Wer auf LinkedIn wirklich Reichweite aufbauen will, kann gerne seinen eigenen Weg finden. Und es macht Sinn, zu verstehen, wie der Algorithmus tickt. Die beste Strategie ist es, sich authentisch zu positionieren, sich mit den Bedürfnissen und den Herausforderungen der Zielgruppe/ Kunden vertraut zu machen und regelmäßig Content zu veröffentlichen, der diesen Personen einen Mehrwert liefert.
Der aktuellste Report von Richard van der Blom bezieht sich auf die Zeit zwischen März 2025 und Februar 2026. Es wurden 1,3 Millionen Beiträge und 80.000 Profile ausgewertet. Du möchtest Dich intensiver mit dem Thema beschäftigen und alle Details sehen? Der Report kann über die Webseite von Richard van der Blom käuflich erworben werden.
Nehmt die Ergebnisse aus der Studie als Empfehlungen wahr. Euer eigener Stil und der Fokus auf Eure Zielgruppe ist wichtig. Macht Euch nicht zum Slaven des Algorithmus. Je natürlicher Euer Verhalten auf LinkedIn ist, desto eher werden die Beiträge auch gelesen, so zumindest interpretiere ich Vieles im Hinblick auf die Persönlichen Profile.
Im folgenden lest Ihr die Highlights rund um Persönliche Profile und das Veröffentlichen von Content. Zu Unternehmensseiten werden ich mit Sicherheit zu einem späteren Zeitpunkt etwas schreiben.
1. Tipp: Aktivität in den ersten 60 Minuten
Die ersten 60 Minuten nach dem Veröffentlichen sind entscheidend. In dieser Zeit beobachtet LinkedIn genau, was passiert. Antworte auf Kommentare, bring dich aktiv in den Thread ein und poste bei Bedarf erneut, um verschiedene Zeitzonen zu erreichen. Wer direkt nach dem Klick auf „Veröffentlichen“ engagiert bleibt, signalisiert dem Algorithmus: Dieser Beitrag ist es wert, verbreitet zu werden.
2. Tipp: Die Rolle von Like
Likes spielen wieder eine größere Rolle, aber nur die richtigen. Es geht nicht darum, möglichst viele zufällige Reaktionen zu sammeln. Entscheidend sind mindestens 50 Likes aus deinem thematischen Umfeld, also von Menschen, die sich für ähnliche Themen interessieren wie du.
3. Tipp: Die Rolle von gespeicherten Beiträgen
Noch wichtiger sind Speicherungen und Reposts. Sie sind das stärkste Relevanzsignal überhaupt. Wenn jemand deinen Beitrag speichert, sagt er LinkedIn damit: „Das will ich wiederfinden.“ Wer überdurchschnittlich viele solcher Reaktionen bekommt, wird belohnt.
4. Kontinuität zahlt sich aus
Wer regelmäßig Mehrwert zu seinen Kernthemen liefert, landet irgendwann in der „Suggested“-Kategorie – also wird aktiv neuen Nutzern empfohlen. Das kann bedeuten: 200.000 Aufrufe in vier Tagen, weil der Beitrag dauerhaft ganz oben im Feed von Menschen landet, die man gar nicht kennt.

Trainiere Deinen LinkedIn-Feed
Der Newsfeed wird inzwischen anders zusammengestellt. Früher haben wir vorrangig Content unserer Kontakte gesehen. Heute wird nach „Interest“, nach Themen ausgespielt. Das erfordert eine andere Herangehensweise.
- Jedes Weiterblättern.
- Jedes „Gefällt mir“.
- Jedes Mal, wenn du einen Beitrag nach 3 Sekunden ignorierst, das ist ein Signal.
5 Schritte zum perfekten LinkedIn-Feed
- Kommentiere mit Substanz, nicht nur aus Höflichkeit.
- Setze „Speichern“ bewusst ein.
- Baue konsistente Interaktionscluster auf.
- Wechsle den Newsfeed gezielt zwischen „Relevant“ und „Neueste“.
- Bereinige deinen Feed regelmäßig (z.B. Entfolge).
Was führt zu schlechterer Reichweite auf LinkedIn?
Folgendes Verhaltensweisen solltest Du stoppen.
