedIn oder sie hat kein Interesse am Austausch. Dann erübrigt sich auch die Bestätigung der Kontaktanfrage.

Folgen als primäre Eigenschaft

LinkedIn bietet auch an, eine Einstellung vorzunehmen, dass beim Profilbesuch, das Wort „Folgen“ als primäre Einstellung eingestellt ist. Standardmäßig steht da „Vernetzen“.

So können Sie diese Einstellung vornehmen:

  • Gehen Sie oben rechts auf das kleine Bild mit dem „Sie“ und scrollen runter bis „Datenschutz und Einstellungen“.
  • Gehen Sie in den Bereich „Datenschutz“ und scrollen so lange nach unten bis die Überschrift „Follower“ erscheint.
  • Stellen Sie die primäre Einstellung auf „Ja“, so wie hier im Screenshot angezeigt.

Ich probiere diese Einstellung jetzt mal eine Weile aus und schaue, inwieweit sich das auf die Menge der Kontaktanfragen auswirkt.

Auch über das Smartphone können Sie über den Einstellungsbereich (siehe Zahnrad-Funktion) die Einstellung ändern.

Gerne berichten Sie, wie Sie diese neue Einstellung wahrgenommen haben. Rückgängig gemacht ist es ja ganz leicht.

Juli 2019: Die Eigenarten des LinkedIn Algorithmus

Richard von der Blom, LinkedIn-Trainer aus den Niederlanden, hat in den vergangenen Wochen eine Studie über das Verhalten des LinkedIn Algorithmus erstellt und mit einem größeren Publikum geteilt. Ich habe mir seine ursprünglich auf Englisch erstellten Ergebnisse angeschaut und mit meinen eigenen Erfahrungen abgeglichen. Gerne lesen Sie hier weiter, wenn auch Sie die aktuellen (Stand Juli 2019) Eigenschaften des LinkedIn Algorithmus kennenlernen und Ihre Aktivitäten auf LinkedIn anpassen möchten.

Teilnehmende Länder der Studie sind die Niederlande, UK, USA sowie verschiedene europäische Länder.

1. Hashtags

  • Diese haben einen unmittelbaren Einfluss auf den Newsfeed. Beiträge ohne Hashtag sind 50% weniger erfolgreich sprich, haben eine geringere Reichweite.
  • Allerdings gilt wohl: Weniger ist mehr. Pro Beitrag sind 3 Hashtags völlig ausreichend, denn laut der Studie steigt die Reichweite des Beitrags bei 3 Hashtags um ca. 25%, bei mehr als 5 Hashtags sinkt sie um 50%.

2. Kommentare sind besonders relevant

  • Aus meiner Sicht war Folgendes immer schon wichtig: Kommentieren ist immer mehr Wert, als nur ein „Like“ zu vergeben. Den höheren Zeitaufwand belohnt LinkedIn indem die Reichweite um ca. 50% mehr steigt als bei einem einfachen „Like“. Besonders wenig Reichweite erzielt man durch das Teilen von Beiträgen aus dem Netzwerk. Es ist gut gemeint und freut den ursprünglichen Autor, aber LinkedIn zeigt diese Beiträge nur wenigen Mitgliedern an.
  • Mein Tipp: Kommentieren Sie die Beiträge aus Ihrem Netzwerk und auch Sie werden Kommentare erhalten. Jeden Morgen 3-5 Kommentare und das hat eine positive Auswirkung auf Ihre LinkedIn-Aktivitäten.

3. Antworten auf Kommentare

  • Um noch mehr aus LinkedIn herausholen, sollten Sie sich angewöhnen, möglichst jeden Kommentar, welchen Sie auf Ihre Beiträge erhalten, zu kommentieren. Das kann ein nettes „Danke“ sein, ein Grußwort für einen erfolgreichen Tag, eine Antwort auf die gestellte Frage oder eine Rückfrage. Je nachdem, was zum Thema passt. Übertreiben Sie es aber nicht. Wenn ich zu einem Post 15 ähnliche Kommentare erhalte, muß ich nicht jeden mit den gleichen/ ähnlichen Worten beantworten. Das wird über kurz oder lang der Algorithmus auch erkennen. Ein „Like“ reicht m.E. nach in dem oben erwähnten Fall aus. Wir wollen keinen Spam produzieren, nur weil der Algorithmus gerade so tickt.
  • Wussten Sie, dass man in den Kommentaren auch mit Hashtags (#) und Tags (@) arbeiten kann? Probieren Sie es mal aus!

4. Unternehmensseiten

  • Ich war nie ein großer Fan dieser Seiten, vor allem für kleinere Unternehmen ist es sehr mühsam gewesen, Follower zu gewinnen. Nun sagt die Studie, dass nur ca. 4-6 % der Follower die Beiträge der Unternehmensseite angezeigt bekommen. Das erklärt ja Einiges.
  • Wenn Sie ein neuer Follower einer Seite sind, wird Ihnen auffallen, dass Sie die News der Seite in der ersten Woche Ihrer „Followerschaft“ erhalten. Falls Sie darauf in Form von Likes und Kommentaren reagieren, werden die Beiträge auch danach noch bei Ihnen auftauchen. Tun Sie es nicht, hören und sehen Sie eventuell nie wieder etwas von der Unternehmensseite.
  • Für Unternehmen ist es daher erstrebenswert, spannende und nützliche Beiträge zu posten, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit bei neuen Followern gut ankommen, damit diese zu treuen Fans werden.
  • Das Gleiche gilt auch für Kontakte. Die Beiträge von neuen Kontakten sehen Sie in der ersten Woche im Feed und Sie sollten, wenn möglich gleich mit ihnen interagieren.

