Interview mit der LinkedIn-Nutzerin Franziska Ambacher, Coach für Neuorientierung, Gründung & Führung aus München

Mit diesem Interview-Artikel starte ich eine neue Serie und möchte Euch einen Vorgeschmack auf mein neues Buch „Werde sichtbar – Personal Branding für selbstständige Frauen“ geben. Die Veröffentlichung meines 2. LinkedIn-Ratgebers ist für Ende 2026 geplant.

Was erwartet Euch mit meinem neuen Buch? Ich stelle Euch Unternehmerinnen aus meinem Netzwerk vor, die LinkedIn nutzen, um für andere sichtbarer zu werden. Meine Masterzirkel-Kollegin Franziska liefert Euch hier schon einen ersten Vorgeschmack. Ansonsten gebe ich in dem neuen Ratgeber auch wieder Tipps rund um das Personal Branding, die Bedeutung des Netzwerkens für selbstständige Frauen und es geht natürlich um die LinkedIn-Nutzung mit ausführlichen Anleitungen. Außerdem erfahren meine Lesenden mehr über mich und meinen persönlichen Werdegang in die Selbstständigkeit.

Interview mit der LinkedIn-Nutzerin Franziska Ambacher, Coach aus München

Franziska Ambacher ist Coach aus München und begleitet mit ihrem Unternehmen changeify ihre KlientInnen in Veränderungsphasen. LinkedIn ist für sie das perfekte Medium und aus ihrem Unternehmerinnen-Leben kaum noch wegzudenken. Lest hier, warum und vor allem wie Franziska auf LinkedIn aktiv ist.

1. Wer bist Du, was machst Du? Beschreibe Dein Thema, Deine Leistungen in 3-4 Sätzen.

Ich, Franziska Ambacher (57), war mal die Frau, die nach zehn Jahren Führungsverantwortung eine betriebsbedingte Kündigung nach Insolvenz des Arbeitgebers in der Hand hielt und keine Ahnung hatte, wer sie ohne den Titel noch ist.

Heute ist genau das meine Berufung: Ich helfe Menschen in der Lebensmitte, diese Frage zu beantworten, bevor sie sich zur handfesten Krise ausweitet.

„changeify“ heißt meine Job-Coaching- und Business-Beratungs-Praxis, „CHANGE-Methode“ ist mein Werkzeug und beides läuft seit 2015 in München zusammen mit Buch, Podcast und einem 1:1-Online-Mentoring, das in sechs Wochen wirklich zeigt, welcher Job es wert ist, montags wieder aufzustehen.

Wer mich fragt, warum ich mache was ich mache, bekommt keine Marketing-taugliche Antwort, sondern meine eigene Geschichte. Sie ist Anstoß für mein Wirken.

2. Wer gehört zu Deiner Zielgruppe und wen möchtest Du mit Deinen LinkedIn-Aktivitäten erreichen?

Meine Zielgruppe sind Menschen in der Lebensmitte, meist in Fach- oder Führungspositionen, die spüren: So geht es nicht mehr weiter, aber der nächste Schritt liegt noch im Dunkeln.

Oft haben sie beruflich viel erreicht und stehen trotzdem an einem Punkt, an dem alte Antworten nicht mehr tragen. Eine Kündigung, ein Bruch, oder einfach die leise Frage, ob das wirklich alles war, treibst sie um.

Auf LinkedIn erreiche ich genau diese Menschen, weil ich dort nicht über Methoden spreche, sondern über echte Umbrüche (meinen eigenen eingeschlossen).

Wer sich in dieser Mischung aus Erschöpfung und Aufbruchslust wiedererkennt, ist bei mir richtig. Deshalb wächst meine Reichweite nicht nur seit 2016 kontinuierlich, sondern übersetzt auch in echte Mandate.

3. Seit wann bist Du auf LinkedIn aktiv?

Oktober 2016 – ich habe eine Premium Business-Mitgliedschaft, die bis zum 14. März 2124, 07:01 gültig ist (sagt LinkedIn ,-))

4. Wie viele Kontakte bzw. Follower hast Du?

12.764 Follower (Stichtag: 19.08.2026)

12.086 Kontakte (Stichtag: 19.08.2026)

5. Wie viel Zeit verbringst Du in der Regel auf LinkedIn?

Täglich (inklusive Wochenende und Feiertag) 1 Stunde (aufgesplittet in einzelne Time-Slots, je nach Verfügbarkeit).

6. Magst Du den Lesenden Einblicke in Deine aktuellen LinkedIn-Routinen geben?

Meine LinkedIn-Routine besteht aus Recherchieren, Lesen, Reagieren, persönliche Nachrichten Schreiben/Beantworten, Kommentieren und Posten. In dieser Reihenfolge. Dabei sind es vor allem die frühen Morgenstunden (zwischen 6 und 9 Uhr) und/oder am Spätnachmittag/Abend (zwischen 17 und 21 Uhr).

Seit 2016 habe ich mir diese tägliche Routine angewöhnt, die sich für mich stimmig anfühlt, um mein Hauptziel Vertrauensaufbau ausschöpfen zu können.

7. Gibt es Tage, an denen Du besonders aktiv bist?

Nein. Mein Redaktionsplan sah bis vor Kurzem noch jeden Tag ein Posting vor. Inzwischen reduziere ich meine Aktivitäten meistens auf 3-4 Postings/Woche. Dabei gibt es aber keine sklavisch festgelegten Regeln. Wenn ich spontan posten möchte, dann tue ich es, weil es eine Botschaft gibt, die mir in dem Moment wichtig ist unter die Leute zu bringen.

