Welches Business-Netzwerk nutzen Geschäftskontakte aus Spanien?

Die Spanier lieben Social Media, insbesondere Facebook, Youtube und Twitter. Wenn Sie häufiger mit spanischen Geschäftsleuten zu tun haben, kommt LinkedIn recht schnell ins Gespräch. Laut meiner Recherchen finden wir auf LinkedIn deutlich mehr Spanier als Deutsche. Je nach Berufsgruppe  können das sogar mehr als doppelt so viele Spanier als Deutsche sein. Der Grund dafür ist, dass wir hier in Deutschland noch XING, das deutsch-sprachige Business-Netzwerk haben.

Julia Schwertfeger ist Geschäftsführerin von Schwertfeger & Martinez Santos GbR, einer Unternehmensberatung, welche vor allem spanische Unternehmen im Rahmen der Expansion nach Deutschland berät. Vorrangig ist sie für das E-Business Consulting, die Durchführung von interkulturellen Trainings und das Online-Marketing verantwortlich. Julia war so freundlich und hat mir einen kleinen Einblick in ihre Beobachtungen des spanischen Marktes und dessen Online-Kommunikationsverhalten gegeben.

Was sind Deine Beobachtungen zum spanischen Markt und wie wird LinkedIn dort genutzt?

Julia Schwertfeger: Im Prinzip ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland wird LinkedIn genutzt, um nach Kooperationen und neuen Partnern zu suchen und um Promotion in eigener Sache zu machen. Des Weiteren wird es auch für die aktive Jobsuche genutzt und um sein neues und altes Netzwerk zu aktivieren.

Im Gegensatz zu XING, wo ich eine gute Durchmischung der Kontakte und Branchen feststelle, sind es in LinkedIn vorwiegend Kontakte aus digitalen/ technologischen Bereichen oder Export.

Mit wie vielen Spaniern bist Du ungefähr vernetzt?

Derzeit sind es ca. 100 Kontakte.

Finden sie Dich oder gehst Du pro-aktiv auf sie zu?

Julia Schwertfeger: Ich gehe eher auf sie zu. Egal ob männlich oder weiblich.

Bei XING kommen viel mehr Menschen auf mich zu, weil ich bspw. In einer Gruppe etwas kommentiert habe. Dies passiert mir bei LinkedIn nicht so häufig (bei englischsprachigen Gruppen aber auch nicht!).

Seit wann bist Du selbst ein Mitglied bei LinkedIn?

Seit Januar 2010.

Gibt es etwas besonders Typisches am Verhalten der spanischen Geschäftsleute in internationalen Business-Netzwerken, was Du uns hier noch mitteilen kannst?

Julia Schwertfeger: Im direkten Kontakt ist die Business-Etiquette ganz anders in Spanien als bspw. In Deutschland: Man duzt sich, hält Smalltalk und kommt dann langsam zum Geschäftsteil. Hier in Deutschland läuft es ja genau andersherum: Üblicherweise siezt man sich. Erst kommt das Geschäftliche und dann gerne auch Smalltalk.

In Spanien ist die Begrüßung mit Wangenkuss (bei Männern und Frauen) auch bei Fremden bzw. neuen Business-Kontakten üblich.

Auf LinkedIn spiegelt sich dieses Verhalten nicht wieder, hier ist man eher reserviert. Spanier sind definitiv eine Spezie, die den direkten Kontakt braucht, um sich wohlzufühlen. Online wenden sie diese Zwanglosigkeit nicht an.

Kommunizierst Du auf Englisch oder auf Spanisch?

Julia Schwertfeger: Ich kommuniziere mit den Spaniern natürlich auf Spanisch, mit den Katalanen auf Katalanisch. Alle anderen Kontakte sind englisch- oder deutschsprachig.

Gäbe es eine Chance, mit den spanischen Geschäftsleuten gute Kooperationen aufzubauen, wenn Du nicht so gut Spanisch könntest? Worauf sollte man dann besonders achten?