5. Die erste Stunde ist entscheidend

Sie lesen richtig: Die erste Stunde nachdem der Beitrag gepostet worden ist, entscheidet darüber ob er eine große Reichweite erreicht oder nicht. Das heißt in den ersten 60 Minuten sollten möglichst viele Likes, Kommentare gesammelt werden. Nehmen Sie sich dann auch möglichst die Zeit um den Tipp Nr. 3 umzusetzen. Damit können Sie das Engagement bis zu einem bestimmten Punkt selbst steuern. Hat der Beitrag zu Beginn 20 oder mehr Kommentare bzw. „Aktivität“, wird er von LinkedIn gepusht und weiteren Personen im Feed angezeigt.

6. LinkedIn-Artikel

  • Laut meiner Kenntnis wurden bis Ende 2017 neu gepostete Artikel per Mitteilung mit dem Netzwerk (Kontakte 1. Grades) geteilt. Dadurch konnte man mit den eigenen Longform-Artikeln bei einem großen Netzwerk auch erfolgreiche Artikel publizieren. Seit 2018 hat LinkedIn diese Funktion abgestellt und viele Artikel werden nur einer homöopathischen Menge an Personen angezeigt. Sehr schade, allerdings aufgrund einer deutlich angestiegenen Mitgliederanzahl und mehr Artikeln, auch nachvollziehbar.
  • Mein Tipp: Sie könnten den Inhalt eines Artikels in Kurzform in einen Beitrag von maximal 1300 Zeichen packen, da diese meist eine höhere Reichweite erreichen.
  • Auch das Teilen von Artikeln oder Beiträgen ist nicht mehr so erfolgreich wie vor 1-2 Jahren. Wenn Sie einem Autor ein Lob aussprechen möchten, würde ich das über die Funktion „Bravo vergeben“ machen oder in einem Beitrag über seinen Artikel, seinen Namen mit dem @-Symbol taggen. Somit erhält er ebenfalls mehr Aufmerksamkeit.

7. Videos

Laut der durchgeführten Studie sind Videos schon gar nicht mehr so der Hit. Zumindest „Native Videos“. Eine Auswertung von ca. 200 Videos kam zum Ergebnis, dass man mit Videos 2018 mehr Personen erreichen konnte als dieses Jahr.

8. Anzahl der Postings/ Tag

  • Schaffen Sie nur einen Post am Tag? Viele meiner Kunden sind erstaunt und fragen sich immer, wie sie das schaffen sollen. Die gute Nachricht: Auf LinkedIn ist es völlig ausreichend, nur einmal täglich von sich hören zu lassen, auch mit 3-5 Postings pro Woche machen Sie nichts falsch. Sollten Sie ein 2. oder 3. Postings am gleichen Tag absetzen, müssen Sie damit rechnen, das das 2. Thema deutlich weniger Personen erreicht. Es müsste auch wieder zu Beginn 3 x mehr Engagement erreichen, um die gleiche Anzahl Ansichten zu erzielen, wie das erste Posting. Und, auch das wird vielen Nutzern leicht fallen, lassen Sie, wenn es unbedingt sein muß, mindestens 3 Stunden Zeit zwischen den einzelnen Postings.
  • Meine Empfehlung: Weniger ist mehr, denn die meisten Nutzer auf LinkedIn wollen ihrem eigentlichen Job nachgehen und nicht mehrfach am Tag auf LinkedIn kommentieren.

9. Keine externe Links

Diese Beobachtung mache ich bereits mindestens seit 2017/ 2018. Posten Sie so selten wie möglich externe Links, wie z.B. einen Link zu Ihrer Homepage, Ihrem Blog, zu News-Seiten wie dem Manager-Magazin oder dem Spiegel. LinkedIn wünscht sich eigene Inhalte, welche die Leser nicht von der Seite weglocken sollten.

10. SSI und seine Auswirkungen

Ein hoher Social-Selling-Index hat eine Auswirkung auf eine höhere Reichweite der eigenen Beiträge. LinkedIn belohnt also seine aktiven Nutzer.

11. Anhängen von Dokumenten, Taggen, All-Star-Ranking

  • Wenn Sie bisher manchmal Fotos zu Ihren Beiträgen zugefügt haben, könnten Sie auch ruhig mal die Dokumenten-Funktion (zwischen Fotoapparat und Videokamera) verwenden. Diese haben eine hohe Auswirkung auf die Reichweite.
  • Das Taggen von Personen und Unternehmen provoziert Mitteilungen an die Kontakte, was Ihnen enorm für das Engagement Ihrer Beiträge hilft.
  • Ihr Profil ist noch nicht vollständig und Sie sehen im Dashboard, dass es noch ein „mittelmäßiges“ Profil ist? Nehmen Sie ein paar Optimierungen vor und erreichen das Allstar bzw. Superstar-Ranking, was Ihnen auch hilft, mit einem attraktiveren Profil zu punkten.

Gerne schreiben Sie einen Kommentar und berichten von Ihren Erfahrungen mit dem Algorithmus.

Fotos: Screenshots von LinkedIn / Beitragsfoto: unsplash

Personalisierte Kontaktanfragen auf LinkedIn auch über die App

Wann immer es geht, sollten Sie auf LinkedIn Ihre Kontaktanfragen mit einer persönlichen Nachricht untermauern. Das ist für mich der Inbegriff von Netzwerk-Etikette oder sagen wir LinkedIn-Netikette. Leider klickt man bei vielen Funktionen ganz schnell auf das angebotene Feld „Vernetzen“ und schon ist eine unpersönliche Anfrage versendet.

Es geht auch anders. Vor allem bei den Kontakten 2. Grades. Das sind Mitglieder auf LinkedIn, welche bereits mit Ihnen gemeinsame Kontakte haben. Sie werden Ihnen über die Suche angezeigt und tragen eine 2 neben dem Namen bzw. wenn Sie unter „Netzwerk“ schauen, welche Personen Sie vielleicht kennen könnten.

Wenn Sie aus dieser Liste auf das Wort „vernetzen“ klicken, ist das der schnellste Weg, aber halt nicht der Netteste.

Wie versenden Sie personalisierte Kontaktanfragen?