Ich halte auch grundsätzlich wenig von einem minutiös geplanten Vorgehen, da es meine Kreativität und meinen Handlungsspielraum zu stark einengt und mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung völlig konterkariert.

8. Gibt es ein besonderes Highlight, ein besonderes Erlebnis, dass Du mit LinkedIn verbindest?

Da gibt es gleich mehrere. Wie viel Zeit habe ich? (lacht)

Ich werde seit Beginn meiner LinkedIn-Mitgliedschaft im Oktober 2016 regelmäßig zu Podcasts und/oder Interviews unterschiedlicher Couleur eingeladen. Dies hat meine Sichtbarkeit signifikant erhöht und bietet mir die Möglichkeit, meinen Bekanntheitsgrad regelmäßig zu erweitern.

Darüber hinaus habe ich schon diversen Kundinnen und Kunden einen neuen Job verschafft, obwohl ich keine Recruiterin bzw. Jobvermittlerin bin. Alleine meine persönlichen Kontakte auf der Plattform bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Stakeholder zusammenzubringen, da ich sie proaktiv anspreche. Das führte zum Bespiel auch über mein Profil für ein neu gegründetes Startup zu einem passenden Geldgeber, so dass die Gründer-Idee gewinnbringend umgesetzt werden konnte.

Und über all das hinaus, habe ich unheimlich tolle Menschen über die privaten Nachrichten kennen- und schätzen gelernt, mit denen es einfach Freude macht, sich über Gott und die Welt auszutauschen, auch einmal gute Tipps zu bekommen.

Ganz besonders hilfreich waren die Menschen, die mir bei meinem ersten eigenen Buchprojekt, welches über einen renommierten Wirtschaftsverlag Ende 2024 veröffentlicht wurde, in Sachen Pressearbeit, Marketing und beim Vorwort hervorragend weitergeholfen haben. Und dies einfach aus freien Stücken.

Auch das ist LinkedIn und lässt mich immer wieder aufs Neue sehr dankbar für diesen selbstlosen Support sein.


Foto: Kitty Fried, München

9. Was stört Dich aktuell an LinkedIn?

Aus Gründen ist der Algorithmus auf LinkedIn für mich nur noch eines: unangenehm.

Inzwischen besteht er aus mehreren Algo-Strängen, die sich gegenseitig über verdeckte Kennzahlen hinweg austauschen und unaufhörlich hochschaukeln.

Das Ergebnis für die meisten meiner Mitstreiter wie für mich fällt dabei sehr ernüchternd aus: unberechenbar und wenig nachvollziehbar.

Es wird geradezu ein mystischer Veitstanz um ihn herum aufgeführt und nährt eine ganze Blase von Möchtegern-LinkedIn-Beratern, die mir täglich neu die Welt erklären.

Vielleicht liegt das auch an ach so klug formulierten Job-Anekdoten, die für meinen Geschmack zu oft an den Haaren herbeigezogen wurden und natürlich zu irgendwelchen großen Gleichnissen führen, die dann die ultimativen Lebensfragen gleich mit beantworten.

Das zieht häufig Nachahmer in Scharen nach sich, die auf den neuesten LinkedIn-Trend nur so aufspringen (in der Hoffnung auch viral zu gehen), damit sie vom Algo wieder erfasst und in das World Wide Web gespült werden, anstatt das zu bleiben, was sie in Wahrheit sind: kleine Anekdoten aus dem Joballtag.

10. Warum ist LinkedIn für Dich ein erfolgreicher Akquise-Kanal?

Weil es der Platz ist, wo sich jene tummeln, die die Arbeit als Mittelpunkt ihres Lebens betrachten. Und weil ich keine Ausreden suche, sondern Menschen direkt anspreche – nicht plump, sondern mit echtem Interesse. Und das gelingt mir, weil ich mich nicht als lästige Akquisiteurin betrachte, sondern als hilfreiche Dienstleisterin. Ob Feiertag oder Urlaub, ob Wochenende oder zur Bettgehzeit.

11. Welche anderen Netzwerke kannst Du selbstständigen Unternehmern empfehlen?

Die Wahl nach der passenden Social-Media-Plattform sollte immer nach der gewünschten Zielgruppe ausgesucht werden, nicht nach dem Gusto des Anbieters.

Deshalb wäre es an dieser Stelle wenig hilfreich wie unseriös, einen konkreten Tipp für selbstständige Unternehmer zu geben.

Für mich funktioniert Facebook nach wie vor gut, da meine Zielgruppe in der Lebensmitte, eher dort zu finden ist, als anderswo.

12. Was hat Deine Selbstständigkeit zum Schwingen gebracht und was kannst Du den Lesern meines Buches empfehlen?

Falls Du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, mir hat vor allem geholfen, aufzuhören mich mit anderen zu vergleichen. Die anderen und ich sind aus unterschiedlichen Perspektiven heraus nicht vergleichbar und das ist bei Dir und Deinem Business genauso.

Stattdessen hat mich mein Mut nach vorne gebracht, wirklich Postings mit Haltung und eigener Sicht auf die Dinge zu veröffentlichen, als auch die Kontinuität, täglich meinen selbstauferlegten Routinen nachzugehen. Von nichts kommt nichts, sagt der Volksmund wohl nicht zu Unrecht.

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