- Ständig wechselnde Formate und ständig wechselnde Themen
- Ständig wechselnde Erzählweisen
Was Du außerdem unbedingt vermeiden solltest
- Sei kein Vielposter. Wer täglich postet, riskiert 45 % Reichweitenverlust.
- Kopieren von Content, der bei anderen Autoren viral ging. Setze unbedingt auf eigene Ideen!
- Nutzung von Engagement Pods.
- Auch brillant geschriebene Beiträge, die gar nicht zu den Profildaten passen, können dazu führen, dass sich die Reichweite verschlechtert.
Auswirkungen von LinkedIn-Interaktionen auf die Reichweite
Wie kannst Du beeinflussen, dass ein Beitrag weiter wächst? Die wertvollsten Engagements sind nach wie vor die Kommentare, das direkte Reposten und das Speichern von Beiträgen. Letzteres hat seit letztem Jahr noch mehr an Bedeutung gewonnen. Wenn der Beitrag einmal gespeichert wurde, gibt es 14-16 weitere Impressions.
Positive Signale für Deinen Beitrag
Wenn Lesende Deines Contents folgende Aktivitäten durchführen, hat diese eine positive Auswirkung auf die weitere Entwicklung Deines Beitrags.
- Gespeicherter Beitrag
- Kommentieren
- Leser bleiben mehrere Sekunden oder sogar Minuten im Beitrag hängen
- Du bekommst schnelles Engagement in der 1. Stunde bis zur 4. Stunde.
- Du erhälst Profilansichten nach Deinem Beitrag oder Kommentare
- Du erhälst Kontakt-Anfragen von Kontakten 2. und 3. Grades
- Die Lesenden liken nicht einfach, sondern wählen verschiedene Reaktionen wie z.B. „Applaus“, „Inspirierend“
Wann und wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
Nach wie vor gilt, dass der Content zu unserer Zielgruppe passen sollte und wir möglichst dann posten sollten, wenn zumindest ein Teil unserer Zielgruppe aktiv ist und interagiert.
Die zwei wichtigen Zeitfenster am Tag sind:
1. der später Vormittag/ Mittag: 10 – 14 Uhr, wo vorrangig ein professionelles Publikum aktiv ist.
2. der frühere Morgen, wo Menschen unterwegs sind. Zwischen 6 und 10 Uhr.
Wie oft sollte man auf LinkedIn posten?
- Ideal sind 2-3 x die Woche. Auch ein Beitrag in der Woche bringt Dich in die Sichtbarkeit.
- Poste dann, wenn ein Teil Deiner Zielgruppe aktiv ist. Interaktionen in den ersten 60 Minuten – 4 Stunden nach der Veröffentlichung sind besonders wertvoll und gelten als das Goldene Zeitfenster, während welchem erste Interaktionen kommen sollten.
Das Format, das den größten Erfolg verspricht
LinkedIn belohnt inzwischen nicht nur, wie oft mit einem Beitrag interagiert wird sondern auch wie.
Nach der Analyse durch das Team von Richard van der Blom und Millionen von Beiträgen hat sich ein Content-Format in Bezug auf tatsächliche Geschäftsergebnisse deutlich von allen anderen abgesetzt. Es ist nicht nur bei der Reichweite, nicht nur beim Engagement, sondern auch bei qualifizierten Inbound-Kontakten, DMs, die zu etwas führen, und Profilaufrufen von den richtigen Personen, der Gewinner.
Das Gewinner-Format ist für mich keine Überraschung. Es ist das Dokument. Sie haben sowohl eine lange Verweildauer als auch eine enorm hohe Speicherquote verglichen mit anderen Formaten.
Checkliste für gute Dokument-Beiträge
- Konzentriere Dich bei dem Format auf fachlich fundierte Inhalte: Erklärungen, Anleitungen, Leitfäden, Analysen, Daten aus Studien
- Das Coverbild sollte einen Titel und Nutzen enthalten, die so formuliert werden, damit die Neugierde der Lesenden geweckt wird.
- Ideal sind 7-11 Seiten
- Der Teasertext zum Dokument sollte eher kurz gehalten werden, da der klare Fokus auf dem PDF liegen sollte. max. 300-400 Zeichen.
- Es empfiehlt sich, dass die letzte Seite eine Aufgabe, einen Call-to-Action enthält.
