7 Fehler beim beruflichen Netzwerken

Mit Beginn meiner Selbständigkeit musste ich das Thema Networking erst lernen, zumindest in einem anderen Kontext. Zuvor war ich zwar häufiger auf Veranstaltungen wie Messen, Stammtischen oder Konferenzen und habe mir dabei auch ein berufliches Netzwerk aufgebaut, aber das war ja immer mit dem Ziel, Kontakte für den damaligen Arbeitgeber zu finden und beispielsweise Kooperationen aufzubauen.

Seit nunmehr sieben Jahren nimmt das Networking einen neuen Stellenwert für mich ein, weil ich seitdem für mein eigenes Business unterwegs bin. Im Sommer 2012 habe ich mal einen Stammtisch des Bundes für Selbständige in Bayern besucht, wurde auf ein BNI-Frühstück nach Grünwald eingeladen und kam mit der Networking-Gruppe von W.I.N Women in Network in Kontakt, wo ich auch für zwei Jahre Mitglied wurde. Es war damals die genau richtige Entscheidung, weil mir klar wurde: Der Austausch mit Gleichgesinnten ist ungemein wichtig und ich brauchte es, um meine Selbständigkeit voranzutreiben. Nach den meisten Veranstaltungen ging ich gestärkt und sehr motiviert nach Hause.

Heute, 2019 versuche ich einmal im Monat zu einer Veranstaltung zu gehen. Seit einem reichlichen Jahr bin ich Mitglied bei den Webgrrls, gehe gerne zu den Mom-Works-Meetups oder zum MUSO (Münchner Unternehmerinnen Südost) oder dem BBC (Business Breakfast Club). Parallel nutze ich die sozialen Netzwerke und verknüpfe mich dort regelmäßig mit neuen interessanten Personen. Dank dieser Möglichkeiten in München habe ich Kooperationen aufbauen können und neue, inspirierende Freundschaften konnten entstehen.

Ich werde häufiger in meinen Beratungen nach den Do‘s und Dont‘s beim Netzwerken gefragt. Damals, 2012 habe ich auch ein paar Fehler gemacht und beobachte den einen oder anderen kleinen Faux-Pas bei Anderen.

Welche 7 Fehler beim beruflichen Netzwerken sollten Sie vermeiden?

1. Sie fangen zu spät an bzw. wollen mit einem Mini-Netzwerk Resultate sehen

Wo noch kein Netzwerk ist oder nur ein eingeschlafenes Netzwerk vorhanden ist, kann man auch nicht bei der Jobsuche oder Akquise sofort mit großen Erfolgen rechnen. Wirklichen Erfolge sieht man erst nach mehreren Wochen oder manchmal Jahren.

Wer bereits ein Jahr oder länger in Vorleistung gegangen ist und sich sein Netzwerk aufgebaut hat, regelmäßig kommuniziert, tut sich leichter, im Zuge einer Jobsuche auf Kontakte zuzugehen und sie nach offenen Stellen oder auf ausgeschriebene Stellen anzusprechen. Auch das berühmte Angebot, mal wieder gemeinsam ein Bier oder Kaffee zu trinken, kommt weniger plump rüber, wenn man sich in letzter Zeit zumindest auch Online kurz ausgetauscht hat. Fangen Sie daher rechtzeitig an und pflegen das Netzwerken kontinuierlich.

2. Sie drücken sich vor den Offline-Veranstaltungen

Gerade die Introvertierten unter uns, mögen diese Veranstaltungen eher nicht. Was vielleicht tröstet: Viele Netzwerk-Veranstaltungen werden mit einem Vortrag kombiniert. Daher finde ich die Mischung aus Weiterbildung, gemeinsamem Frühstück oder Kaffee und der Vorstellungsrunde für sehr effektiv. Ich mag so große Veranstaltungen auch nicht und empfinde es als anstrengend, so dass ich meinem Schweinehund auch manchmal einen Streich spielen musste. Sobald man aber das passende Netzwerk gefunden hat, ist es wie „Nach Hause kommen“ und die positiven Empfindungen überwiegen. Mit der Zeit trifft man bekannte Gesichter und es wird leichter.

Ich möchte Ihnen, falls Sie auch eher zurückhaltend sind, sagen, dass das kein Hindernis sein sollte. Auf Netzwerkevents sind nicht nur „Rampensäue“ sondern Menschen wie Sie und Ich unterwegs. Vielleicht legen Sie sich ein paar Fragen bereit, welche Sie bei Gelegenheit verwenden. Das kann z.B. sein:

  • Waren Sie schon mal hier? Was machen Sie beruflich?
  • Kennen Sie die heutige Referentin schon?
  • Warum interessiert Sie genau das Thema?

Meistens kommt so das Gespräch sehr gut ins Rollen und ehrlich: mir sind bisher immer sehr nette Gesprächspartner/Innen begegnet.

3. Ihr Online-Auftritt entspricht nicht Ihrem Offline-Auftritt

Auch das gibt es: Bei den Netzwerkveranstaltungen spricht eine Person von Thema X und verweist auf eine Veranstaltung zu einem Gesundheitsthema zu welcher die Teilnehmer eingeladen werden. Am Tag darauf schaue ich mir ihren Online-Auftritt an und stelle fest, dass sie eigentlich SEO-Beratung anbietet und als Mediatorin arbeitet. Ja, was denn nun? Habe ich nicht richtig zugehört oder kann diese Person alles?

Ihre Kurzvorstellung auf Netzwerkveranstaltungen bzw. Ihr Elevator Pitch sollte genau das widerspiegeln, was Sie über Ihre Online-Kommunikation und Ihre Webseite transportieren. Wer sich seiner Sache noch nicht sicher ist, neigt häufig zu Inkonsistenzen in den Online-Präsenzen. Arbeiten Sie daran, denn nur durch eine klare und einheitliche, leicht verständliche Kommunikation Ihres beruflichen Themas, werden Sie auch weiter empfohlen.

4. Sie vermeiden das Netzwerken in sozialen Medien um jeden Preis

Sie sind zwar auf fast jeder Netzwerkveranstaltung und man hat schon mehrere Visitenkarten von Ihnen erhalten. Wenn ich Sie aber auf XING oder LinkedIn suche, finde ich kein Profil bzw. das Profil ist mehr oder weniger leer.

Ich kann Ihnen nur empfehlen: Arbeiten Sie an einem professionellen Profil und füllen Sie in den Business-Portalen XING und/ oder LinkedIn die wichtigsten Bereiche aus. Meiner Meinung nach ist es völlig ok, wenn man sich gegen Facebook entscheidet. Aber eine Webseite sowie ein Profil auf einem Business-Netzwerk sollte nicht fehlen. Tipps für ein professionelles LinkedIn-Profil erhalten Sie z.B. über meinen Newsletter bzw. meinen Leitfaden.

5. Sie vernetzen sich nicht nach dem 1. Kennenlernen

Das habe ich nach meiner 1. W.I.N-Veranstaltung gelernt. Am nächsten Morgen nach der Versammlung hatte ich einige Kontaktanfragen auf XING in der Mailbox und habe diese auch sehr schnell bestätigt. Auch fand ich es sehr schön, dass die meisten Anfragen mit einer persönlichen und freundlichen Nachricht kombiniert worden sind. Diese Angewohnheit habe ich auch recht schnell übernommen.

6. Sie reden nur über Belangloses

Nutzen Sie die Netzwerkveranstaltungen, um über Ihre Themen, also Ihr Business zu sprechen. Sicher, man kann über das Wetter, die nette Referentin und das reichhaltige Frühstück sprechen. Spannend und echtes Business-Netzwerken ist es nur dann, wenn Sie vom Gegenüber eine Idee haben, welche Dienstleistungen er anbietet, wer seine Kunden sind und wie Sie ggf. kooperieren könnten. Und andersherum soll Ihr Gegenüber auch eine Idee bekommen, was Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit machen.