Die Geschäftsleute „ticken“ je nach Branche sehr unterschiedlich. In digitalen oder technologischen Bereichen ist es leichter und eher akzeptiert auf Englisch zu kommunizieren, während die traditionellen Branchen und kleine Unternehmen nur in ihrer Landessprache kommunizieren. Die Firmengrösse ist ein wichtiger Faktor. Ebenso ist entscheidend, ob man etwas kaufen oder verkaufen möchte. Von Exportabteilungen, die verkaufen wollen, wird man oft auf Englisch angeschrieben, telefonischer Kontakt ist aber wieder schwieriger. Will man etwas verkaufen, ist die Landessprache definitiv wichtig, und noch wichtiger als bei uns, um Vertrauen aufzubauen.

Je nach Region sind die Firmen oft zu 70% Familienbetriebe und es ist extrem schwer hier anzuknüpfen bzw. das Vertrauen zu gewinnen. Hier ist man auf Empfehlungen angewiesen.

Vielen Dank für Deine Offenheit und die interessanten Antworten.

Wer häufiger mit Spaniern zu tun hat, sollte sich m.E. Nach damit beschäftigen und das Profil in beiden Sprachen anlegen. So sieht der Spanier auf den ersten Blick, in welchem Bereich Sie tätig sind. Wie wir gelernt haben, freut sich der Spanier, wenn er in seiner Landessprache angesprochen wird. Hier erfahren Sie, wie man ein mehrsprachiges Profil auf LinkedIn anlegen kann.

Ergänzung:

Einen guten Überblick über die Social-Media-Nutzung der Spanier gibt es in folgendem Beitrag auf LinkedIn:

  • Besonders beliebt sind Facebook und WhatsApp.
  • 75% der 16-55-Jährigen nutzen das Internet mindestens einmal in der Woche.
  • LinkedIn wird pro Woche im Durchschnitt ungefährt 1 h 23 Min genutzt. Der Durchschnittswert für alle Netzwerke liegt bei 2,57 h.
  • Das Folgen von Influencern steht im Vordergrund, 85% der Nutzer folgenden den Meinungsführern
  • Die Zahl der Kunden, die Social-Media-Netzwerke von Unternehmen nutzen, um den Kundenservice zu kontaktieren, nimmt weiter zu.
  • Themen wie Kultur, Technologien und Mode werden besonders gerne online diskutiert

 

Fotos: Julia Schwertfeger, pixabay

Erkenntnisse für Ihr globales Influencer Marketing

Blogger sign for internet blogs & computer users

Influencer Marketing bzw. Blogger Relations gewinnen immer mehr an Bedeutung. In manchen Ländern werden sie schon seit Jahren sehr aktiv in die Marketing-Aktivitäten eingebunden, in anderen Ländern ist diese Entwicklung noch relativ jung. Eines haben die Unternehmen, die Influencer Marketing betreiben gemeinsam: Sie haben deren große Bedeutung für sich und ihre Unternehmensziele bereits erkannt. Interessante Fakten lassen sich zu diesem Thema aus dem „Digital Influence Report 2013“  herauslesen welcher von TechnoratiMedia (eine der größten Monitoring-Seiten für Blogs) für den US-Markt durchgeführt worden ist. Hierfür wurden 6.000 Influencer, 1.200 Verbraucher und 150 Vermarkter befragt. Ein sehr interessantes Ergebnis dieser Studie zeigt, dass Blogs in puncto Kaufentscheidung den größten Einfluss haben. 31,1% der Befragten antworteten, dass Blogs mittlerweile einen minimal größeren Einfluss auf die Kaufentscheidung haben als z.B. Facebook mit 30,8 %.

Gerade wenn Sie noch relativ am Anfang stehen, beschäftigen Sie sich sicherlich mit vielen Fragen hinsichtlich des Umgangs mit den Influencern. Folgende Fragen hat sich Augure in seiner „Influencer-Studie“ genauer angesehen:

Wie spreche ich meine Influencer an und worauf sollte ich dabei achten? Welche Art von Kooperationen kommen wo besonders gut an? Wie bei vielen Social-Media-Themen gibt es auch hier landestypische Unterschiede. Wenn Sie diese kennen und das Wissen entsprechend anwenden, kann sich die Zusammenarbeit mit Ihren Influencern deutlich besser gestalten. Die Augure-Studie spiegelt die wichtigsten Punkte zum Thema Blogger Relations in verschiedenen Ländern wider.