- Das Dokument-Format sollte 1-2 x die Woche gepostet werden.
Checkliste für gute Text-Beiträge
Das beliebteste aller Format: Der Bild-Text-Beitrag macht ca. 57% aller Beiträge auf LinkedIn aus. Die Reichweite für das Format hat etwas nachgelassen. Ist das Bild bzw. der passende Text allerdings gut, kann man damit schon ein großes Publikum erreichen.
- Eignen sich sowohl für Community/ Personal-Branding oder Wissenscontent
- Relevante Selfies z.B. vom Event funktionieren am besten.
- Ideal sind 2-4 Bilder. Das heißt, die Reichweite für Beiträge mit nur einem Bild ist zurückgegangen.
- Es sollten keine Stockbilder verwendet werden. KI-generierte schon, wenn es zum Kontext passt.
- Bild und Text sollen nicht das Gleiche erzählen.
- Die ideale Textlänge liegt zwischen 800 und 1000 Zeichen.
- Gib dem Beitrag Struktur durch Leerzeilen und schreib in natürlich wirkenden kurzen Absätzen.
Tipps für Video-Content
Video-Content ist ideal für Storytelling, um Emotionen zu zeigen, um zu aktuellen Themen Stellung zu nehmen. Am besten laufen spontan erstellte kurze Videos im Hochkantformat. Je aufwändiger und teurer produziert ein Video ist, desto weniger gut läuft es oft auf LinkedIn.
Im Hinblick auf die Reichweite, würde ich mir da keine zu großen Hoffnungen machen. Da sind andere Formate häufig erfolgreicher.
Wichtig zu wissen ist Folgendes:
- Die Person hinter dem Content ist beim Video der Content.
- Das vertikale Format performt besser.
- Die storybasierten Clips sollten kurz sein. Ideal sind 45 – 75 Sekunden. Wer viel Erfahrung hat und bereits ein treues Publikum hat, kann auch mal ein Video mit 3 Minuten Länge posten.
- Extern zugefügte Untertitel sind besser für die Reichweite als automatisierte Untertitel.
- Die ersten 3 Sekunden entscheiden, ob die Zuhörer dranbleiben. Da muß Spannung aufgebaut werden.
- Ideal sind 1-2 Videos in der Woche.
- Es ist empfehlenswert, kleine Trigger zur Interaktion ins Video einzufügen.
Gründe für Blogartikel/ lange Formate
Auch in der letzten Studie wurde es schon erwähnt: Die langen Formate erleben gerade ein Comeback. Ihre Reichweite hat sich deutlich verbessert.
Hinzu kommen noch die Ergebnisse der Semrush-Studie vom März 2026: https://www.semrush.com/blog/linkedin-ai-visibility-study/.
Da hieß es, dass am häufigsten lehrreiche, originelle Inhalte von KI zitiert werden. Langformartikel (500–2.000 Wörter) und Beiträge mittlerer Länge (50–299 Wörter), die auf LinkedIn veröffentlich worden sind, machen den größten Anteil der KI-Zitate aus.
Unternehmensseiten sollten Artikel handverlesen einsetzen. Zu häufig gepostete Artikel über die Unternehmensseite, bringen wenig Einfluß auf die Reichweite.
- Artikel eignen sich gut für sogenannten „Authority Content“, für Conversion-Content, für Personal-Branding-Branding und Berichte von Veranstaltungen, Messe-Besuchen etc.
- Die ideale Textlänge liegt bei 1500 – 2000 Wörtern.
- Artikel sind perfekt für Themen mit langer Haltbarkeit (Evergreen-Content). Wer darauf setzt, wird sehen, dass solche Artikel über die Suche gefunden werden und auch nach Jahren noch gelesen und geliked werden.
- Artikel performen in Sachen Reichweite schlechter als das Newsletter-Format. Zu Newslettern mache ich mit Sicherheit mal einen extra Beitrag.
Soll ich Hashtags in meine Beiträge einfügen?
Du darfst gerne Hashtags verwenden. Aber vergiß sie im Hinblick auf die Reichweite. Sie haben keinerlei Auswirkung auf die Reichweite, wie es mal vor Jahren der Fall war. Was Du wissen solltest, bevor Du sie weglässt oder doch nutzt:
- Sie bringen einen SEO-Vorteil für Google: Die ersten 3 Hashtags wandern automatisch in die URL zum Beitrag. Du kannst daher besser gefunden werden.
