5 Funktionen, die Jobsuchende auf LinkedIn kennen sollten

Falls Sie bereits auf Jobsuche sind oder in den nächsten Monaten starten möchten, empfehle ich Ihnen, sich intensivst mit der Optimierung Ihres LinkedIn-Profils zu beschäftigen. Mit diesem Artikel möchte ich auf weitere, für die Jobsuche sehr wichtige Funktionen aufmerksam machen.

Bitte sehen Sie diese als Ergänzung zu einem vollständigen Profil sowie der aktiven Nutzung der Publishing-Funktionen wie das Publizieren von Beiträgen, Kommentieren oder Schreiben von Blogartikeln. Ich bin der festen Überzeugung, dass man nur mit einem vollständig ausgefüllten und professionellen Profil die Aufmerksamkeit von Recruitern, Unternehmen und persönlichen Kontakten erlangt. Alleine die Überarbeitung der Rubrik „Kenntnisse und Fähigkeiten“ und das Hinzufügen eines gut formulierten Info-Textes machen oft schon viel aus.

Welche Funktionen sind für die Jobsuche besonders interessant?

1. #Openforwork

Sie können direkt in Ihrem Profil, in Ihrem Foto anzeigen lassen, dass Sie „open for work“, also an Jobangeboten interessiert sind. Es wird links um Ihr rundes Profilfoto ein grüner Streifen angezeigt mit der Schrift #openforwork. Diese Anzeige kann ganz öffentlich gemacht werden bzw. auch nur für Recruiter, die mit einer Recruiter-Mitgliedschaft arbeiten, angezeigt werden. Profilbesucher aber auch Personen, die Ihre Beiträge im Newsfeed sehen, erkennen die grüne Kennzeichnung und könnten Sie bezüglich eines Jobangebotes kontaktieren.

Wie gehen Sie vor?

Klicken Sie in Ihr LinkedIn-Profil und gehen Sie auf „Profilbereich hinzufügen“. Es öffnet sich ein Fenster mit der folgenden Einteilung. Hinter der Frage: „Auf Jobsuche“ verbirgt sich mehr. Schauen Sie sich dort mal um.

Sie können angeben, ob Sie Vollzeit arbeiten möchten, welche Art der Position Sie interessiert, Sie sich aktiv bewerben und welchen Arbeitsort Sie bevorzugen.

Wichtig: Im unteren Bereich des Menüs, gibt es die Möglichkeit, einzustellen, ob alle Mitglieder auf LinkedIn oder nur Recruiter diese Einstellung sehen sollen.

Bitte berücksichtigen Sie Folgendes: LinkedIn versucht zu verhindern, dass Nutzer der Recruiter-Mitgliedschaft, die in Ihrem Unternehmen oder für Ihr Unternehmen arbeiten, Ihre in dem Bereich angegebenen Karriereziele nicht sehen. Allerdings ist es nicht möglich, eine 100-prozentige Geheimhaltung zu gewährleisten. Überlegen Sie sich daher sehr genau, ob und wie Sie diese Einstellung freischalten möchten.

2. Suchen Sie auf LinkedIn nach Jobs

Im oberen schwarzen Bereich finden Sie ein Aktenkoffer-Symbol, welches Sie zum Job-Bereich führt.

Dort können Sie selbst proaktiv nach Jobs suchen, die LinkedIn-Empfehlungen für Jobs durchscrollen, Jobsuchen speichern und Benachrichtigungen verwalten.

Als Premium-Nutzerin sehe ich zusätzlich:

– welche Jobs gerade aktiv ausgeschrieben sind, wie viele Bewerber sich über LinkedIn beworben haben und mir ein paar vergleichende Daten zu deren Kenntnissen, Karrierestufe, Ausbildung und Location anschauen.

– zusätzliche Informationen zu den ausschreibenden Unternehmen, sein Wachstum, Fluktuation bzw. durchschnittliche Beschäftigungsdauer der Mitarbeiter.

Falls Sie eine Premium-Mitgliedschaft haben, sehen Sie Im Job-Portal auch eine Rubrik zum Thema Gehalt, genannt „LinkedIn Salary“. Dort erhalten Sie Richtwerte für die durchschnittlich gezahlten Gehälter in der ausgewählten Kategorie, nach Erfahrung. Die zusammengestellten Daten werden von LinkedIn-Mitgliedern freiwillig angegeben, je nach Job-Kategorie bzw. Höhe der Datenmenge sind die Werte aussagekräftiger oder auch nicht. Falls in Ihrem Bereich nur wenige Daten angegeben worden sind, ist die Aussagekraft nicht allzu hoch. Ein von mir durchgeführter Test beinhaltete Gehaltsinformationen von 86 LinkedIn-Mitgliedern zum Job des Social Media Managers aus der Metropolregion München. Ich denke mit den Werten lässt sich zumindest eine Tendenz erkennen.