Hierfür klicken Sie immer auf den Namen, also in das Profil der jeweiligen Person. Das hat alleine schon deshalb einen Vorteil, weil Sie dadurch auch einen Blick auf das Profil werfen, zu Inhalten Bezug nehmen könnten und „Futter“ für Ihre persönliche Kontaktanfrage sammeln können.

Vernetzung über LinkedIn am Desktop

Im Kopfteil des LinkedIn-Profils sehen Sie unter dem Namen/ Slogan/ Location oder rechts neben dem Profilfoto verschiedene Felder wie z.B. auch das „Vernetzen„. Klicken Sie darauf, öffnet sich ein neues Fenster mit dem Angebot, eine persönliche Nachricht hinzuzufügen. Sie haben 300 Zeichen Platz um eine Anrede, kurzen Grund für den Vernetzungswunsch und eine Grußformel zu schreiben.

Nach dem Klick auf Vernetzen, sehen Sie das folgende neue Fenster:

Klicken Sie auf das „Nachricht hinzufügen“ links und schreiben Ihren kurzen Text. Platzen Sie nicht mit der Tür ins Haus und fangen mit dieser Nachricht an zu verkaufen. Fassen Sie sich kurz. Ich habe einen solchen Text bereits vorbereitet, welchen ich nach Bedarf an die jeweilige Situation anpasse.

Persönliche Anfrage über die mobile App

Wie am Desktop, gehen Sie auf das Profil der entsprechenden Person, suchen auch das Wort „vernetzen“ und klicken darauf. Fall Sie es nicht finden, sollten Sie sicherstellen, dass Ihnen das vollständige Profil angezeigt wird. Das ist wichtig, da nur beim vollständigen Profil das Menü „Mehr…“ angezeigt wird.

Im nächsten Schritt öffnet sich ein neues Fenster, wo u.a. auch steht „Einladung anpassen“. Genau darauf sollten Sie tippen.

Und, wie am Desktop, können Sie im folgenden Formular einen kurzen Anfrage-Text schreiben, erwähnen woher Sie sich kennen etc., wieder mit einer Zeichenbegrenzung von 300 Zeichen.

Sie sehen, nur wenige Klicke liegen dazwischen, machen Sie aber zu einem professionelleren Netzwerker. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Foto: Unsplash und Screenshots von LinkedIn

Kennen Sie Ihren Social Selling Index auf LinkedIn?

Sie stehen auf Zahlen und vergleichen sich gerne mit Anderen? Für Ihre Social-Selling-Aktivitäten auf LinkedIn gibt es hierfür direkt ein passendes Tool: Den Social Selling Index!

Es handelt sich um ein Bewertungstool welches, orientierend an der jeweiligen Branche, einen Wert zwischen 0 und 100 anzeigt. Jedes LinkedIn-Mitglied erhält darüber Hinweise, wo es im Rahmen seiner Aktivitäten auf LinkedIn noch Verbesserungspotential gibt. Auch Teams können untereinander in Wettbewerb treten und über dieses Tool anzeigen lassen, in welchem Bereich sie besonders aktiv waren und wo es noch Nachholbedarf gibt. Der Index bezieht sich wirklich nur auf LinkedIn. Falls Sie auf anderen Kanälen deutlich aktiver sein sollten als auf LinkedIn, wird der Score das nicht einkalkulieren.

Vorrangig ist der Index für Vertriebsprofis erstellt worden, welche mit der Premium-Mitgliedschaft für den Vertrieb, dem LinkedIn Sales Navigator arbeiten. Allerdings kann sich jedes andere Mitglied, also auch Basis-Mitglieder, den Score anzeigen lassen. Nur Sie selbst sehen ihn, kein Kontakt oder anderes Mitglied hat Zugriff auf diese Informationen.

Interessant ist neben dem eigenen Score auch der Vergleich mit der Branche, mit dem eigenen Netzwerk und die Entwicklung der letzten Woche. Wer gerade startet oder längere Zeit inaktiv war, wird einen eher niedrigen Wert erreichen. Sehr aktive LinkedIn-Nutzer schaffen es auf Scores zwischen 60 und 85.

Wie hoch ist Ihr Social Selling Index?

Über diesen Link erhalten Sie Ihren persönlichen Wert. Je höher er ist, desto aktiver sind Sie auf LinkedIn.

Mein momentaner Social Selling Index im Juli 2019 liegt bei 83 (Screenshot vom 4.7.2019). Verglichen mit meinem persönlichen Netzwerk, welches einen SSI von nur 44 hat, stehe ich da ziemlich gut da. Ich darf vor allem im 3. Bereich, wo es um die Einblicke geht, auch noch etwas mehr tun.

In der Vergangenheit hatte ich aber auch schon einen Score von 86 oder 87. Höher hat es noch nicht geklappt, was sicherlich auch bis zu einem bestimmten Grad mit meiner eher sporadischen Nutzung des Sales Navigators zusammenhängt.

Schauen wir uns die Zahlen in der Grafik mal genauer an. Wie Sie sehen, sind es vier Unterkategorien, welche jeweils maximal 25 Punkte erhalten können. Sie können, wenn Sie diese Punkte beherzigen, dafür sorgen, dass der Score in den nächsten Wochen nach oben geht. Erwarten Sie keine großartigen Veränderungen, wenn Sie erst seit ein paar Tagen häufiger ins LinkedIn-Netzwerk reingeschaut haben. Die Berechnung des Wertes benötigt etwas Zeit, da verschiedene Aspekte berechnet werden.

Wie können Sie Ihren Social Selling Score steigern?

1. Orange: Ihre professionelle Marke aufbauen – Markenaufbau

Hier steht das optimale, ausführliche LinkedIn-Profil im Vordergrund.