Nach einem kurzen belanglosen Small-Talk darf daher schon über das Geschäft gesprochen werden.

Mit der Zeit entwickelt man auch das richtige Fingerspitzengefühl, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Ich mag daher auch die Netzwerkveranstaltungen besonders gerne, welche die Kurzvorstellungen zu Beginn anbieten, dann kann man in der Pause oder zum Schluss der offiziellen Veranstaltung auf die passenden Personen zugehen.

7. Sie fallen mit der Tür ins Haus

Auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt. Die meisten haben es, aber leider gibt es auch Ausnahmen. Zu Beginn meiner Selbständigkeit wurde ich schonmal um Angebote gebeten, bin zu Treffen persönlich gefahren, obwohl die Person eigentlich nur mit mir ins Gespräch kommen wollte, um ihre eigenen Produkte zu verkaufen. Das kam gar nicht gut an.

Auch Online-Kontaktanfragen, welche im nächsten Schritt mit Angeboten verknüpft sind, mag wohl keiner von uns.

Ein Kontakt ist erstmal nur ein Kontakt. Daraus kann eine Beziehung wachsen, indem man sich bei weiteren Treffen näher austauscht und man sich durch die aktive Online-Nutzung häufiger auch virtuell begegnet. Dadurch sieht man ja das konkrete Angebot der Person. Da braucht es keinen zusätzlichen Hinweis auf das Angebot. Oder, was meinen Sie?

Bonus: Sie haben keine Visitenkarten oder einen Flyer dabei

Papierloses Büro hin- oder her. Ich finde nicht, dass die Visitenkarte aussterben wird oder sollte. Sie können sich auf der Veranstaltung selbst sofort per Facebook, XING oder LinkedIn vernetzen. Das geht schon. Aber eine Karte, welche Sie noch ein paar Tage auf Ihrem Tisch liegen haben, sich die Webseite des neuen Kontakts mal in Ruhe anschauen, hat Chancen, nachhaltiger in Erinnerung zu bleiben.

Gibt es noch weitere Faux-Pas, welche Ihnen beim Netzwerken aufgefallen sind? Ich freue mich auf einen Kommentar hier im Blog.

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Lesen Sie sich in das neue Jahr! Meine Buchtipps für 2018. 

Auch wenn Ihr Bücherregal bereits gut gefüllt ist und Sie im Netz viele interessante Blogartikel finden, kann ich Ihnen nur empfehlen, so oft wie möglich Bücher oder deren eBook-Versionen zu lesen. Holen Sie sich heute ein paar Inspirationen für Ihre berufliche Weiterbildung. Die folgenden Bücher haben mich während meiner Tätigkeit im Jahr 2017 gut begleitet und ich möchte sie Ihnen heute als Tipps für Ihre persönliche Leseliste weitergeben:

Sie werden in Zukunft beruflich häufiger präsentieren und Ihre nächste Präsentation soll selbstverständlich ein Erfolg werden?

Die typischen langweiligen Powerpoints haben ausgedient, sobald Sie mit diesem Buch fertig sind. Garr Reynolds hat richtig tolle Ideen und zeigt diese anhand der unterschiedlichsten Themenbeispiele. Für mein Webinar bei der Führungskräfte-Challenge im Oktober 2017 wurde ich dank des Buches inspiriert und bin sofort auf die Suche nach neuem, emotionalerem Bildmaterial gegangen. Egal ob Sie als Produkt Manager oder selbständiger Berater demnächst einen Vortrag halten, hier finden Sie neuen Schwung für Ihre Folien. Schauen Sie sich „Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren“ näher an.

Erfolg und ein erfülltes Leben. Ein Ratgeber von Bodo Schäfer

Im Rahmen meiner Masterzirkel-Gruppe bekam ich zu Beginn des Jahres den Tipp einer Selbständigen, dass ihr das Buch „Die Gesetze der Gewinner“ von Bodo Schäfer in der Anfangszeit ihrer Selbständigkeit sehr geholfen hat und sie immer wieder einen Blick reinwirft. Der kleine Ratgeber enthält 30 Gesetze, welche anschaulich und leicht verständlich erklärt werden. Um möglichst viel aus dem Buch herauszuholen, schlage ich vor, jeden Tag ein Gesetz zu lesen und zu verinnerlichen und sich kleinere Aufgaben, welche am Ende jedes Kapitels stehen, umzusetzen. Für mich ist es ein Buch, welches ich noch häufiger in die Hand nehmen werde.

Sie lieben gute Literatur und suchen nach einem besonderen Ratgeber für Ihre Führungstätigkeit?

Mit „Führen neu denken – Management in Aphorismen“ halten Sie ein ganz besonderes Buch in den Händen. Die schlichte Aufmachung enthält bekanntere und unbekanntere Zitate von Persönlichkeiten wie Warren Buffett, Johann Wolfgang von Goethe, Nietzsche, Titus Livius, Theodore Roosevelt und anderen. Der Autor und Führungskräfte-Coach Bernd A. Wilken widmet sich in jedem seiner 45 Kapitel einem Zitat und erläutert es auf anschauliche und auf literarisch hochwertige Weise an alltäglichen Führungssituationen. In meinen Augen ist es das ideale Geschenk für jede Führungskraft. Sei es für jemanden, der neu befördert worden ist oder jemanden, der bereits einige Jahre Erfahrungen in dem Feld gesammelt hat.

Selbstinszenierung verstehen und damit umgehen

Seit einiger Zeit folge ich den interessanten Status Updates von Monika Matschnig zur Körpersprache. Sie ist nicht nur ein sehr gutes Beispiel wie man LinkedIn für sein Personal Branding nutzen kann. Ihre Tipps, welche Sie mehrfach in der Woche postet, sind meist Verlinkungen auf ihre Blogartikel wie z.B. Tipps rund um das Thema Lampenfieber, wohin mit den Händen beim Präsentieren oder sie nimmt aktuellen Bezug zu einem Händeschlag des derzeitigen US-Präsidenten. Hin- und wieder berichtet sie von Vorträgen zu Gestik und Mimik. Als ich letztes Jahr einen Gutschein für den Buchladen hier im Stadtviertel einlösen konnte, war ich hocherfreut, von der mir bereits bekannten Person ein Buch zu entdecken. „Die Macht der Wirkung“ spricht über die Selbstinszenierung und wie man damit umzugehen lernt. Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Barack Obama, Putin, Clinton werden von einer, teils anderen Seite beleuchtet und der Leser lernt, inwieweit man die perfekte Selbstinszenierung lernen kann. Ein Ratgeber der aufzeigt, wie wichtig die Kompetenz der Wirkung ist und dass man sie sehr wohl erlernen kann.

Sie erinnern sich an Bücher, welche Sie dieses Jahr oder davor inspiriert haben? Gerne schreiben Sie dazu einen Kommentar.

Meine Eindrücke aus dem E-Trainer-Kongress am 9. April

Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit am E-Trainer-Kongress 2016 teilzunehmen, welcher am 8. und 9. April online stattgefunden hat. Es war mein erster kompletter E-Kongress, nachdem ich 2012 selbst als Lernende ein E-Training bei der Social-Media-Akademie absolviert hatte und aus dieser Erfahrung heraus das E-Learning auch anderen empfehlen kann.

Warum habe ich mich für den E-Trainer-Kongress angemeldet? Ausschlaggebend waren:

  • Mein Interesse, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
  • Ich wollte gute Impulse für bessere Webinare und Online-Trainings in Unternehmen bekommen.
  • Mich in Sachen Trends informieren wollte, was in der Welt der Webinare heute „IN“ ist und wie ich daran teilhaben kann.
  • Ich wollte Know-How sammeln für mein Video-Training, welches ich derzeit in Arbeit habe.