Befragt worden sind PR- und Marketing-Experten aus Spanien, Frankreich, UK und USA sowie aus weiteren Ländern. Dabei repräsentieren ca. 70 % den spanischen und französischen Markt.

Herausforderungen bei der Identifizierung von Influencern

Als eine der größten Herausforderungen wird das Identifizieren der richtigen Influencern angesehen. 61% der befragten Experten waren dieser Meinung. 56% antworteten, dass es schwierig ist, sich bei Influencern als Unternehmen oder Agentur Gehör zu verschaffen. 44% antworteten, dass das Measurement, das Berechnen des ROI einer Influencer-Marketing-Aktion der schwierigste Teil sei.

Wer ist ein Influencer?

  • 79% sagten, dass er in der Lage ist, Meinungen zu vertreten und Reaktionen im Publikum auszulösen, wenn er über ein bestimmtes Thema spricht bzw. darüber berichtet.
  • 73% meinten, dass die Menge der Zuhörerschaft/ Follower besonders wichtig sei.
  • 62% beziehen sich vor allem auf den „Share of Voice“: Der Menge an Gesprächen die ein Influencer zu einem bestimmten Thema führt.
  • In diesem Report kam heraus, dass Klout keine gute Messlatte ist um Influencer zu benennen. In Frankreich halten nur 5% der Experten etwas davon, Klout in den Prozess der Identifizierung einzubeziehen. In Spanien sind es mit 10% auch nur ein paar mehr, die etwas davon halten.
  • Bei der Identizifierung der Influencer arbeiten viele Unternehmen mit einer Skala von 1 (sehr wichtig) bis 5 (unwichtig) sind den von eMarketer befragten Unternehmen vor allem Facebook Freunde (2,59), Likes (2,36) und die Follower auf Twitter (2,4) wichtig, um die Meinungsführer für ihre Marken zu finden. Ebenfalls sehr wichtig sind die Unique Visitors eines Blogs und die Page views.

Welche Kanäle eignen sich am besten für die Kontaktaufnahme?

  • 66% sind der Meinung, dass die Kontaktaufnahme per E-Mail am erfolgreichsten ist, da dieser Kanal am wenigsten aufdringlich wirkt.
  • Gefolgt wird diese von Twitter mit 57%, dann kommt der Blog des Influencers mit 52%.
  • Weiter hinten stehen Facebook und G+ an. Nicht zu vergessen sind auch offline-Veranstaltungen wie Messen und Konferenzen.

Wie geht man vor, wenn man strategisch zusammenarbeiten möchte?

  • Die Rolle des Influencers ist in folgenden Situationen besonders strategisch: Bei Produkt-Vorstellungen (76%), bei der Bewerbung und Verteilung von Inhalten (57%) bzw. bei der Bewerbung von Veranstaltungen oder Webinaren (50%).
  • Einige Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass sie mit Influencern ihre Zielgruppe besser erreichen können als mit traditionellen Medien und setzen sich direkt mit ihnen in Verbindung um die Sichtbarkeit ihrer Marke zu verbessern.
  • Inwieweit macht es Sinn, Influencer in Produkt Launches einzubeziehen? 82% der Agenturen und 74% der Unternehmen sehen das eher kritisch.
  • So konzentrieren sich 55% der Befragten Unternehmen auf Events, da diese ihrer Meinung nach die beste Form der Interaktion für diesen Zweck bieten.
  • 31% konzentrieren sich eher auf Produkt-Tests, 17% versenden Muster bzw. kleine Geschenke an Blogger.