  • Haben Sie alle relevanten Bereiche ausgefüllt? Das heißt, haben Sie einen Text über sich und Ihre Expertise, die sogenannte Zusammenfassung oder Intro geschrieben? Stehen unter den Jobtiteln und Jahreszahlen auch Beschreibungen der Jobs? Sind die Bereiche Ausbildung, Kenntnisse, Empfehlungen noch leer oder bereits ausgefüllt? Auch Organisationen, Projekte, Weiterbildungen oder ehrenamtliche Betätigungen können im LinkedIn-Profil ausgefüllt werden.
  • Sind Medien wie Verlinkungen zu Webseiten, PDFs, Fotos oder Videos zur Berufserfahrung oder Zusammenfassung zugefügt worden?
  • Schreiben Sie aussagekräftige Beiträge, welche zu den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe passen?
  • Sind Ihre Kenntnisse/ Fähigkeiten (Skills) bestätigt worden? Haben Sie bereits Kenntnisse Ihrer Kontakte bestätigt?

2. Lila: Gezielt die richtigen Personen finden – Netzwerk

  • Recherchieren Sie nach Personen auf LinkedIn? Arbeiten Sie mit der einfachen Suche, dem Lead Builder des Sales Navigators und verwenden Sie auch auch boolesche Filter? Wer eine Premium-Mitgliedschaft wie den Sales Navigator hat, sollte ruhig mal die verschiedenen Filter testen und Suchen speichern.
  • Recherchieren Sie und kontaktieren Sie regelmäßig Kontakte 2. Grades (diese finden Sie unter Netzwerk unter „Vorschläge für Sie“)?
  • Sind Sie Mitglied in Gruppen und bringen sich dort mit eigenen Beiträgen ein?
  • Wie gehen Sie mit Profilbesuchern um? Ein Tipp wäre es, Profilbesucher zu kontaktieren und Ihnen falls interessant, Kontaktanfragen zu versenden.

3. Rot: Durch Einblicke Interesse wecken – Content

  • Wie das Wort schon sagt, gewähren Sie Einblicke in Ihren Arbeitsalltag, in Ihre berufliche Tätigkeit durch regelmäßige eigene Updates oder eigene Blogartikel?
  • Knüpfen Sie neue Beziehungen, das heißt kommunizieren Sie über LinkedIn mit persönlichen Nachrichten mit ihren Kontakten 1. Grades und tauschen sich zur beruflichen Themen aus?
  • In den Status Updates können Sie die persönlichen Beziehungen zu anderen Personen auch aufzeigen, indem Sie Personen mit dem @-Symbol taggen, ihnen auf diese Art und Weise interessante Beiträge auf LinkedIn anzeigen.
  • Tauschen Sie sich in Gruppen aus und gewähren dort Einblicke in Ihre Arbeit?

4. Grün: Beziehungen aufbauen – Beziehungen

  • Vernetzen Sie sich regelmäßig mit Entscheidungsträgern und kommunizieren mit ihnen über den Newsfeed oder Nachrichten?
  • Ein richtiger Sales Professionell wird sich mit vielen Leuten vernetzen. Dazu gehört es auch, pro Account mit mehreren Kontakten auf LinkedIn vernetzt zu sein.
  • Engagement und Beziehungspflege bedeutet auf LinkedIn, Beiträge anderer Personen zu teilen, zu kommentieren und zu liken.

Kürzlich postete jemand auf LinkedIn ein Experiment, inwieweit sich die LinkedIn-Abstinenz auf seinen Social Selling Index auswirken wird. Ich gehe davon aus, dass eine 3-wöchige Pause keine allzu dramatischen Auswirkungen haben wird. Das System wird, falls der Score etwas runtergeht, auch recht schnell wieder nach oben korrigiert werden.

Ich würde meine Aktivitäten nicht nur an der Score-Zahl orientieren. Falls Sie so ausgelastet sind, dass Sie kaum Zeit für LinkedIn haben, weil ein Kunde nach dem anderen ansteht, scheinen Sie ja alles richtig gemacht zu haben.

Fakt ist aber auch, dass Entscheidungsträger keine passiven LinkedIn-Nutzer mehr sein sollten.

Gerne schreiben Sie mir eine Nachricht oder einen Kommentar hier im Blog und notieren Ihren persönlichen SSI.

Foto: Unsplash / Screenshot LinkedIn

So geht Social Selling nicht

Häufig sehe und höre ich hier auf LinkedIn und in anderen sozialen Netzwerken den Begriff „Social Selling“. Ich gebe zu, ich mag ihn nicht besonders gerne. Warum? Mit der klassischen Akquise tue ich mich etwas schwer, der Verkauf ist nicht mein Ding. Glücklicherweise habe ich meinen Weg dank Social Media und meines Blogs gefunden, so dass ich eine gewisse Sichtbarkeit erlangen konnte, ohne das Gefühl zu haben, „mich verkaufen“ zu müssen. Weil über meine Aktivitäten im Netz eine persönliche Beziehung aufgebaut worden ist, kann man dennoch von Social Selling sprechen.

Ich setze auf Selbstmarketing in Form von Tipps, Anleitungen und Erfahrungsberichten. Man trifft mich hier im Netz mit LinkedIn-Themen, mit Info-Webinaren und in München auf der einen oder anderen Netzwerkveranstaltung oder Messen, wo ich auch bereits Vorträge gehalten habe.

Wie Sie sicher jetzt rausgelesen haben, von Kalt-Akquise und anbiedernden Nachrichten auf Facebook, LinkedIn und XING, wo ich meine Dienstleistungen anbieten kann, halte ich nicht viel. Wenn ich solche Nachrichten von anderen Unternehmern erhalte, hat das eher negative Folgen, wovor ich Sie heute warnen möchte. Vor wenigen Wochen ist mir Folgendes auf LinkedIn passiert:

Die Geburtstagsgratulation

Sie kennen doch sicherlich die Mitteilungen auf LinkedIn oder XING, mit dem Hinweis, dass eine Person Geburtstag hat.