Der Kongress startete für mich am Samstag morgen kurz vor 9:00 Uhr. Am Freitag war es zeitlich leider nicht möglich, dabei zu sein. Da wir samstags eher später frühstücken, hat mir mein Mann Pancakes und Kaffee an den Arbeitsplatz gebracht, so dass ich vorher sogar ausschlafen konnte. Als E-Kongress-Plattform wurde mit Vitero (Virtuell Team Room) gearbeitet, eine E-Kongress-Plattform, welche ich noch nicht kannte. Wir haben am Abend vorher einen Sound-Test durchgeführt und glücklicherweise klappte alles reibungslos. Das Einwählen am Samstag ging dann sehr fix und ich wurde von einer freundlichen Moderatoring um 8.45 Uhr begrüßt, welche erste technische Checks durchgeführt. Ich fühlte mich sofort angesprochen und willkommen und bekam einen sehr guten ersten Eindruck. Das ist auch ein Punkt, den ich mir für die eigenen Webinare merken werde: direkte Ansprache der Neu-Eingewählten Teilnehmer, lieber etwas mehr kommunizieren, als zu wenig, damit sie sich willkommen fühlen.

Die 10 Gebote erfolgreicher Online-Präsentationen

Die erste Präsentation wurde von Katja Königstein durchgeführt und es ging um die 10 Gebote professioneller Online-Präsentationen. Es waren interessante, neue Aspekte dabei. Denn ich wusste z.B. nicht, dass 55% der Aufmerksamkeitsmagnete in einer Präsenz-Präsentation über die Körpersprache geleistet werden. Wie verteilt sich das dann bei einer Online-Präsentation, bei welcher der Vortragende nicht zu sehen ist?

Uns Zuhörern wurden einige Aspekte vermitteln, was wir in Präsentationen beachten sollten, um genau die fehlende Körpersprache „wettzumachen“. Einige Punkte waren mir nicht neu, wie z.B. das Bilder besonders gut ankommen, über einige Punkte wie die richtige Anzahl an Bullett-Points in Präsentationen hatte ich mir nie so viele Gedanken gemacht. Frau Königstein hat in ihrem Vortrag geschickt einige Tools von Vitero eingesetzt, so dass der Vortrag wie im Fluge verging. Man war von der 1. bis zur letzten Minute gefordert und konnte Feedback geben, Umfragen beantworten. Mitgenommen habe ich für mich, dass ich in Zukunft mit bestimmten Satzanfängen arbeiten werde, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren und meine Zuhörer noch besser anzusprechen. Meine Folien werden mehr Bilder und weniger Text enthalten. Ich denke auch über passende Handouts nach. Ganz wichtig für E-Trainings und Webinare: „Machen Sie Ihre Zuhörer zu Mit-Denkern“. Ein Punkt, den jeder Vortragende beherzigen sollte.

Außergewöhnliche E-Learning-Projekte in Deutschland

In einer weiteren Präsentation wurden die Teilnehmer in besondere E-Learning-Projekte eingeweiht. Einmal E-Learning für Schülerinnen und Schüler am Rande der Beschulbarkeit und ein Projekt der Universität Ulm (ZAWiW – Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm) wo es um mobiles Lernen im Alter bzw./ Seniorenstudien ging. Gerade das erste Projekt fand ich sehr spannend, es war mir gar nicht bewusst, dass es dies in Deutschland überhaupt gibt und umso begrüßenswerter, dass auch junge Menschen mit fast aussichtsloser Situation eine Chance auf innovatives Lernen bekommen können. Die vorgestellten Aufgaben wie z.B. Matheaufgaben des Klett-Verlages waren sehr anschaulich und gut nachvollziehbar. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dies in Zukunft für Kinder mit chronischen Erkrankungen, längeren Krankenhausaufenthalten etc interessant sein könnte.

 

Online-Workshop „Persönlichkeit & Kreativität“

Nach der Mittagspause ab 13 Uhr habe ich mich für einen Workshop zum Thema „Persönlichkeit & Kreativität“ eingetragen. Nun, ich hatte keinerlei Vorstellung, was da auf mich zukommen würde. Immerhin handelt sich um die Vermittlung von Soft-Skills, was sicherlich im Rahmen einer Online-Veranstaltung nicht ganz einfach ist.

Erlebt habe ich eine sehr angenehme Referentin, Frau Stephanie Mertens von Wissen-und-Tun, mit einer ruhigen und erfahrenen Art. In ihrem Vortrag wurden nicht nur viele Vitero-Tools eingesetzt um den Workshop lebendig zu halten, sondern die Teilnehmer waren wirklich wie in einem Workshop ständig gefordert, mitzuarbeiten. Man war die ganze Zeit involviert, wie bei einem echten Kongress „anwesend“ und konnte sich mit eigenen Meinungen per verwendeter Textfelder oder Audio mit einbringen. Letzteres funktionierte meistens auch ganz gut, hin- und wieder war die Internet-Verbindung der Teilnehmer nicht 100% perfekt, so dass es zu Ton-Abbrüchen kam. Man konnte sich allerdings auch telefonisch einwählen, um dieses Problem zu vermeiden. Im Kongress wurde häufiger erwähnt, dass Vitero nicht 100% auf Macs funktioniert, für meinen Fall kann ich das allerdings nicht bestätigen.

Durch die bereitgestellte Hand-out-Datei von Frau Mertens habe ich ein Dokument, mit welchem ich weiterarbeiten kann. So kann ich in Zukunft daran arbeiten, noch an meiner Persönlichkeit zu feilen, was als Unternehmerin sehr wichtig ist. Es wurden viele Fragen gestellt, welche mich zum Nachdenken angeregt haben. Charisma kann erlernt werden, es liegt keinem in der Wiege.

 

Kreative Webinar-Techniken – Bewegungstipps, Übungen für Körper und Geist

Auch das nächste Thema, in meinem Fall war es „Kreative Webinar-Techniken“ klang spannend und wurde außerdem noch extrem kurzweilig, sehr spielerisch von Zamyat M. Klein von Zamyat-Seminare/ OAZE-Online-Akademie präsentiert. Ich habe sie als eine sehr erfahrene Trainerin, welche seit 1980 in Präsenzseminaren ihr Können zeigt, erlebt. Die Workshop-Teilnehmer lernten sehr schöne, kreative Online-Training-Techniken kennen welche auch sofort im Workshop dank der Online-Trainings-Tools von Vitero spielerisch ausprobiert wurden.

Noch bin ich nicht sicher, ob ich demnächst in Webinaren eine Yoga-Session, Augen-Übungen oder Konzentrationsübungen einsetzen werde. Auf jeden Fall kenne ich nun ein geniales Spektrum an Übungen bzw. Energizern um mein Publikum bei Laune oder in Bewegung zu halten, es auf das was kommen wird, zu fokussieren. Anbei ein Screenshot vom A-B-C-Spiel, welches Körper und Geist fit hält. Im Workshops wurden auch Webinar-Methoden für die verschiedenen Seminarphasen vorgestellt. Diese letzten 90 Minuten vergingen durch die Übungen im Fluge und ich freue mich nachträglich sehr, dass ich mich genau für diese Session entschieden hatte.

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Alle Teilnehmer hatten vor Beginn des Kongresses die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Workshops zu entscheiden. Diese Entscheidung fiel mir anfangs nicht leicht, da alle Themen sehr interessant klangen.

Mein Fazit:

Abschließend kann ich sagen, dass ich neben den vielen interessanten Impulsen aus den Workshops mich noch mit einigen Teilnehmern vernetzen und im Nachhinein austauschen werde. Vielen Dank an Anja Röck und Team für die sehr gute Organisation. Eine Samstags-Investition die sich für mich gelohnt hat!

