Internationales Social Media: Braucht jede Sprache einen extra Social-Media-Account?

Bunte Merkzettel und Notizhalter zum Thema „Fremdsprachen“

Ist ein Unternehmen in verschiedenen Ländern aktiv, stellt sich die Frage, ob für jedes Land bzw. jede Sprache ein separater Account benötigt wird. Meistens ist es so, dass der Facebook-, Twitter- oder Google+-Account des Landes, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat, genügend Zeit hatte zu wachsen und sich schon eine größere Fan-Gemeinschaft aufbauen konnte. Umso verständlicher mag man dann im neuen Land nicht wieder bei Null anfangen.

Eine Internationalisierung braucht ihre Zeit und erfordert sehr viele Ressourcen. Sind Zeit und Personal knapp, bedeutet das Einrichten von weiteren Accounts viel Aufwand. Wie wichtig ist es, sich die Mühe zu machen und wieder geduldig eine neue Fan-Gemeinschaft aufzubauen?

Ich sage: Es kommt darauf an:

  1. Um welche Social-Media-Plattform es sich handelt.
  2. Wieviel Zeit/ Mühe das Unternehmen in Social-Media investieren will und kann.

Generell bin ich der Meinung dass es durchaus Sinn macht, im Rahmen der internationalen Social-Media-Strategie auf unterschiedliche Accounts für verschiedene Länder zu setzen. Social-Media beruht auf lokalen Inhalten und auf Dialog und das geht nunmal am besten in der Landessprache mit den lokal-relevanten Inhalten.

Facebook und Twitter:

Wenn Sie in Bezug auf Facebook und Twitter noch am Zögern sind, dann können die folgenden Gründe für lokale Accounts Sie vielleicht überzeugen:

Der Dialog wird persönlicher 

Ein Account in der jeweiligen Landessprache macht eine direktere Kommunikation mit Landsleuten möglich. Geht es Ihnen nicht auch so, dass Sie sich direkter angesprochen fühlen, wenn die Ansprache auf Deutsch erfolgt, auch wenn Sie sehr gut Englisch sprechen können? Es ist nachgewiesen, dass es somit einfacher ist, mit Kunden bzw. Fans in den Dialog zu treten, was auch dazu führt, dass man mehr Follower generieren kann. Ein Account in der Landessprache kann von lokalen Veranstaltungen berichten, sich mit Fans aus der gleichen Stadt verabreden, lokal stattfindende Gewinnspiele organisieren und zielgerichteter kommunizieren. Die Kommunikation kann somit auch leichter von online zum offline übergehen.

Lokale Suche wird erleichtert 

Im Rahmen der Social-Media-Strategie sollte festgelegt werden, dass je Land auch lokale Inhalte gepostet werden. Also nicht einfach Artikel oder Videos aus einem Land in die anderen Länder kopieren, sondern jeweils für einen Großteil der Postings eigene Inhalte finden, die die Menschen in dem Land interessieren. Damit erreichen Sie auch die lokalen Leute und werden besser gefunden.

Bessere Übersichtlichkeit

Twitter-Accounts die nur in einer Sprache kommunizieren, wirken übersichtlicher, was zur Folge hat, dass ihnen häufiger gefolgt wird. Denn nur wenn die Kommunikation klar und eindeutig wirkt, entsteht bei vielen auch der Wunsch, mehr davon zu lesen.

Schnellere Kommunikation/ Einfachere Organisation

Sobald der Landesaccount vom jeweiligen Country-Manager gepflegt wird, ist der Kommunikationsweg einfach und direkt, in den meisten Fällen wird dieser selbst in der Lage sein, Fragen zu beantworten und auf die Kommentare in Social Media einzugehen. Wird der Account zentral gepflegt und kommen lokale Anfragen, muß erst Rücksprache genommen werden, was zu Zeitverzögerungen führen kann. Gerade Twitter ist schnelllebig, wenn eine Antwort zu lange auf sich warten lässt, verliert das Netzwerk an Wirksamkeit.

Business-Netzwerk LinkedIn:

Am Anfang meines Artikels habe ich erwähnt, dass es auf die Plattform ankommt.

Ich bin zwar ein großer Fan von lokalen Accounts auf Facebook bzw. Twitter. Bei anderen Netzwerken haben Sie wieder andere Möglichkeiten, sich auf internationaler Ebene zu präsentieren. Auf LinkedIn, dem weltweit größten Business-Netzwerk mit ca. 300 Millionen registrierten Nutzern sollten Sie mit einem international tätigen Unternehmen nicht fehlen. Ich empfehle Ihnen, dort eine Unternehmensseite einzurichten und Ihre Postings mit Hilfe des Targeting so zu verteilen, dass jedes Land auch Informationen in seiner Sprache erhält. Dank der Möglichkeit, dass man bei LinkedIn für Unternehmensseiten auch Administratoren ernennen kann, können die Postings in fremden Sprachen von den entsprechenden Country Managern auch selbst erstellt werden.

Bilder-Netzwerke wie Pinterest:

Hier läuft die Kommunikation hauptsächlich über die Sprache und die beigefügten Hashtags erleichtern nur die Suche nach den wichtigsten Begriffen. Je nach Branche oder Produkten ist es für viele Länder völlig ausreichend, wenn mit englisch-sprachigen Hashtags gearbeitet wird. Hier halte ich es nicht für zwingend notwendig, einen extra Account für verschiedene Sprachen einzurichten.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Accounts in der Landessprache? Wie schnell ging es, sich eine kommunikationsbereite Fan-Gemeinschaft aufzubauen? Ich freue mich über Ihr Feedback!

 

 

 

 

 

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