Als ich kürzlich Geburtstag hatte, erreichte mich u.a. ein Gruß einer mit mir vernetzen Person. Ja, hin- und wieder bestätige ich Anfragen von „Kollegen“ von anderen Social-Media-Beratern, auch wenn ich sie persönlich noch nicht getroffen habe. Bisher habe ich das nicht bereut. Der Gruß enthielt eine sehr nette, vertraute Geburtstagsgratulation sowie ein Geschenk: Ich durfte mir einen LinkedIn Minikurs oder einen Online Business Kurs aussuchen. Nun stellt sich mir die Frage? Ist das die Form von Geschenk und Aufmerksamkeit, wie ich sie an meinem Geburtstag haben möchte? Hinzu kommt, dass ich selber LinkedIn-Beratung anbiete und daher persönlich gar keinen Bedarf an dem Thema habe. Die Person kennt mich nicht wirklich, sie hat offensichtlich auch mein Profil nicht genauer studiert. Ich fasse mich kurz: Diese Gratulation kam nicht so gut an.

Wie sehen Sie das? Haben Sie bereits ähnliche Nachrichten erhalten und wie sind Sie damit umgegangen?

Meine Tipps für Ihre Social-Selling-Aktivitäten

1) Bauen Sie eine Beziehung zu Ihren Kontakten indem Sie regelmäßig auf LinkedIn posten und immer den Nutzen für die Leser in den Vordergrund stellen. Wenn diese häufiger etwas Sinnvolles mit klarem Nutzen für die Zielgruppe von Ihnen lesen, wird Vertrauen entstehen.

2) Versenden Sie möglichst immer persönliche Kontaktanfragen mit einer kurzen Vorstellung. Bei Kontakten 2. Grades haben Sie hierfür 300 Zeichen Platz um sich vorzustellen.

3) Begrüßen Sie neue Kontakte und fragen Sie, ob Sie ihnen helfen können.

4) Sie müssen nicht jede Kontaktanfrage von fremden Mitgliedern bestätigen. Besser ist es zurückzufragen, warum die Person sich vernetzen möchte. Alternativ kann man unpassende Anfragen auch ignorieren, ohne, dass die Person eine Benachrichtigung erhält.

5) Setzen Sie auf persönliche Empfehlungen. Referenzen auf Ihrer Webseite oder direkt auf LinkedIn können Wunder wirken. Hier habe ich beschrieben, wie Sie um eine Empfehlung bitten können.

6) Geburtstagsgratulationen finde ich gut, allerdings nur, wenn man sich persönlich kennt.. Es ist eine hervorragende Gelegenheit um alte Kontakte aufzufrischen, sich mal wieder in Erinnerung zu bringen. Nicht zum Verkaufen sondern um mit der netten Geste die persönliche Beziehung aufzubauen.

Von Aktionen wie oben beschrieben, rate ich ab. Es kann nur funktionieren, wenn man vorher eine persönliche Beziehung zu den Personen aufgebaut hat und versteht, was die Person benötigt. In diesem Fall war das einfach nicht der Fall.

7 Fehler beim beruflichen Netzwerken

Mit Beginn meiner Selbständigkeit musste ich das Thema Networking erst lernen, zumindest in einem anderen Kontext. Zuvor war ich zwar häufiger auf Veranstaltungen wie Messen, Stammtischen oder Konferenzen und habe mir dabei auch ein berufliches Netzwerk aufgebaut, aber das war ja immer mit dem Ziel, Kontakte für den damaligen Arbeitgeber zu finden und beispielsweise Kooperationen aufzubauen.

Seit nunmehr sieben Jahren nimmt das Networking einen neuen Stellenwert für mich ein, weil ich seitdem für mein eigenes Business unterwegs bin. Im Sommer 2012 habe ich mal einen Stammtisch des Bundes für Selbständige in Bayern besucht, wurde auf ein BNI-Frühstück nach Grünwald eingeladen und kam mit der Networking-Gruppe von W.I.N Women in Network in Kontakt, wo ich auch für zwei Jahre Mitglied wurde. Es war damals die genau richtige Entscheidung, weil mir klar wurde: Der Austausch mit Gleichgesinnten ist ungemein wichtig und ich brauchte es, um meine Selbständigkeit voranzutreiben. Nach den meisten Veranstaltungen ging ich gestärkt und sehr motiviert nach Hause.

Heute, 2019 versuche ich einmal im Monat zu einer Veranstaltung zu gehen. Seit einem reichlichen Jahr bin ich Mitglied bei den Webgrrls, gehe gerne zu den Mom-Works-Meetups oder zum MUSO (Münchner Unternehmerinnen Südost) oder dem BBC (Business Breakfast Club). Parallel nutze ich die sozialen Netzwerke und verknüpfe mich dort regelmäßig mit neuen interessanten Personen. Dank dieser Möglichkeiten in München habe ich Kooperationen aufbauen können und neue, inspirierende Freundschaften konnten entstehen.

Ich werde häufiger in meinen Beratungen nach den Do‘s und Dont‘s beim Netzwerken gefragt. Damals, 2012 habe ich auch ein paar Fehler gemacht und beobachte den einen oder anderen kleinen Faux-Pas bei Anderen.

Welche 7 Fehler beim beruflichen Netzwerken sollten Sie vermeiden?

1. Sie fangen zu spät an bzw. wollen mit einem Mini-Netzwerk Resultate sehen

Wo noch kein Netzwerk ist oder nur ein eingeschlafenes Netzwerk vorhanden ist, kann man auch nicht bei der Jobsuche oder Akquise sofort mit großen Erfolgen rechnen. Wirklichen Erfolge sieht man erst nach mehreren Wochen oder manchmal Jahren.

Wer bereits ein Jahr oder länger in Vorleistung gegangen ist und sich sein Netzwerk aufgebaut hat, regelmäßig kommuniziert, tut sich leichter, im Zuge einer Jobsuche auf Kontakte zuzugehen und sie nach offenen Stellen oder auf ausgeschriebene Stellen anzusprechen. Auch das berühmte Angebot, mal wieder gemeinsam ein Bier oder Kaffee zu trinken, kommt weniger plump rüber, wenn man sich in letzter Zeit zumindest auch Online kurz ausgetauscht hat. Fangen Sie daher rechtzeitig an und pflegen das Netzwerken kontinuierlich.