Meine Buchtipps für lange Herbstabende

Die Abende werden wieder länger und was gibt es Schöneres als es sich auf dem Sofa bequem zu machen und zu lesen. Egal ob Sommer oder Winter, wenn ich es einrichten kann und Zeit zum Lesen finde, dann genieße ich das sehr. Die folgenden Bücher habe ich in den letzten Wochen mit Freude gelesen und sie haben mich in irgendeiner Weise inspiriert. Gerne gebe ich sie heute als Buchtipps für den Herbst weiter.

Quiet“ von Susan Cain

Ich gehöre selbst eher zu den introvertierten Menschen der Gesellschaft und habe mich in den Beschreibungen so oft wiedererkannt. Gewisse Verhaltensmuster konnte ich richtig gut nachvollziehen. Auch das Verhalten engerer Mitmenschen in gewissen Situationen, kann ich seitdem ich „Quiet“ gelesen habe, besser einordnen.

Besonders spannend fand ich die Studien mit Kindern und Jugendlichen, wie früh man eine Neigung erkennen kann und wie wichtig es ist, dass Introvertierte alleine und in Ruhe arbeiten dürfen. So habe ich an dem Tag beschlossen, dass das Erledigen der Hausaufgaben idealerweise doch im eigenen Zimmer und nicht am Familientisch passieren sollte. Ich verstehe auch, warum ich mich hier in meiner Selbständigkeit so wohl fühle und so gut alleine für mich arbeiten kann.

Eigentlich sollte jeder, egal ob extrovertiert oder introvertiert, dieses Buch lesen. Es hilft, andere Menschen besser zu verstehen und mit ihnen klarzukommen.

Lean in“ von Sheryl Sandberg

In meinen Augen, ein Muß für jede Frau, welche beruflich etwas erreichen möchte. Sheryl Sandberg schreibt als COO bei Facebook über ihre beruflichen Erfahrungen bei Google, ihre Schwangerschaften, welche sie als Führungsperson erlebt hat und welche Beobachtungen sie als weibliche Führungskraft machen konnte. Ihre Beschreibungen waren sehr sympathisch, leicht nachvollziehbar und haben mir Einblicke in eine Welt gegeben, die ich zwar kannte, aber nie so wahrgenommen habe. Ihre Beobachtungen über das weibliche Verhalten in Meetings, bei Konferenzen etc zeigen, wie anders wir sind und warum das Verhalten so oft dazu führt, dass Männer eher in Führungsrollen zu finden sind. Sie beschreibt, wie sich zumindest einige Barrieren umgehen lassen, um Frauen den Weg in die Führungsetagen zu zeigen. Ich rate jungen Frauen mit Karrierewünschen, sich das Buch genauer anzusehen. Es liest sich schnell und kann immer wieder zu Rate gezogen werden.

Der Elefantenflüsterer“, von Antony Lawrence und Graham Spence

Dieses Buch habe ich im Urlaub am Strand gelesen. Es war ein wunderbarer Ausflug in die Weiten Afrikas. Seit meiner Kindheit mag ich Elefanten sehr gerne. Seit einem Erlebnis in einem Zirkus vor vielen Jahren sehe ich allerdings das Halten in Zoos oder im Zirkus eher kritisch. Umso spannender fand ich diese ausführliche Beschreibung des Lebens mit Elefanten in einem Wildreservat wo sie in ihrem natürlichen Lebensumfeld leben dürfen. Die Erlebnisse mit den riesigen Säugetieren haben mir die Tiere noch viel näher gebracht und einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass Tiere in ihrer gewohnten natürlichen Umgebung leben dürfen. Fasziniert hat mich der enorme Aufwand, den das Halten dieser Tiere für den Reservats-Besitzer bedeutete, wie viel Zeit und Energie er verwendet hat, um diese wunderschönen feinfühligen Tiere zu halten und ihnen den Respekt zu geben, den die verdienen. Gerne würde ich mal eine solche Tour nach Afrika unternehmen um die sanften Riesen zu sehen und ihren Anblick genießen zu dürfen. Antony Lawrence schreibt sehr sympathisch, leicht verständlich, bei seinen ausführlichen, oftmals sehr spannenden Beschreibungen wollte ich das Buch kaum weglegen. Eine Szene mit dem todkranken Elefantenbaby hat mich zu Tränen gerührt und ich war regelrecht traurig, als ich mit dem Buch fertig war.

 

Was haben Sie zuletzt gelesen und hat Sie inspiriert? Ich freue mich auf Ihren Kommentar hier im Blog!

Meine 10 Highlights der Cross-Border-Commerce 2014 in Wiesbaden

Crossborder-Juni2014

Lange geplant und heute fertiggestellt: Mein Bericht meiner Teilnahme an der Cross-Border-Commerce 2014 in Wiesbaden, welche am 17. und 18. Juni stattgefunden hat. Die Agenda klang für mich sehr vielversprechend, denn alle Themen beschäftigen mich im Rahmen meiner Beratung bzw. sind für meine Kunden ein aktuelles Thema.

Gestartet wurde die Konferenz mit einer Präsentation von Christoph Wenk-Fischer, dem Hauptgeschäftsführer vom bevh mit den Zahlen einer aktuellen bevh-Studie, sowie Fakten anderer eCommerce-Studien zum europäischen Cross-Border-Commerce. Dieser Einstieg wurde noch abgerundet durch Einblicke in eine von OC&C Strategy Consultants und Google gemeinsam durchgeführte Analyse. Neben vielen statistischen Daten wurden den Teilnehmern Beispiele für Lokalisierungen gezeigt, und was sich anhand der Markt-Recherchen für Strategien in puncto mobile Marketing sagen lässt.

Im Anschluss wurde in den zahlreichen Vorträgen von Vertretern namhafter Unternehmen wie Bon Prix, eBay, Glossybox, SapientNitro sowie Beratungs-Agenturen wie Trusted Agents und Yangdongxi, China das Thema internationaler Export aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Die Teilnehmer erhielten einen sehr guten Einblick in unterschiedliche Aspekte und Herausforderungen, die sich einem Unternehmen stellen, wenn es über die Grenzen hinaus verkaufen möchte.

Meine 10 Highlights der Cross-Border-Commerce habe ich hier für Sie zusammengetragen:

  1. Das Thema Lokalisierung wurde in verschiedenen Präsentationen angesprochen. Ganz ohne geht es wohl in den wenigsten Fällen, da sprachliche und interkulturelle Anpassungen erfolgen sollten. Besonders interessant war das Beispiel von Bon Prix. Das Mode-Unternehmen aus Hamburg hat schon seit Anfang der 90-er Jahre fleissig Expansions-Erfahrungen gesammelt. Thomas Carroux berichtete über seine Erfahrungen mit der Expansion in die Türkei und ich war überrascht, dass der Bon Prix-Katalog in der Türkei die gleichen Produkte/ Bilder enthält wie der für die deutschen Kunden.
  2. Im Vortrag von Luis Hanemann von der SEO-Beratung Trust Agents wurde deutlich, dass dank Online-Marketing die Internationalisierung um einiges einfacher geworden ist. Tools wie Google Market Finder, Google Keyword Planer, Searchmetrics bzw. Brandwatch sind teilweise kostenlos und liefern wichtige Informationen über andere Märkte.
  3. Im Vortrag von Joachim Bader von SapientNitro wurden interessante Marketing-Aktivitäten großer Unternehmen wie Lufthansa und Marks&Spencer dargestellt. Letzterer konnte mit seinen innovativen Maßnahmen innerhalb von zwei Jahren in 10 Länder expandieren.
  4. Andere Unternehmen sind von Anfang an international aufgestellt. Born Globals gibt es bei größeren als auch bei kleineren Unternehmen. Ein Beispiel für ein Start-up welches von Anfang an international aufgestellt war, ist Glossybox wie der Gründer Charles von Abercron während einer Panel-Diskussion darlegte. Er startete 2011 mit den Überraschungs-Beauty-Boxen und ist jetzt auf 3 Kontinenten und in 10 Ländern aktiv.
  5. Internationale Auslandsexpansion heißt für viele Unternehmen, sich näher mit den Möglichkeiten auf dem chinesischen Markt auseinander zu setzen. Der Markt ist riesig, bietet aber viele Tücken, die man kennen sollte. Ein Experte für sein Gebiet ist hier Ralf Zhang, Wirtschaftsinformatiker welcher Hangzhou Yangdongxi e-Commerce Co. Ltd. gegründet hat und Unternehmen berät, welche den chinesischen Markt erobern möchten. Ausgewählt wurde er vom China Zoll für Pilotprojekte im Cross-Border-Import-B2C. So berichtete er über Möglichkeiten, „das chinesische Tor zu öffnen“. Stellte Online Market-Places wie Tmall vor und erläuterte den traditionellen Weg über B2B2C zu verkaufen und warum Cross-Border B2C eine gute Alternative sein kann.
  6. Desweiteren wurde die Partner-Plattform www.Weltweitwachsen.de von Google vorgestellt. Diese Online-Plattform unterstützt Unternehmen dabei, über das Internet neue Märkte zu erschließen. Hier finden Interessierte, Experten-Wissen, Fakten zum Thema digitaler Export und unterstützende Tools für die Markt-Recherche.
  7. Die meisten Suchanfragen werden im Netz übrigens für Bekleidung getätigt. Das betrifft immerhin 78 Prozent der Suchanfragen. In Deutschland haben 46% der Bevölkerung schon online Cross-Border gekauft, am liebsten Bekleidung im Lieblingsland UK (Quelle: postnord).
  8. Laut eMarketer waren 2012 die fünf umsatzstärksten eCommerce-Länder die USA, China, UK, Japan und Deutschland.
  9. Michael Kilger, Managing Director EMEA & APAC von eBay erläuterte in seinem Vortrag eine systematische Herangehensweise wie man in wenigen Monaten eine Expansion mit nur einer weiteren Sprache vorantreibt. Angefangen mit einer deutschen Sprachversion lassen sich mit einer englischen Erweiterung weitere Sprach-Räume wie skandinavische Märkte und UK ansprechen und ca. 68% Marktabdeckung in Europa erreichen.
  10. Eine Auslandsexpansion bringt oft ungeahnte Möglichkeiten. Besonders interessant fand ich das Beispiel, dass ein Lederhosen-Hersteller nach einer Markt-Recherche herausgefunden hat, dass die meisten Suchanfragen nach Lederhosen aus Brasilien kommen. Warum? Ganz einfach: In Blumenau gibt es das zweitgrößte Oktoberfest der Welt und wer richtig dabei sein will, erscheint dort auch entsprechend zünftig mit einer Lederhose.

Ich könnte mit Sicherheit noch mehr interessante Einblicke gewähren, das würde aber den Rahmen dieses Artikels etwas sprengen.

Der 2. Tag war nicht weniger interessant. Er hat nachdem am 1. Tag viel Optimismus und Leichtigkeit verbreitet wurde, deutlich gemacht, wie komplex das Thema Auslands-Expansion ist und wie individuell doch jedes Land betrachtet werden sollte. Trotz EU-Richtlinien gibt es noch viele lokale Eigenschaften, sprachliche Besonderheiten und kulturelle Unterschiede, die das Thema so spannend machen. Im Praxis-Workshop am Mittwoch wurden für die Diskussion am Vormittag neben Lukas Bühlmann und Herrn Dr. Schirmbacher von Härting Rechtsanwälte eCommerce-Rechtsanwälte aus Frankreich, Spanien und Österreich eingeladen. Interessant und übersichtlich aufbereitet haben sie jeweils die Besonderheiten ihres Landes im eCommerce erläutert, die man im Cross-Border-Geschäft kennen sollte. Repräsentantin für den polnischen Markt war Julia Mandel von Trusted Shops.

Nach einem leckeren Mittagessen auf der Terrasse gewährte Herr Vassil Tcherveniachki von Flick Gocke Schaumburg wichtige Einblicke in Praxisfälle im Cross-Border-Commerce aus ertragssteuerlicher Sicht und Herr Robert Hammerl von Küffner Maunz Langer Zugmauer aus München referierte über die Umsatzsteuer beim eCommerce in der EU und was sich für Online-Händler ab 2015 ändern wird.

Für mich bot die Veranstaltung eine sehr gute Gelegenheit, mich mit den Teilnehmern zu deren Erfahrungen und Meinungen auszutauschen und ich konnte aus den Vorträgen sehr viele interessante Aspekte mit nach Hause nehmen. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, bin ich gerne bei der nächsten Veranstaltung wieder dabei.

Sie möchten mehr zum Thema Export Marketing, internationales Social Media bzw. Tipps für Auslands-Expansionen erhalten? Dann melden Sie sich jetzt gleich für meinen Newsletter an: http://eepurl.com/HMoAD

 

Checkliste: Eignen sich Ihre Produkte für eine Auslands-Expansion?

Assessment of the quality of services Je nachdem, welches die Beweggründe einer Auslandsexpansion sind bzw. je nachdem ob ohnehin schon eine Vielzahl an Anfragen aus dem Ausland eingehen, so stellt sich jedes Unternehmen die Frage, ob sich sein Produkt wirklich für eine Auslands-Expansion eignet. Je mehr Punkte Sie in meiner Checkliste mit „Ja“ beantworten können, desto erfolgreicher kann sich eine Auslandsexpansion für Sie gestalten. Idealerweise wird diese für verschiedene Länder separat ausgefüllt:

Checkliste:

  • Sie haben generell genug Ware verfügbar.
  • Sie wissen bereits, dass Sie für Ihre Produkte auf anderen Märkten höhere Preise verlangen können.
  • Ihre Produkte sind leicht zu erklären und die Beschreibungstexte im e-Shop eher kurz. Das erspart Ihnen aufwendige Übersetzungsleistungen bzw. hohe Kosten.
  • Sie verfügen über die finanziellen Mittel um sich für eine Internationalisierung von externen Beratern unterstützen zu lassen.
  • Sie haben schon Anfragen aus dem Ausland erhalten.
  • Die Anfragen, die Sie erhalten haben, konnten Sie ohne große Schwierigkeiten bearbeiten.
  • Sie haben in einem oder mehreren Ländern ein Netz aus potentiellen Geschäftspartnern und Kunden.
  • Der Versand Ihrer Produkte ist zu relativ geringen Versandkosten möglich.
  • Ihre Produkte haben im Online-Shop überwiegend sehr gute Bewertungen erhalten.
  • Sie selbst oder Mitglieder im Team sind einer Internationalisierung nicht abgeneigt und bringen Auslandserfahrungen mit.
  • Die für Sie interessanten Märkte sind kulturell nicht allzu weit von der deutschen Kultur entfernt.
  • Ihnen ist bewusst, dass sich der Geschäftserfolg aus Deutschland nicht einfach so ins Ausland kopieren lässt!