- 0-3 Hashtags schaden Deiner Reichweite nicht.
- Es kann Sinn machen, immer die gleichen Hashtags nutzen, z.B. für Events (z.B. #OMR), Kampagnen, um Dein Markenbotschafter-Programm zu betiteln oder um über Trends zu sprechen.
- Der beste Platz für die Hashtags ist am Ende des Beitrages oder in der Mitte. Bitte Hashtags nicht in die Kommentare schreiben oder an den Anfang des Beitrags-Textes setzen.
Wie solltest Du bei externen Links vorgehen?
Externe Links sind nicht mehr gar so schlimm wie vor einigen Jahren. Aber auch 2025-2026 sieht man, dass die Reichweite vermindert wird. Die aktuellen Zahlen von Richard van der Blom sagen:
- Ein externer Link im Beitrag und die Reichweite sinkt um ca. 19%.
- Mehrere externe Links: Das könnte eine Ansammlung von Wissen sind, was eine hohe Speicherquote zur Folge haben kann. Daher ist das Risiko der Reichweitenminderung nicht allzu hoch. Es liegt bei ca. 9% weniger Reichweite.
- Tipp: Verfasse jeden Beitrag, der einen Link enthält, so, dass er auch ohne den Link funktioniert. Es ist egal, wo die Lesenden Deinen Text lesen. Man muss nicht immer auf die Homepage verlinken.
- Tipp: Wenn die Reichweite wichtig ist, veröffentliche ohne den Link. Warte das Engagement ab für ca. 60 Minuten. Füge dann die URL in einem Kommentar hinzu/ erwähne sie beiläufig. Du solltest aber nicht der Erste sein, der kommentiert.
- Tipp: Verlinke auf einen LinkedIn-nativen Content (z.B. Artikel, Dokument). Die Leser bleiben dadurch auf LinkedIn und LinkedIn erkennt es als LinkedIn-nativen Content und du wirst nicht vom Reichweitenverlust betroffen sein.
- Der Link muss unbedingt in den Beitrag rein? Alles gut. Schreibe in den Beitrag rein, warum der Link zu interessant/ wichtig ist.
Reposten von Beiträgen: Eine gute oder schlechte Idee?
Direkt geteilter Beitrag
- Das ist der bessere Weg, um dem Ursprungsautoren des Beitrages etwas Gutes zu tun.
- Innerhalb 4 Stunden nach Post
- Wichtig zu wissen: Du bekommst damit kaum Reichweite für Dich selbst.
Teilen mit Text, mit eigener Meinung
- Dieser Weg ist gut für die Deine eigene Positionierung. Und kann sofort nach dem Posten oder nach Stunden oder Tagen getätigt werden.
- Es gelten die gleichen Metriken wie bei einem eigenen LinkedIn-Beitrag.
- In diesem Fall schenkst Du dem Autoren des Beitrages wenig Reichweite. Du tust eher was für Dich, für Dein Branding. Im Text solltest Du auch etwas Persönliches, Deine eigene Meinung zu dem Thema schreiben.
Mein Fazit:
Mit diesem Artikel gebe ich nur einen Auszug der für mich wichtigsten Fakten, mit Fokus auf die Persönlichen LinkedIn-Profile und das Veröffentlichen von Content über das Profil. Es wird auch noch einen weiteren Beitrag oder Artikel zu Unternehmensseiten geben.
Der gesamte Report enthält knapp 220 Seiten und kann über Richard van der Blom gekauft werden. Es handelt sich um ein sehr umfangreiches Dokument, welches aufgrund der Auswertung von 1,3 Millionen Beiträgen und 80.000 Profilen im Zeitraum März 2025 – Februar 2026 erstellt wurde.
Seht die Tipps aus meinem Artikel als Empfehlungen. Niemand sollte für den Algorithmus posten, sondern immer seine eigene Personal-Branding-Strategie verfolgen. Es ist allerdings ratsam, die Fettnäpfchen zu kennen und zu vermeiden. Im Hinblick auf die KI-Nutzung gilt:
„KI schreibt zwar schneller als du. Aber sie kann nicht so tun als wärst du du.“