2. Sie drücken sich vor den Offline-Veranstaltungen

Gerade die Introvertierten unter uns, mögen diese Veranstaltungen eher nicht. Was vielleicht tröstet: Viele Netzwerk-Veranstaltungen werden mit einem Vortrag kombiniert. Daher finde ich die Mischung aus Weiterbildung, gemeinsamem Frühstück oder Kaffee und der Vorstellungsrunde für sehr effektiv. Ich mag so große Veranstaltungen auch nicht und empfinde es als anstrengend, so dass ich meinem Schweinehund auch manchmal einen Streich spielen musste. Sobald man aber das passende Netzwerk gefunden hat, ist es wie „Nach Hause kommen“ und die positiven Empfindungen überwiegen. Mit der Zeit trifft man bekannte Gesichter und es wird leichter.

Ich möchte Ihnen, falls Sie auch eher zurückhaltend sind, sagen, dass das kein Hindernis sein sollte. Auf Netzwerkevents sind nicht nur „Rampensäue“ sondern Menschen wie Sie und Ich unterwegs. Vielleicht legen Sie sich ein paar Fragen bereit, welche Sie bei Gelegenheit verwenden. Das kann z.B. sein:

  • Waren Sie schon mal hier? Was machen Sie beruflich?
  • Kennen Sie die heutige Referentin schon?
  • Warum interessiert Sie genau das Thema?

Meistens kommt so das Gespräch sehr gut ins Rollen und ehrlich: mir sind bisher immer sehr nette Gesprächspartner/Innen begegnet.

3. Ihr Online-Auftritt entspricht nicht Ihrem Offline-Auftritt

Auch das gibt es: Bei den Netzwerkveranstaltungen spricht eine Person von Thema X und verweist auf eine Veranstaltung zu einem Gesundheitsthema zu welcher die Teilnehmer eingeladen werden. Am Tag darauf schaue ich mir ihren Online-Auftritt an und stelle fest, dass sie eigentlich SEO-Beratung anbietet und als Mediatorin arbeitet. Ja, was denn nun? Habe ich nicht richtig zugehört oder kann diese Person alles?

Ihre Kurzvorstellung auf Netzwerkveranstaltungen bzw. Ihr Elevator Pitch sollte genau das widerspiegeln, was Sie über Ihre Online-Kommunikation und Ihre Webseite transportieren. Wer sich seiner Sache noch nicht sicher ist, neigt häufig zu Inkonsistenzen in den Online-Präsenzen. Arbeiten Sie daran, denn nur durch eine klare und einheitliche, leicht verständliche Kommunikation Ihres beruflichen Themas, werden Sie auch weiter empfohlen.

4. Sie vermeiden das Netzwerken in sozialen Medien um jeden Preis

Sie sind zwar auf fast jeder Netzwerkveranstaltung und man hat schon mehrere Visitenkarten von Ihnen erhalten. Wenn ich Sie aber auf XING oder LinkedIn suche, finde ich kein Profil bzw. das Profil ist mehr oder weniger leer.

Ich kann Ihnen nur empfehlen: Arbeiten Sie an einem professionellen Profil und füllen Sie in den Business-Portalen XING und/ oder LinkedIn die wichtigsten Bereiche aus. Meiner Meinung nach ist es völlig ok, wenn man sich gegen Facebook entscheidet. Aber eine Webseite sowie ein Profil auf einem Business-Netzwerk sollte nicht fehlen. Tipps für ein professionelles LinkedIn-Profil erhalten Sie z.B. über meinen Newsletter bzw. meinen Leitfaden.

5. Sie vernetzen sich nicht nach dem 1. Kennenlernen

Das habe ich nach meiner 1. W.I.N-Veranstaltung gelernt. Am nächsten Morgen nach der Versammlung hatte ich einige Kontaktanfragen auf XING in der Mailbox und habe diese auch sehr schnell bestätigt. Auch fand ich es sehr schön, dass die meisten Anfragen mit einer persönlichen und freundlichen Nachricht kombiniert worden sind. Diese Angewohnheit habe ich auch recht schnell übernommen.

6. Sie reden nur über Belangloses

Nutzen Sie die Netzwerkveranstaltungen, um über Ihre Themen, also Ihr Business zu sprechen. Sicher, man kann über das Wetter, die nette Referentin und das reichhaltige Frühstück sprechen. Spannend und echtes Business-Netzwerken ist es nur dann, wenn Sie vom Gegenüber eine Idee haben, welche Dienstleistungen er anbietet, wer seine Kunden sind und wie Sie ggf. kooperieren könnten. Und andersherum soll Ihr Gegenüber auch eine Idee bekommen, was Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit machen.

Nach einem kurzen belanglosen Small-Talk darf daher schon über das Geschäft gesprochen werden.

Mit der Zeit entwickelt man auch das richtige Fingerspitzengefühl, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Ich mag daher auch die Netzwerkveranstaltungen besonders gerne, welche die Kurzvorstellungen zu Beginn anbieten, dann kann man in der Pause oder zum Schluss der offiziellen Veranstaltung auf die passenden Personen zugehen.

7. Sie fallen mit der Tür ins Haus

Auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt. Die meisten haben es, aber leider gibt es auch Ausnahmen. Zu Beginn meiner Selbständigkeit wurde ich schonmal um Angebote gebeten, bin zu Treffen persönlich gefahren, obwohl die Person eigentlich nur mit mir ins Gespräch kommen wollte, um ihre eigenen Produkte zu verkaufen. Das kam gar nicht gut an.

Auch Online-Kontaktanfragen, welche im nächsten Schritt mit Angeboten verknüpft sind, mag wohl keiner von uns.

Ein Kontakt ist erstmal nur ein Kontakt. Daraus kann eine Beziehung wachsen, indem man sich bei weiteren Treffen näher austauscht und man sich durch die aktive Online-Nutzung häufiger auch virtuell begegnet. Dadurch sieht man ja das konkrete Angebot der Person. Da braucht es keinen zusätzlichen Hinweis auf das Angebot. Oder, was meinen Sie?