Diese Checkliste lässt sich nun für verschiedenen Stadien einer Auslandsexpansion ergänzen. Je nachdem wieviele Informationen Sie schon über andere Länder und das Expansionspotential für Ihre Produkte gesammelt haben, werden Sie spüren, ob Sie die Fragen einfach beantworten können oder ob Sie noch mehr Informationsbedarf zum Thema Auslandsexpansion haben. Die wohl wichtigsten Grundlagen für dieses große Projekt sind:

  1. Sie benötigen die richtigen Leute im Team.
  2. Sie benötigen die finanziellen Mittel um sich sowohl personell als auch organisatorisch auf den neuen Markt einzustellen.
  3. Sie benötigen sehr viel Hintergrundwissen über den Zielmarkt in Form von Marktanalysen und
  4. Sie benötigen sehr viel Zeit und eine große Portion Geduld.

Wenn Sie diese Grundlagen bejahen können, haben Sie gute Chancen für eine erfolgreiche Auslandsexpansion! Sie interessieren sich für das Thema und möchten mehr zu internationalem Social Media, Marktanalysen, Export Marketing bzw. internationale Webseiten erfahren? Dann abonnieren Sie doch gleich meinen Newsletter:  http://eepurl.com/HMoAD.

Hin und Weg: Die Welt der globalen Kinder

 

    Ein Gespräch mit Doris Traudt

In meinem heutigen Blogartikel geht es auch um Internationalisierung, allerdings nicht im Unternehmen sondern welche Auswirkungen es hat, wenn Mitarbeiter ins Ausland geschickt werden, um dort den Markt zu erschließen. In großen Unternehmen oder beim Auswärtigen Amt stehen diese Entsendungen auf der Tagesordnung. Für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet das nicht nur, dass sie auf eine neue Arbeitsumgebung und ein neues Aufgabengebiet treffen, sondern die Zeit in einem anderen Land bzw. anderen Kultur prägt das Leben der Familien nachhaltig.

 

InterviewDank des Unternehmerinnen-Netzwerks W.I.N hatte ich die Gelegenheit, Doris Traudt kennenzulernen und mehr über ihre Arbeit als Coach für hochmobile Familien zu erfahren. Ihr besonderes Augenmerk gilt mitreisenden (Ehe-) Partnern und den Kindern in diesen Familien. Was es bedeutet, Teil einer hochmobilen Familie zu sein hat sie selbst erlebt, als sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Südafrika wohnte. 2010 kehrten sie von dort zurück. Heute lebt Doris Traudt mit ihrer Familie in Karlsruhe. Mehr zu ihrer Tätigkeit erfahren Sie hier auf Ihrer Webseite I am home.

 

In einem Gespräch habe ich mehr über ihre eigenen Erfahrungen als Expat erfahren dürfen, was der Auslandsaufenthalt für ihren Sohn bedeutet hat und welche Tipps sie geben kann, wenn ein solcher Schritt in der Familie ansteht.

In Deiner Berufsbezeichnung taucht der Begriff „hochmobile Familien“ auf. Was verbirgt sich genau dahinter und wer gehört dazu?

Es handelt sich um Menschen, die zeitweise nicht in ihrem Heimatland leben (Flüchtlinge ausgenommen. Weltweit sind es mehr als 200 Millionen Menschen. Wie viele Deutsche nun im Ausland leben, – die sogenannten ‚Expatriates‘ oder auch ‚Expats‘-, ist gar nicht so leicht zu beziffern. Zwar meldet das Statistische Bundesamt, dass jährlich mehr als 140.000 Deutsche das Land verlassen (fast genauso viele kommen auch wieder zurück), aber nicht jeder Expat meldet sich für die Zeit seines Auslandsaufenthaltes in Deutschland ab. Vermutlich leben aber mehr als 2 Millionen Deutsche zumindest zeitweise im Ausland, und die Anzahl steigt von Jahr zu Jahr. Das hat vor allem mit Veränderungen in der Arbeitswelt zu tun. Immer mehr Firmen schicken Mitarbeiter für ein paar Jahre ins Ausland, und viele nehmen ihre Familien mit. Der Trend, mit Familie rauszugehen hat sich in den letzten Jahren verstärkt.

Du hast Dich auf die Beratung dieser Familien, insbesondere der Frauen und Kinder spezialisiert und warst ja selber einige Jahre im Ausland. Welche eigenen Erfahrungen hast Du gemacht?

2005 sind mein Mann und ich mit unserem Sohn nach Südafrika gezogen. Ich kann mich erinnern, wie meinem Mann die Tränen kamen, als wir mit unserem damals 9-jährigen Sohn zum ersten Schultag in Johannesburg gingen. Es schien uns ein größerer Schritt zu sein, unseren Sohn auf eine ausländische Schule zu schicken, als auf eine deutsche. Es war auch in Johannesburg eine Waldorfschule, wie es zuvor in Deutschland ebenfalls eine Waldorfschule gewesen war. Aber: jetzt war sie englischsprachig. Wir waren mutig und verzweifelt, hatten keine Ahnung, ob das nun wirklich die richtige Entscheidung war, hierher gezogen zu sein. Wir ahnten irgendwie, dass die Zeit an einer südafrikanischen Schule unseren Sohn verändern würde. Dass er aber zu einem sogenannten ‚Third Culture Kid‘ werden würde, zu einem ‚Drittkulturkind‘, das wussten wir nicht. Drittkulturkinder entwickeln sich etwas in der Kultur ihres Herkunftslandes, und sie übernehmen ebenso etwas die Kultur ihres Gastlandes. Sie entwickeln so eine ganz eigene Lebenskultur. Solche Kinder sprechen nach der Rückkehr von einem Auslandsaufenthalt meistens noch gut deutsch, werden aber von Kindern, die Deutschland nie verlassen haben oft nicht so richtig verstanden. Treffen Drittkulturkinder aber auf andere Drittkulturkinder, verstehen sie einander sofort.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich jüngere Kinder sehr schnell auf neue Situationen einlassen und schneller neue Freunde finden. Wie war das bei Euch?

Das ist richtig. Jüngere Kinder haben es dabei leichter als ältere. Sie lernen die Sprache des Gastlandes schneller, sie lassen meistens nicht so viele enge Freunde zurück, sie sind noch nicht so eng an eine Schulwelt gebunden. Unserem damals 9-jährigen Sohn war allerdings schon beim Rausgehen schmerzlich bewusst, dass er von da an neue Freundschaften aufbauen würde, von denen er sich nach ein paar Jahren aber wieder verabschieden werden müsse. Unser Sohn hat sich sehr gut an die neue Situation gewöhnt und davon profitiert. Nach 2 Jahren sprach er fließend englisch, besser als deutsch.

Worauf sollte man schon in der Vorbereitungsphase achten um das Einleben in der neuen Kultur zu erleichtern? Welchen Tipp kannst Du diesen Familien geben?

Ich halte eine gute Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt für die Kinder schon vor der Ausreise für wichtig. Sie sollten schon lange vor dem Abreisetag in den Wechsel miteinbezogen werden. Sie brauchen auch dann schon ein Gefühl der Sicherheit: die Großeltern wohnen weiterhin am gewohnten Ort; wir werden sie besuchen kommen. Feste Rituale einen die Familie, geben den Kindern Halt.

Die erste Zeit im neuen Land ist die Zeit der Euphorie: Ankunft im neuen Land, ein anderes Wetter, eine andere Sprache, anderes Essen. In dieser Phase geht es Eltern wie Kindern meistens gleichermaßen gut. Der Umzugswagen kommt, ein neues Haus, eine neue Wohnung wird eingerichtet. Großes Abenteuer: die neue Schule, neue Klassenkameraden. Hier werden die Kinder unterschiedlich reagieren: manche werden leicht Anschluss finden, vergessen schnell die in Deutschland gebliebenen Freunde. Andere brauchen noch intensiven Kontakt mit ihren früheren Klassenkameraden. Auch hier gilt: Sicherheit vermitteln. Die Familie ist der Ort der Sicherheit, der Geborgenheit. Hier wird untereinander noch deutsch gesprochen. Die Grundstimmung zum Leben im Gastland sollte positiv sein.