Influencer und das Erstellen von Content

  • 44% arbeiten gerne mit Influencern zusammen um Content zu erstellen. Dazu gehören meist Gastartikel, Interviews und Kooperationen. Besonders in Frankreich wird auf diese Art und Weise an Content gearbeitet. 56% der Befragten gingen dort so vor.
  • Zur Verbreitung der Inhalte spielen Blogger bzw. Influencer eine sehr wichtige Rolle. Dem stimmten 64% der Marketing-Experten und 54% der Kommunikations- und PR-Experten zu.

Schickt man nun Pressemitteilungen an Influencer? Ja oder Nein?

  • 46% der hier Befragten haben zugegeben, dass sie dies tun. Gerade auf dem französischen Markt ist das Gang und Gebe (50%).
  • In Spanien werden mit ca. 30% eher weniger Pressemitteilungen an Influencer versendet. Nur 22% sind der Meinung, dass es effektiv ist, Unternehmensnachrichten an Blogger zu versenden.

Was erwarten Blogger?

  • Das A und O ist es zu wissen, dass Blogger bei der Erstellung ihres eigenen Contents unterstützt werden möchten. Wenn Sie sie mit Informationen, Produkten, Antworten auf ihre Fragen, und gerne auch Zugang zu exklusivem Material unterstützen können, ist das schon die „halbe Miete“.
  • 31% der Befragten antworteten, dass ihnen das besonders wichtig wäre.
  • 28% antworteten, dass sie vor allem auf der Suche nach exklusiven Informationen sind. Diese beiden Punkte sind Bloggern deutlich wichtiger als die Vergütung in finanzieller Form, durch Geschenke oder Produkte.
  • Die finanzielle Aufwandsentschädigung liegt mit 16% erst an dritter Stelle.
  • 12% erwarten Einladungen zu Veranstaltungen und nur 9% Produkt-Tests.
  • Je jünger der Kontakt zum Blogger ist, desto eher wird erwartet, dass er Produkte kostenfrei zugeschickt bekommt.

Welche Fragen beschäftigen Sie im Rahmen Ihrer internationalen Aktivitäten mit Bloggern? Haben Sie Unterschiede festgestellt und wenn ja, welche? Ich freue mich auf Ihre Kommentare zu dem Thema!

 

 

 

 

Wissenswertes über die internationale Rekrutierung von spanischen Fachkräften

Bego-Bild

Im Interview: Begonia Vazquez Merayo von Why Consult in München

Ich habe Begonia Vazquez Merayo, die Inhaberin von Why Consult http://www.why-consult.com letztes Jahr bei W.I.N Women in Network in München kennengelernt und da wir beide eine internationale Ausrichtung haben, ist der Austausch immer besonders interessant. Im heutigen Interview stellt sie sich und Ihre Tätigkeit näher vor.

Begonia, worum geht es bei „Why Consult“?

Begonia: Why Consult bietet Unternehmen und Kandidaten internationale und interkulturelle Unternehmens-, Personalberatung sowie Coaching an, die im internationalen Umfeld nach neuen Mitarbeitern oder nach neuen professionellen Herausforderungen suchen. Wir sind auf die Beschaffung von ausländischen Fachkräften für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert, arbeiten sehr individuell und nah am Kunden und stehen für Interkulturalität, Engagement und Leidenschaft.

Begonia, Du bist Spanierin und arbeitest in München. Erzähl uns doch kurz, wie es dazu gekommen ist, dass Du eine Unternehmensberatung in München gegründet hast!

Begonia: Nachdem ich 20 Jahre in der Industrie im Bereich Brand Management für große internationale Konzerne und auf verschiedenen Kontinenten und Ländern für interkulturelle Teams zuständig war, habe ich Why Consult gegründet und leite es seit 2011 in Vollzeit.

Sicherlich waren mein Unternehmer-Geist und meine Motivation, was Eigenes aufzubauen, die wichtigsten Treiber für mein eigenes Unternehmen.

Nach all den Jahren mit Fokus auf Marken und Produkte, wollte ich mich den Menschen widmen und auf deren Weiterentwicklung als Personen und Führungskräfte innerhalb eines Unternehmens. Ich wollte mich auf Firmen, die in Humankapital investieren wollen und die Themen Internationalisierung, ausländische Fachkräfte und Willkommens-Kultur aktiv angehen möchten, konzentrieren.