Bonus: Sie haben keine Visitenkarten oder einen Flyer dabei

Papierloses Büro hin- oder her. Ich finde nicht, dass die Visitenkarte aussterben wird oder sollte. Sie können sich auf der Veranstaltung selbst sofort per Facebook, XING oder LinkedIn vernetzen. Das geht schon. Aber eine Karte, welche Sie noch ein paar Tage auf Ihrem Tisch liegen haben, sich die Webseite des neuen Kontakts mal in Ruhe anschauen, hat Chancen, nachhaltiger in Erinnerung zu bleiben.

Gibt es noch weitere Faux-Pas, welche Ihnen beim Netzwerken aufgefallen sind? Ich freue mich auf einen Kommentar hier im Blog.

Foto: www.pixabay.com

Was bedeutet „Open Profile“ auf LinkedIn?

Vielleicht nutzen Sie ganz neu den Sales Navigator und wundern sich über das grüne Symbol mit der Aufschrift „Open“?

 

 

Wie LinkedIn es schon erklärt, kann Ihnen mit dieser Premium-Funktion jedes LinkedIn-Mitglied kostenlos eine Nachricht senden, selbst wenn Sie nicht miteinander verbunden sind, also Kontakte 1. Grades sind. Auch die InMails, welche man ja mit einer Premium-Mitgliedschaft erwirbt, sind dann hinfällig.

Angezeigt wird das grüne Logo im Sales Navigator. Viele Nutzer, welche dort unter „Ergebnisse für Leads“ gelistet werden und eine Premium-Mitgliedschaft gebucht haben, zeigen das grüne Open-Symbol. Dieses wird automatisch von LinkedIn so eingerichtet.

Falls Sie bereits zu viele Nachrichten von „fremden“ LinkedIn-Nutzern erhalten und als Premium-Nutzer verhindern möchten, dass noch mehr Nachrichten kommen, können Sie die „Open-Profile“-Einstellung auch wieder abstellen.

Gehen Sie hierfür in das „normale“ LinkedIn auf Ihr LinkedIn-Profil.

Klicken Sie auf das Stift-Symbol im Kopfteil des Profils. Rechts unter dem Hintergrundbanner sehen Sie das braune LinkedIn-Logo welches darauf hinweist, dass Sie Premium-Mitglied mit einem Drop-Down-Menü. Über dieses können Sie die Einstellung abschalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alternativ können Sie die Einstellung auch über den Bereich „Einstellungen und Datenschutz“ unter Kommunikation ändern.

Wofür Sie sich entscheiden, hängt sicherlich von Ihren persönlichen Zielen auf LinkedIn ab. Wenn Sie schon für eine Mitgliedschaft zahlen, werden Sie auch einen Grund dafür haben und sich nicht unbedingt gegen Kontaktaufnahmen von anderen Personen wehren, wie es eventuell bei einem Social Media-Einsteiger der Fall ist. In jedem Fall, wissen Sie jetzt, wo sich die Einstellung ändern lässt.

Wichtig zu wissen: Im normalen LinkedIn-Fenster sehen Sie, wenn es angeschaltet ist, das braune Premium-Logo, aber niemals das grüne Open Profile-Logo.

Markenbotschafter auf LinkedIn: Das sollten Sie wissen!

Neben den Zielen, die jeder individuell mit seinem LinkedIn-Profil verfolgen kann und sollte, eignet sich ein LinkedIn-Profil hervorragend, um im Unternehmensmarketing eingesetzt zu werden. Mitarbeiter können im Namen des Unternehmens die PR und Marketingaktivitäten als Markenbotschafter unterstützen. Als Unternehmer können Sie Ihre Mitarbeiter bitten, sich aktiver über ihre persönlichen Profile in die Kommunikation einzubringen. Warum?

  • Geschäfte werden mit Menschen gemacht. Der Content von persönlichen Profilen ist glaubwürdiger als der Content der Unternehmensseiten.
  • Die persönlichen Profile Ihrer Mitarbeiter haben häufig mehr Kontakte als Sie Follower für Ihre Unternehmensseite haben. Wenn sich 10 Mitarbeiter mit Profilen von jeweils 300 Kontakten einbringen, steigern Sie die Sichtbarkeit der Beiträge häufig um ein Vielfaches (verglichen mit der Zahl der Follower der Unternehmensseite).
  • Mit einem persönlichen Profil kann man aktiv sein Netzwerk erweitern, bei einer Unternehmensseite dauert es häufig viel länger.
  • Kürzlich habe ich gelesen, dass zwar nur 3% der Mitarbeiter Beiträge teilen, aber ca. 30% des Content-Engagements läuft über die persönlichen Profile der Mitarbeiter.
  • Die Markenbotschafter im Unternehmen profitieren von ihrem Engagement auch persönlich. Sie erweitern durch die Aktivitäten nicht nur ihr Netzwerk sondern steigern auch ihren Expertenstatus.

Verknüpfung mit der Unternehmensseite

Wenn Ihr Unternehmen auf LinkedIn eine Unternehmensseite eingerichtet hat und die Mitarbeiter geben den Unternehmensnamen so ein, wie er auf LinkedIn hinterlegt worden ist, werden sie mit der Unternehmensseite verknüpft. LinkedIn-Nutzer sehen dadurch beim Klick auf die Unternehmensseite, wer aus ihrem Netzwerk z.B. in ihrem Unternehmen tätig ist. Im Profil selbst schaut es professioneller aus, da unter Berufserfahrung ein Unternehmenslogo erscheint.

Employer-Branding-Aktivitäten über Mitarbeiterprofile

Die persönlichen Profile der Mitarbeiter haben im Rahmen des Unternehmens-Marketings eine Menge Potenzial. Wenn Sie professionelle Employer-Branding-Aktivitäten anstreben, sollten Sie als Marketingabteilung eine Strategie erstellen, inwieweit Sie die Mitarbeiter unterstützen und gewisse Führung übernehmen.