Warum hälst Du ein Coaching gerade für die Frauen für so wichtig und wie hast Du die Situation erlebt, als Du in Südafrika warst?

Nach der Euphorie teilen sich die Erlebniswelten der Familienmitglieder oft: der berufstätige Teil der Familie , – auch in der heutigen Zeit meistens noch der Mann (aber: langsam ändert es sich!) -, hat eine Beschäftigung, kommt nicht zum Nachdenken. Die Kinder gehen in der Schule meistens einen guten Weg, brauchen aber weiterhin Sicherheit.
Die Ehefrau allerdings hat keine Arbeitserlaubnis, hat nichts zu tun, sucht verzweifelt nach Sozialkontakten. Sie fällt oft in ein tiefes Loch, erlebt eine Phase der Krise. Spätestens jetzt ist Coaching angesagt, diese Menschen brauchen Hilfe. Wie oft habe ich meinen Mann verflucht, dass sein Job uns nach Südafrika ‚verbannt‘ hatte? So empfand ich das, vor allem im ersten Jahr.

Welche Empfindungen hast Du nach einigen Jahren, die Du nun wieder in Deutschland bist?

Was bleibt? Ein ewiger Drang nach Rausgehen, nach Unterwegs-Sein? Oder der Wunsch nach einem Zuhause? Beides stimmt. Aber das Gefühl, ein Weltbürger zu sein, das bleibt.

Vielen Dank für das interessante und vertrauensvolle Gespräch. Kennen Sie Familien, die im Ausland gelebt haben? Oder welche eigenen Erfahrungen haben Sie mit diesem Thema gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Portraitfoto: Elisabeth Pfahler-Scharf, die Emotionsfotografin 

„Ici on parle Franҫais!“ oder meine Beobachtungen im französisch-sprachigen Internet

tablette et drapeau Français : parlez-vous français

Französisch ist eine wunderschöne melodische Sprache und wem hierzulande ist nie aufgefallen, für wieviele technische Begriffe der Franzose ein eigenes wohlklingendes Wort gefunden hat. Während bei uns vor allem in der IT-Sprache ein neues englisches Wort nach dem anderen Einzug hält, hört man seit Jahren in Frankreich Wortkreationen für technische, internet-affine Begriffe. Ich denke hier an Begriffe wie „ordinateur“ für Computer oder „baladeur“ für Walkman, um zwei altbekannte Beispiele zu nennen. In diesem Artikel schreibe ich über meine Beobachtungen der jüngsten Zeit.

Mit Social Media, Web 2.0 und dem alltäglichen Umgang mit Technik, frage ich mich allerdings, inwieweit sich Anglizismen in Frankreich nicht doch so langsam durchsetzen. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto schwieriger lässt es sich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Auf der einen Seite gibt es da die Puristen, die die französische Sprache bewahren möchten und sich verschiedene Möglichkeiten überlegt haben, um sie zu schützen. An erster Stelle fällt mir dazu das Gesetz von Jacques Toubon ein.

 

Das Gesetz „Toubon“

Laut „Loi Toubon“ ist es notwendig, dass alle Begriffe welche sich an französische Endkunden wenden, auch auf Französisch verwendet werden sollten. Dies ist auch notwendig, wenn der Franzose in den meisten Fällen den englischen Begriff kennt bzw. ihn selbst in der mündlichen Sprache sicherlich oft verwendet. Was genau ist das Gesetz bzw. „La loi Toubon“?
Jacques Toubon war französischer Kulturminister von 1993-1995 und hat ein Gesetz erlassen, welches die Spracherhaltung der traditionellen französischen Sprache gegenüber der die Überhand gewinnenden Anglizismen, sicherstellen sollte.
So ist es vorgeschrieben, dass die französische Sprache in der Werbung verwendet wird. Wenn Slogans in englischer Sprache erscheinen, sollten diese unbedingt ins Französische übersetzt werden. Es ist den Unternehmern allerdings erlaubt, Markennamen auf Französisch zu kreieren, was viele machen, um das Gesetz auf ihre Art zu umgehen.
Um die Frankophonie zu fördern, wurde vorgeschlagen, Anglizismen in einer Liste nachschlagen zu können, um das französische Gegenstück zu suchen.

 

Anglizismen in Frankreich

Auf der anderen Seite beobachtet man in der mündlichen, aber auch zunehmend in der schriftlichen Sprache, dass sich Anglizismen durchgesetzt haben und eigene Formen gefunden worden sind.

Wie hier in diesem Artikel auf Slate.fr analysiert wird, gibt es für den Franzosen drei Gründe, Anglizismen in die französische Sprache zu integrieren.

 

1) Die unvermeidbaren Wörter

Solche Wörter sind z.B. Wörter wie „football“ oder „week-end“. Denn wer sagt schon, dass er eine Runde Ball mit dem Fuß spielen möchte (une partie de balle au pied).

 

2) Wörter, welche oft kritisiert werden und eigentlich durch französisch-sprachige Synonyme ersetzbar wären.

In Frankreich sagt man „parking“, obwohl es im britischen Englisch richtig „car park“ heißen würde. So wird das Wort „camping“ für den Campingplatz sehr gerne verwendet, dabei heißt es im Englischen eigentlich richtig „camp site“. Es wundert mich nicht, dass Puristen gar nichts von den Wörtern auf die Endung -ing halten.

 

3) Wörter der modernen Welt, die einfach „cool“ sind

So werden englische Verben gerne auf die französische Art konjugiert, wie hier bei uploadé in der Welt des Web 2.0. Genauso häufig lese oder hört aber auch das französische télécharger.

 

Häufig gehörte oder gelesene englische Begriffe: 

Die folgende Liste zeigt eine Auswahl an IT-Begriffen, die in Frankreich gerne in englischer Sprache verwendet werden:

  • Le Web
  • Laptop
  • Uploader (wir als Verb kongugiert)
  • Screenshot
  • Downloader (wird als Verb konjugiert)
  • Geek
  • Nerd
  • Post
  • Plugin
  • Chat
  • Followers
  • Playlist
  • Hotline

Das Vorhandensein der englischen Sprache in der französischen Werbung und Handel heißt nicht, dass die Franzosen weniger Nationalstolz hätten bzw. weniger an ihrem Land bzw. ihrer Kultur hängen. Es zeigt eher, dass sie sich der zunehmenden Globalisierung öffnen. Schon vor 100 Jahren haben es bestimmte englische Begriffe geschafft, sich in Frankreich zu etablieren und so ist das auch heute noch.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Beraterin für Unternehmen mit Internationalisierungsplänen, lese ich häufig und gerne französische News-Seiten bzw. Blogs und ich freue mich, dass ich viele Internet-Begriffe vorfinde, welche die Puristen auf jeden Fall erfreuen sollten. Untenstehend sehen Sie eine Liste an Web 2.0 Vokabular, welches ich selbst zusammen gestellt habe. Ich finde, sie zeigt, dass neben vieler Anglizismen sehr wohl das Französische weiterlebt und einen festen Platz in der Web 2.0-Kommunikation hat.

Internet auf Französisch: 

  • Réseaux sociaux – Soziale Netzwerke
  • Internautes – Internet-Nutzer
  • Bouche-à-oreille – Mundpropaganda
  • Mot diège – Hashtag
  • Page d’accueil – Homepage
  • Courriel – E-Mail
  • Boutique internet / Boutique en ligne – Onlineshop
  • Mobilautes – mobile Internet-Surfer
  • Banque en ligne – Internet-Banking
  • numérique, en ligne – Online
  • Bouton – button
  • Ordinateur – Computer
  • Mot clé – Keyword
  • Identité numérique – Internet-Identität
  • Bloguer – Blogger
  • Tweeter – twittern

Welche französischen Wörter fallen Ihnen auf, die in Deutschland als Anglizismen verwendet werden, in Frankreich aber ihr eigenes französisches Wort haben?