Falls Sie die Funktionen kennenlernen wollen, geht dies mit einer Premium-Mitgliedschaft über diesen Link.

3. Premium-Mitgliedschaften für Jobsuchende

Um auf LinkedIn mehr Sichtbarkeit zu erlangen und die Jobsuche voranzutreiben, kann sich eine Premium-Mitgliedschaft lohnen. Zwar werden sehr viele Funktionen bereits mit dem kostenfreien Account freigeschaltet, aber das pro-aktive Anschreiben fremder Personen ist recht eingeschränkt. Gerade wer neu auf LinkedIn ist, besitzt noch nicht genügend Kontakte 2. Grades und stösst relativ bald an seine Grenzen. Da können ein paar InMails hilfreich sein. LinkedIn bietet daher gezielte Mitgliedschaften für Jobsuchende mit LinkedIn Essentials (nur in Deutschland, Stand 3.9.2020) und LinkedIn Career an. Die Mitgliedschaften können immer für 30 Tage kostenfrei getestet werden, bevor sie in ein bezahltes Abo umgewandelt werden. Bei diesen Abos zahlt man monatlich oder einen Jahresbeitrag, der etwas günstiger ist.

LinkedIn Essentials“ für nur 10,00 € monatlich (in Deutschland) mit den folgenden Funktionen:

  • Sie bekommen ein Guthaben von 5 InMails pro Monat. InMails sind kostenpflichtige Nachrichten an Nicht-Kontakte auf LinkedIn. InMails geben Ihnen die Möglichkeit, die fremde Person mit persönlicher Nachricht anzuschreiben und ihr eine Kontaktanfrage zu senden. Kontakte 2. Grades, also Personen, welche bereits mit Ihnen einen oder mehrere gemeinsame Kontakte haben, lassen sich mit Nachricht über das Wort „vernetzen“, kontaktieren. Wie das funktioniert, habe ich hier beschrieben.
  • Sie sehen eine Liste mit allen Profilbesuchern der letzten 90 Tage. Beim Basis-Account sehen Sie nur die letzten 5 Besucher. Nützlich wird diese Funktion dann, wenn Sie Ihre Profilbesucher per Nachricht kontaktieren und diese z.B. in Ihr Netzwerk einladen, sich erkundigen, warum sie Ihr Profil besucht hat. Nehmen Sie immer auch Bezug zum Profil der Person oder deren LinkedIn-Aktivitäten wie einen aktuellen Beitrag und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten. Kontaktanfragen ohne Text und ohne persönliche Note gibt es leider schon genug. Der Bonus für Sie als Premium-Mitglied ist, dass Sie im Privatmodus andere Profile besuchen können, unerkannt bleiben und dennoch sehen, wer Ihr Profil besucht hat. Falls Recruiter oder andere Personen im Privatmodus Ihr Profil besucht haben, können Sie das leider nicht sehen.
  • Sie können sich mit anderen Bewerbern vergleichen und feststellen, ob Sie die Kenntnisse im Profil angegeben haben, über die andere Bewerber verfügen.
    Sie rutschen in den Suchergebnissen von Recruitern, die eine Mitgliedschaft wie Recruiter Lite besitzen, weiter nach oben. Wenn es viele Mitbewerber gibt, ist das eine interessante Funktion. Nicht jeder wird es in diese Liste schaffen.

LinkedIn Career bietet für 29,49 € monatlich folgende interessante Funktionen an (die ersten Funktionen sind bei beiden Mitgliedschaften gleich):

  • 3 InMails pro Monat um fremde Mitglieder oder Recruiter anschreiben zu können.
  • Sie sehen eine Liste mit allen Profilbesuchern der letzten 90 Tage. Beim Basis-Account sehen Sie nur die letzten 5 Besucher. Nützlich wird diese Funktion dann, wenn Sie die Profilbesucher per Nachricht kontaktieren und diese z.B. in Ihr Netzwerk einladen. Das finde ich sehr nützlich, denn so ein Besuch geschieht oft nicht ohne Grund. Der Bonus für Sie als Premium-Mitglied ist, dass Sie im Privatmodus andere Profile besuchen können, unerkannt bleiben und dennoch sehen, wer Ihr Profil besucht hat.
  • Bewerbereinblicke: Sie sehen, wie Sie im Vergleich zu anderen Bewerbern dastehen, woher diese kommen und über welche Kenntnisse diese verfügen, welche Ihnen ggf. für den Job fehlen.
  • Sie landen in den Bewerberlisten der Recruiter weiter oben und steigern damit Ihre Chance, gefunden zu werden.
  • Sie erhalten Zugriff auf Gehaltsdaten beim Durchstöbern von Jobs auf LinkedIn. Siehe auch meine Ausführungen weiter oben unter 2..
  • Last but not least: Der Zugriff auf „LinkedIn Learning“ als separate Videokurs-Plattform. Über eine Vielzahl an Videos (Onlinekurse und Fachvorträge) können Sie sich Tipps für die Bewerbung aber auch zu beruflichen Qualifikationen holen.