Ich bin international geblieben, weil ich das nach meinem halben Leben im Ausland bin. Und ich habe mich stärker auf Spanien, mein Heimatland, fokussiert.

Inwieweit hast Du noch Kontakt zu Deinem Heimatland?

Begonia: Ich habe bewusst meine internationale Aktivität verstärkt in Spanien weiterentwickelt, damit ich meinem Heimatland näher kommen kann.

Für die Betreuung meines Ausbildungsprogramms mit meinen exklusiven Partnern: IHK Schwaben und der IHK Oviedo „Spanische Fachkräfte: Leben und Arbeiten in Schwaben“, bin ich im Durchschnitt einmal im Monat in Spanien.

Das Programm ist auf spanische Hochschulabsolventen ausgerichtet, welche ihr Profil internationalisieren wollen, mit dem Ziel sich in Deutschland professionell weiterzuentwickeln. Das Programm ist auch für deutsche Unternehmen von großem Interesse, die spanische Fachkräfte mit professioneller, persönlicher und interkultureller Vorbereitung langfristig als treue Mitarbeiter gewinnen wollen. Seit März dieses Jahres findet die 2. Edition in Oviedo statt und 17 spanische Kandidaten kommen am 1. August in Augsburg an.

Wer sind Deine Kunden / Wunschkunden?

Begonia: Meine Kunden kommen meist aus der Industrie. Die Branchen sind sehr unterschiedlich, ich betreue überwiegend Unternehmen aus dem Mittelstand im technischen Bereich und ich arbeite weiter in der Kosmetik- und Modebranche. Allerdings berate ich auch gerne Institutionen, wie die IHK oder Berufskammern, die sich ebenso für die Themen „ausländische Fachkräfte“ und „Willkommens-Kultur/ Diversity Management“ interessieren.

Wir coachen und beraten Kandidaten, sowohl Deutsche wie Ausländer, überwiegend Spanier, die in Deutschland ihre Karriere weiterentwickeln und sich dafür klar positionieren wollen. Dabei sind viele technische Profile, Ingenieure, IT-ler sowie Diplom-Chemiker, Architekten und BWL-er.

Wie finden Dich Deine Kunden?

Begonia: Unser Erfolg ist unsere beste Visitenkarte. Durch die geführten Projekte, wie z.B. das Projekt „Junge Spanier für Wunsiedel“ hat sich einiges an PR und Weiterempfehlungen ergeben, da Why Consult als vertrauensvoller und kompetenter Partner erlebt wurde.

Zur Zeit arbeite ich als Partner der IHK Schwaben und habe neue Mandanten aus der Industrie gewinnen können, die wir strategisch und operativ im Bereich internationale Personalentwicklung und Rekrutierung beraten.

Für 2014 ist geplant, dass die Online-Präsenz erweitert wird, damit uns alle potentiellen Kunden besser kennenlernen können und daraus neue Projekte entstehen können.

Wie konkret kannst Du Ihnen helfen?

Begonia: Beim Projekt „Junge Spanier für Wunsiedel“ habe ich gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen den Suchprozess bis zur  Unterschriftsreife verantwortet und begleitete die beteiligten Unternehmen und die spanischen Fachkräfte während der sechs Monate Probezeit. Die erfolgreiche Integration in einem neuen kulturellen und beruflichen Umfeld hatte dabei allerhöchste Priorität. Im Projekt haben wir 13 spanische Facharbeiter für vier Unternehmen gewinnen können, im Bereich Automobil, Elektroinstallation, Holzindustrie und Gastronomie.

Wir kultivieren unsere Interkulturalität: Unser Stärken bestehen nicht nur auf unserer internationalen Erfahrung und fachlichen Kompetenz in der Unternehmensführung, Personalentwicklung und Rekrutierung sondern auch auf den guten Kenntnissen beider Kulturen und Märkte (Deutschland und Spanien). Wir sprechen die gleiche Sprache und kennen beide Märkte sehr gut.