 

Foto: Fotolia © Jérôme Rommé

Internationale Internet-Konferenz LeWeb in Paris (10.-12. Dezember 2013)

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Seit gestern findet in Paris die internationale Internet-Konferenz „LeWeb“ statt. Zum 10. Mal treffen sich Persönlichkeiten der Web 2.0-Scene sowie Start-ups um sich über Trends aus der Online-Welt auszutauschen und in Vorträgen über die neuesten Errungenschaften zu berichten. Die wichtigsten Informationen können hier auf Google+  und über andere Social Media-Kanäle verfolgt werden.

Wie es sich für eine Web-Veranstaltung gehört, gibt es auch ein Social Media Dashboard  wie hier vom Social Media Monitoring-Anbieter Synthesio welches interessante Statistiken zu der Veranstaltung zeigt. So sieht man z.B. die Verteilung der Tweets auf weltweiter Ebene. Auf fast allen Teilen der Erde wird mit hoher Intensität über LeWeb getwittert.

Die Top Speaker sind Guy Kawasaki, Fred Wilson (Union Square Ventures) und David Marcus (PayPal).

LeWeb ist ein Mekka für die Blogosphere. Hier geht es zu den Details des LeWeb-Blogger Programms und der Liste, der akkreditierten Blogger. Bestimmt lohnt es sich dem einen oder anderen auf Twitter zu folgen um auch in Zukunft up-to-date zu bleiben.

Was sind die Themen, was bewegt die Welt besonders nach dem 1. Tag? Ein Highlight ist sicherlich das von Fleur Pellerin organisierte Dinner für Start-ups. Als beigeordnete Ministerin für kleine und mittelständische Unternehmen und Innovation ist es ihre Intention, dass Frankreich als die „Start-up-Nation“ wahrgenommen wird.

Auf den Tag verteilt gab es am gestrigen ersten Tag viele Vorträge und Workshops welche bis einschließlich Donnerstag, 12. Dezember stattfinden. Das komplette Programm kann hier eingesehen werden. Wer sich für die Live Hangouts interessiert, ist hier genau richtig.

 

Foto: © LeWeb

 

 

 

Was verrät die Kultur-Dimension „Individualismus“ über das richtige Marketing bzw. Web-Design?

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Im Hinblick auf die Gestaltung von Webseiten ist es wichtig, auch die jeweiligen kulturellen Hintergründe im Auge haben. Die Wahrnehmung von Bildern, die Lese-Gewohnheiten sind oftmals so unterschiedlich, dass eine Seite in Westeuropa erfolgreich sein kann und gleichzeitig im asiatischen Raum ignoriert wird, weil die Zielgruppe völlig andere Erwartungen hat.

Schon in den 60- und 70 Jahren hat Geert Hofstede die 5 bzw. 6 Dimensionen der Kulturen analysiert und deren Einfluß auf Unternehmen und deren Führung erläutert. Diese Fakten helfen dabei, sie auch in der modernen Welt für den Aufbau von Webseiten bzw. deren Inhalte anzuwenden.

Bei den 5 Kultur-Dimensionen handelt es sich um Folgende:

  • Akzeptanz von Machtunterschieden
  • Individualismus
  • Geschlechterrollen in der Gesellschaft
  • Umgang der Menschen mit Ungewissheit und deren Risikobereitschaft
  • Lang- bzw. Kurzfristige Berücksichtigung der Konsequenz des eigenen Handelns

Heute möchte ich die 2. Dimension „Individualismus“ (bzw. die Unterschiede einer individualistischen Kultur versus einer kollektivistischen Kultur) näher erläutern und wie sich die Interpretation dieser Kultur-Dimension auf die Gestaltung von Marketing-Materialien bzw. Webseiten auswirken kann.

Allgemeines über die 2. Kultur-Dimension „Individualismus“

So zeigt sich laut der Analyse von Hofstede, dass US-Amerikaner besonders unabhängig bzw. selbständig sind und auch so erzogen werden. Länder, wo Individualismus ganz besonders gelebt wird, sind die USA, UK, Kanada und Italien. Hier steht der Wettbewerbsgeist, die Selbstverwirklichung und ins Arbeitsleben übertragen, die Erfüllung der Aufgaben ganz besonders im Vordergrund.

Schon in der Schule zeigt sich das Verhalten dieser Kulturen: Kinder haben weniger Scheu, ihre Meinung zu vertreten bzw. sie beteiligen sich viel aktiver bei Diskussionsrunden. Im Gegensatz dazu ist der kulturelle Hintergrund in Indonesien, China bzw. Süd-Korea völlig anders: Man orientiert sich mehr an der Gruppe, nimmt sich Vorbilder aus der Familie und wird sich als Einzelner kaum in den Vordergrund rücken. So wurde beobachtet, dass es in japanischen Klassen extrem ruhig ist.

Während meiner Tätigkeit als PR Managerin ist mir noch das unterschiedliche Verhalten bei den Fragerunden im Anschluss an Pressekonferenzen in Erinnerung: In Italien, UK oder auch Frankreich wurden häufiger Fragen von den Journalisten gestellt, als z.B. hier von den deutschen Journalisten.

Wie die Kultur-Dimension für Ihr Land von Hofstede bewertet wird und wie die Kultur-Dimension verglichen mit anderen Kulturen ausschaut, können Sie sehr ausführlich über die Hofstede Centre Webseite herausfinden.

Interpretation der Eigenschaften im Hinblick auf das Marketing und Gestaltung von Webseiten

Je individualistischer eine Kultur ist, desto:

  • direkter sollte die Ansprache der einzelnen Person auf der Webseite sein. Je mehr die Seite personalisiert werden kann, desto besser wird das aufgenommen werden.
  • willkommener sind aller Wahrscheinlichkeit nach individuelle Rabattaktionen.
  • mehr kann die Einzigartigkeit eines Produktes zugeschnitten auf die Individualität der Zielgruppe hervorgehoben werden.
  • mehr kann das Individuum bei der Auswahl der Bilder eine Rolle spielen: Einzelkämpfer, Symbole von Jugendlichkeit und Aktivität kommen besonders gut an.
  • höher ist die Chance, dass persönliche Daten abgefragt werden können. Hier kann eher mit der Bereitschaft, persönliche Daten, herauszugeben, gerechnet werden.

Je kollektivistischer eine Kultur ist, desto:

  • förmlicher sollte die Ansprache auf der Webseite sein. Offiziellere Redewendungen kommen auch gut an.
  • eher bietet es sich an, Diskussionsforen bzw. Chat-Räumen auf der Seite einzurichten.
  • häufiger ist es ratsam, gemeinschaftsfördernde Initiativen zu implementieren.
  • mehr sollte das Zugehörigkeitsgefühl durch nationale Symbole und Flaggen ausgedrückt werden.
  • mehr sollten Bilder verwendet werden, die Symbole für Gruppendynamik, Reife und Erfahrung zeigen.
  • mehr gilt der Tenor, dass man sich tendenziell nicht von der Meinung der Gruppe distanzieren will.
  • geringer wird die Bereitschaft da sein, persönliche Daten preiszugeben.
  • empfehlenswerter ist es, auf Institutionen und Firmen zu verlinken.

Selbstverständlich gehört wie immer noch eine genaue Analyse der Zielgruppe dazu, um sich entgültig für die richtige Gestaltung und Inhalte einer Webseite zu entscheiden. Auch innerhalb von unterschiedlichen Kulturen wird man Abweichungen finden.

 

Foto: Fotolia, Globus-©-AndyEmel