4. Weiterbildung mit LinkedIn Learning

Schauen Sie doch mal bitte auf LinkedIn in den Bereich „LinkedIn Learning“. Zu finden über „Mehr“, siehe Screenshot.

„LinkedIn Learning“ ist etwas versteckt im Menü „Mehr“ ganz oben in der schwarzen Leiste.

Falls Sie auf Arbeitssuche bzw. freigestellt worden sind, sollten Sie die „freie“ Zeit u.a. für Ihre persönliche Weiterbildung nutzen. Egal ob Online oder in Präsenz: Es gibt immer neue Kenntnisse und Qualifikationen, die man sich aneignen könnte und genau da setzt LinkedIn mit der Learning-Plattform an. Sie bietet Ihnen professionell erstellte Videos in sieben Sprachen mit Tipps für professionelle Bewerbungsunterlagen, das Vorstellungsgespräch, andere bewerbungsrelevante Themen aber auch zu fachspezifischen Qualifikationen aus der Berufswelt an. Da sie auf LinkedIn integriert ist, erkennt sie, welche Kenntnisse und Fähigkeiten heute und morgen auf LinkedIn im Recruiting besonders gefragt sind und passende Videos und Kurse werden dazu angeboten. LinkedIn Learning kann daher auch zum Erlernen von Themen wie Cloud Computing, Computergrafik, Google Analytics, Programmiersprachen, Arbeitsmethoden für Führungskräfte und vielem mehr genutzt werden.

Unter der Kategorie „Berufliche Weiterbildung“ kann ich bereits 375 Kurse und über 8000 Videos aufrufen. Selbstverständlich lässt sich diese Suche mit dem Klick auf passende Stichworte eingrenzen. Sie sehen, das Angebot ist groß und vielseitig.

Wer keine Premium-Mitgliedschaft hat, kann mal in die Suchfunktion von LinkedIn Learning schnuppern und sich die Vorschau der Videos anschauen, um ein Gefühl für das breitgefächerte Angebot zu bekommen.

Einige große Unternehmen bieten einen Zugang zu LinkedIn Learning bereits als Weiterbildungsprogramm für ihre Mitarbeiter an. Diese können sich dann Lernziele stecken und nach freier Zeiteinteilung an ihrer Entwicklung arbeiten.

Wer sich privat dort umschauen möchte, kann dies über die Mitgliedschaft „LinkedIn Career“ tun. Ich arbeite mit dem Sales Navigator und habe ebenfalls Zugang. Vor zwei Jahren wurde auch eine reine LinkedIn Learning-Mitgliedschaft angeboten. Über diesen Link erhalten Sie eine Übersicht zu den aktuellen Kosten für LinkedIn Learning. Unternehmen erhalten Lizenzen zu anderen Konditionen.

5. Setzen Sie auf Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk

Bitten Sie Personen aus Ihrem unmittelbaren Umfeld, welche auch auf LinkedIn aktiv sind, um eine Empfehlung, welche öffentlich in Ihrem Profil angezeigt wird. Voraussetzung ist, dass Sie mit der Person vernetzt sind (sie Kontakt 1. Grades ist) und Sie bereits zusammen gearbeitet haben. Kunden, Kooperationspartner, Vorgesetzte, Mitarbeiter sind immer die besten Anlaufstellen für Empfehlungen.

Natürlich dürfen auch Sie aktiv werden und Ihren Kontakten Empfehlungen aussprechen.

Wie Sie selbst um Empfehlungen bitten, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Das waren meine fünf aktuellen Tipps für Ihre LinkedIn-Aktivitäten als Jobsuchender. Diese gehen Hand-in-Hand mit einer Profiloptimierung sowie der regelmäßigen Aktivität auf LinkedIn in Form von eigenen Beiträgen und dem Schreiben von Kommentaren.

Falls Sie Ihr Profil optimieren möchten, kann ich Ihnen meinen Ratgeber empfehlen, Sie finden ihn auf Amazon als E-Book und gedruckte Version. (Ab Ende September/ Oktober 2020 als überarbeitete Version).

Portraits by Intuitive by Patrick

Fotos: LinkedIn-Screenshots, Beitragsbild: Pixabay, Portrait: „Intuitive by Patrick“

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