So könnten Sie beim Erstellen eines professionellen Profils Hilfestellungen geben. Als Beraterin fällt mir auf, dass die wenigsten Mitarbeiterprofile einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Von der Zusammenfassung wird äußerst selten Gebrauch gemacht wird, nur allgemeine Job-Titel werden aufgeführt und keine näheren Beschreibungen der Tätigkeiten verwendet. Die Kollegen vom Marketing könnten Tipps zur Verwendung von Bildmaterial geben und Banner im Corporate CI bereithalten. Ggf. macht es Sinn, Vorgaben zu treffen, welches Bildmaterial und Dokumente in Onlineprofilen erlaubt sind und was vermieden werden sollte. In vielen Fällen ist es allerdings derzeit so, dass neben dem Profilfoto gar kein Bildmaterial in den Profilen zu finden ist.

Um professionell aufzutreten, könnten die Kollegen aus der PR Abteilungen einen Blick auf die Profile der Markenbotschafter werfen und hier und da im Hinblick auf die Texte wertvolle Tipps geben. Sind die Formulierungen der Texte unternehmenskonform? Welche Textbausteine sind ideal, damit die richtigen Keywörter auftauchen und welche Formulierungen sollten besser entfernt werden?

Der Konflikt: Wem gehört das Mitarbeiter-Profil?

Das LinkedIn-Profil wird vom Nutzer selber angelegt und über Jahre genutzt. Der Mitarbeiter sollte die wichtigsten Bereiche wie die Überschrift, Zusammenfassung und aktuelle Arbeitsstelle immer auf dem Laufenden halten.

Handelt es sich um eine Führungsposition oder um eine Position im Sales, Marketing oder PR, sollte das Unternehmensmarketing klare Vorgaben geben, was das CI der Profile, einheitliche Profil-Fotos, Formulierungen in sozialen Netzwerken und die Nutzungsweisen sozialer Netzwerke angeht.

Die Herausforderung dabei ist, dass das Profil die Persönlichkeit des LinkedIn-Mitglieds und die Unternehmensmarke darstellen soll.

Arbeitgeber befürchten häufig, dass Arbeitnehmer, welche ihr Profil zu gut pflegen und über sehr viele Kontakte verfügen, demnächst das Unternehmen verlassen könnten. Ich sage Ihnen: Wenn sie das vorhaben, werden sie es tun, egal ob sie ein LinkedIn-Profil ausgefüllt haben oder nicht. Vorteil für Unternehmen ist es, dass ein zufriedener Mitarbeiter ein hervorragender Markenbotschafter sein kann und das Potenzial sollte nicht verschenkt werden. Führungskräfte, welche in Social Media aktiv kommunizieren steigern ihre Glaubwürdigkeit um ein Vielfaches. Hierfür gibt es bereits schöne Beispiele, aber es könnte ruhig mehr davon geben.

Sobald ein persönliches Profil für die Kommunikation im Auftrag des Unternehmens genutzt wird, ist man ein Markenbotschafter für den Arbeitgeber. Rein rechtlich gibt es hierbei Einiges zu beachten. Dr. Thomas Schwenke, Rechtsanwalt für Internet-Marketing hat im Januar 2018 einen Beitrag mit Rechts-Tipps für das betriebliche Influencer-Marketing geschrieben. Sie erhalten hilfreiche Ansatzpunkte, wie auch Sie als Mitarbeiter als Markenbotschafter agieren können und was vermieden werden sollte.

So gestalten Sie ein professionelles Mitarbeiter-Profil auf LinkedIn

  • Ihr Profil-Slogan sollte kurz und prägnant sein und auf einen Blick verraten, in welchem Bereich Sie der Experte sind. Ganz wichtig: Es sollte immer erkennbar sein, für welches Unternehmen Sie agieren.
  • Der Text der LinkedIn-Zusammenfassung darf bis zu 1980 Zeichen enthalten. Machen Sie Gebrauch davon, da ein ausführlicher Text die Sichtbarkeit im Netzwerk steigert und man mehr über Ihre Persönlichkeit und Ihre Fähigkeiten erfahren kann.
  • Sie dürfen zur LinkedIn-Zusammenfassung und den einzelnen Jobs Bildmaterial, PDFs und andere Dokumente hinzufügen. Klären Sie, welche Unternehmens-Dokumente wie Präsentationen, Fotos von Veranstaltungen hinzugefügt werden können. Wenn Sie z.B. als Marketing-Manager im Produkt Marketing häufiger Präsentationen auf Konferenzen halten, halte ich ein Foto oder Link zur Präsentation auch im LinkedIn-Profil für sehr angebracht.
  • Mitarbeiter sollten intern und extern um Empfehlungen bitten.
  • Falls Sie international aktiv sind und hat ein mehrsprachiges Profil eingerichtet haben: Hier lohnt es sich, die entsprechenden fremdsprachlichen Texte den lokalen Bedingungen anzupassen. Möglicherweise sprechen Sie mit verschiedenen Ländern auch andere Zielgruppen an. Und achten Sie darauf, dass die lokalisierten, fremdsprachlichen Texte fehlerfrei sind.

Der nächste Schritt wäre: Ihre Mitarbeiter posten regelmäßig die News der Unternehmensseite, sie teilen Branchen-News, formulieren dazu eigene Worte und geben Einblicke in ihren beruflichen Alltag. Achtung ist immer geboten, dass die Markenbotschafter jederzeit wissen, was an die Öffentlichkeit geraten darf und was nicht. Es wäre nicht zum ersten Mal der Fall, dass durch die Social-Media-Aktivitäten von Mitarbeitern, wichtige Details „geleaked“ worden sind. Mit einem gut geschulten und wachsamen Team, wird das allerdings kein Thema für Sie sein.

Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter ihre LinkedIn-Profile optimieren und für Ihre Employer Branding oder Social Selling Aktivitäten einsetzen? Kontaktieren Sie mich, wenn Sie an einem Training für Ihr Team interessiert sind!

Update: 22. Januar 2018

Foto: www.unsplash.com