Der Erfolg unserer Kunden ist unsere Leidenschaft: Wir arbeiten nachhaltig und mit vollem Engagement. Dafür hat die langfristige Integration der neuen Mitarbeiter im Unternehmen alle Priorität. Wir begleiten die Kandidaten in ihrem Veränderungsprozess, vom Heimatland zum neuen deutschen Arbeitgeber und in der neuen Stadt. Des Weiteren beraten wir die Unternehmen bei der langfristigen Integration der neuen Mitarbeiter im neuen kulturellen Umfeld.

Im Rahmen der Beratung geht es auch um interkulturelle Kompetenzen. Was sind Deiner Meinung nach besondere Unterschiede, die man als Unternehmen kennen sollte, wenn man mit der Integration spanischer Fachkräfte zu tun hat?

Begonia: Wichtig ist die persönliche Vorbereitung der Kandidaten sowie die bewusste Verantwortlichkeit im Unternehmen, einen ausländischen Mitarbeiter in ein bestehendes deutsches Team zu integrieren.

Ein internationaler Rekrutierungsprozess benötigt viel Energie, sowohl bei den Kandidaten als auch im Unternehmen.

  1. Der internationale Matching Prozess ist sehr intensiv. Die Ansprüche der deutschen Unternehmen sind enorm hoch und sehr auf den deutschen Markt ausgerichtet. Diese müssen vorab auf die Spezifikationen des spanischen Marktes übersetzt werden und ein gemeinsames Verständnis geschaffen werden.
  2. Das Ausbildungssystem ist in beiden Länder sehr verschieden. Spanien ist das Land des Universität-Studiums. Das Duale System ist ein erfolgreiches deutsches Konzept, sehr anerkannt in Spanien als Basis für die Dynamisierung der Berufsausbildung.
  3. Die Kandidaten sprechen nicht immer ein gutes Deutsch.
  4. Oftmals haben die Firmen wenig Erfahrung mit ausländischen Mitarbeitern, die langfristig in Deutschland bleiben wollen. Nach Spanien fährt man nicht einfach mal übers Wochenende nach Hause. Oft geht das dann nur noch zweimal im Jahr… Darauf sollte man eingestellt sein.
  5. Interkulturelle Kommunikation heißt oft “lost in Translation“:
    1. Die Persönlichkeit und die zwischenmenschlichen Beziehungen sind in Spanien weit wichtiger als die Fakten und die Tatsachen. Wir gehen auf die Themen mit Emotionen ein, ein Deutscher mit sachlichen Argumenten. So fangen unsere Kundengespräche oft mit einer Einladung zum Mittagessen an. Wir möchten den Gesprächspartner persönlich kennenlernen bevor wir auf die professionellen Themen eingehen.
    2. Die Familie und der Freundeskreis genießen einen sehr hohen Stellenwert. Als kollektive Gesellschaft umgeben sich Spanier gern mit Leuten, unsere Beziehungen sind fast wichtiger als die Karriere. In Deutschland, als individuelle Gesellschaft, steht das Individuum im Mittelpunkt sowie seine Selbstverwirklichung.
    3. Warum hat der Begriff Pünktlichkeit in Spanien eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland? Die Zeit hat in Spanien eine zirkuläre Dimension: Die Zeit fließt, wir leben mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehr verbunden, was heute nicht gemacht wird, können wir auch morgen machen. In Deutschland ist die Zeit eine lineare Dimension. Wir orientieren uns von heute in die Zukunft, dabei ist das Zeitmanagement und die Planung ein essentielles Werkzeug im Leben eines Deutschen.

Für kleine und mittelständische Unternehmen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wirtschaftszentren wie München oder Stuttgart ist es allerdings keine Option, sich nicht mit der Beschaffung ausländischer Fachkräfte zu beschäftigen. Bereits heute ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften spürbar und wird aufgrund der demographischen Entwicklung zukünftig weiter zunehmen.

Die Integration ausländischer Fachkräfte ist eine Herausforderung, sowohl für das Unternehmen, als auch für die Kandidaten. Sie stellt allerdings auch eine langfristige Chance für alle aktiv Beteiligten dar. Genau hier habe ich meine Expertise mit vielen positiven Erfahrungen der letzten Jahre, und kann Sie aktiv unterstützen, damit Sie diesen spannenden Weg erfolgreich beschreiten.

 

Vielen Dank an Begonia für das interessante Gespräch.

Foto: © Begonia Vazquez Merayo

Social Media in Spanien: 10 Fakten für Einsteiger

 Spain flag button.

Einer meiner Kunden hat seit kurzem auch eine Unternehmens-Facebookseite für den spanischen Markt und ich habe mich intensiver mit den Social Media Plattformen beschäftigt, welche in Spanien am meisten genutzt werden.

Spanien ist verglichen mit Deutschland zwar mit über 504.000 km das Land mit der größeren Fläche, es kommt allerdings nur auf eine Einwohnerzahl von knapp 47 Millionen (über 80 Millionen in Deutschland). In puncto Internet-Nutzung liegt es deutlich hinter den Top 5 Ländern in Europa und kommt nur auf ca. 67,2% Internet-Durchdringung.

Wie genau schaut nun die Nutzung von Social Media in beliebten Urlaubsland Spanien aus? 

Laut einer interessanten Infografik von www.hablandoencorto.com:

  • Sind 58% der spanischen Internet-Nutzer auf Facebook aktiv.
  • 18 Millionen nutzen das größte Netzwerk Facebook mindestens einmal im Monat, 12 Millionen nutzen Facebook täglich.
  • Steht Spanien beim Twitter-Ranking an 3. Stelle (nach Saudi Arabien und Indonesien).
  • 3,9 Millionen Nutzer haben im letzten Jahr eine Fernsehsendung auf Twitter kommentiert.
  • LinkedIn wird als Business-Netzwerk sehr gerne eingesetzt. Bishier gibt es mehr als 5 Millionen Spanier auf LinkedIn (derzeit ca. 4 Millionen Deutsche). 62.200 Unternehmens-Seiten von spanischen Unternehmen wurden bisher auf LinkedIn eingerichtet.
  • WhatsApp zählt ca. 20 Millionen Nutzer in Spanien, ungefähr genauso viele Menschen wie in Deutschland und Mexiko und Indien.
  • Beim Ranking der meistgenutzten Suchmaschinen ist Google der klare Sieger. Es kommt auf 96% Markt-Anteil.
  • 85,5 % der Internet-Nutzer surfen mit dem Smartphone, vom Laptop aus sind es ca. 77% und vom PC nur noch 73%, wie es hier bei Elmundo geschrieben steht.
  • Der mobile Markt wird ganz klar von Android angeführt. So wurden im Q1/ 2013 ca. 92,5% aller Smartphones als Android Phones verkauft, und das trotz angespannter wirtschaftliche Situation.

Welches sind die populärsten Netzwerke?

Jaime Miguel Tomé, Profesor del Master in Social Media der Universität von Salamanca http://internet.usal.es und José Carlos Soto, Direktor der Handelsschule NTIC Master School http://www.nticms.com/es/ haben untersucht, welche Social Media-Kanäle die Spanier über die Google-Suche eingegeben haben. Das Ergebnis ist die folgende Top-10-Liste welche auch eher lokale Netzwerke zeigt, wie z.B. Tuenti, welches schon an 4. Stelle steht.

  1. Facebook
  2. Youtube
  3. Twitter
  4. Tuenti
  5. Badoo
  6. LinkedIn – Instagram
  7. Meetic
  8. Pinterest
  9. Odnoklassniki
  10. Flickr

Was ist Tuenti?

  • Ähnlich schaute es auch im in diesem Concepto-Artikel mit Alexa-Ranking im Sommer 2013 aus. Dort steht das, uns eher unbekannte „Tuenti“ ebenfalls an 4. Stelle. Das es eine relative große Bedeutung spielt, sieht man, dass es von ca. 20 Millionen monatlichen Nutzern besucht wird.
  • Viele nennen es auch das spanische Facebook.
  • Tuenti bedeutet: „Tu identidad“ (Englisch: entity)
  • Es wurde ursprünglich für den spanischen Markt kreiert, seit 2012 wächst es auch auf globaler Ebene. Laut Alexa-Ranking steht Tuenti an 18. Stelle der meist-besuchten Webseiten in Spanien.
  • Gegründet 2006, wie so viele soziale Netzwerke, ist es 2010 von der spanischen Kommunikationsfirma „telefonica“ gekauft worden.
  • Die globale Expansion von Tuenti startet 2012 mit diesen Ländern und inzwischen hat das Netzwerk Mitarbeiter in 20 Ländern, wie Deutschland, USA, UK, Polen etc.
  • Anders als Facebook, kann man nur über eine Einladung von einem Nutzer dem Netzwerk beitreten.
  • Vor kurzem wurde „Tuenti mobil“, der Online Social Network Phone Operator, gelauncht, welcher die Dienstleistung des spanischen Mobiltelefon-Unternehmens „Movistar“ nutzt.
  • Wie es sich weiter entwickeln wird, ist spannend. Zwischen Anfang 2013 und 2014 hat es eine große Anzahl an Nutzer an Facebook verloren.

 

 Foto: Fotolia © konstan

 

 

 

Wo liegen die wichtigsten Unterschiede bei der weltweiten Nutzung von Social Media?

Travel the world monuments concept 3

Ganz grob gesagt, könnte man sagen: Social Media auf weltweiter Ebene heißt: Facebook. Ausnahme wäre hier Russland und China, aber in allen anderen Ländern ist Facebook das Top Social Netzwerk. Emarketer hat kürzlich dazu eine guten Überblick gegeben, den ich hier gerne für Sie widerspiegle bzw. weiter ergänze.

Was ist typisch für bestimmte Regionen in puncto Social Media?

Asien/Pazifik:

Asien/Pazifik-Region: Social Media heißt dort vor allem Mobile Messaging Apps. Angefangen hat es mit Text und Audio-Nachrichten, und nun liegen Gruppen-Chats, Video-Chats, File-Sharing und Fotodienste (wie z.B. Instagram) im Trend.

China:

In China ist vieles ganz anders. Da Facebook und Twitter geblockt worden sind, wurde die Lücke von lokalen sozialen Netzwerken gefüllt. Nummer 1 ist dabei Qzone als größtes soziales Netzwerk in der Region, aber auch Microblogs, wie Weibo haben zahlenmäßig in der letzten Zeit aufgeholt. In China wird das ganz intensiv genutzt, denn die Statistik verrät, dass 50,9% der Internet-Nutzer einen Microblog haben, im Gegensatz dazu „nur“ 46,6% Mitglied eines sozialen Netzwerkes sind.

Eine Ausnahme bildet LinkedIn, denn dieses wurde nicht geblockt, so dass chinesische Geschäftsleute sehr wohl über diese Plattformen auf internationaler Ebene kommunizieren können. So können Sie über die LinkedIn-Suche mit chinesischen Geschäftsleuten in Kontakt treten, hier ein Beispiel für die Computer-Hardware-Branche.

In puncto mobiles chatten, ist WeChat die populärste Messaging Applikation. Sie ging erst im Jahr 2011 an den Start und hat somit einen enormen Weg zurückgelegt.

Ausblick: In einem meiner nächsten Blogartikel werde ich mich noch mehr mit Social Media in China beschäftigen.

Brasilien:

Bis vor kurzem war in Brasilien das Netzwerk Orkut am populärsten bis es von Facebook überholt wurde. Seit April 2013 steht Orkut nur noch an dritter Stelle, wie Sie bei Experian Marketing Services nachlesen können. 66,5% der brasilianischen Internetnutzer nutzen Facebook, danach kommt mit 18,48% Youtube gefolgt von 2,2% Orkut.

Russland:

Russland gehört zu den wenigen Ländern, wo Facebook nicht dominiert. Regionale Netzwerke bleiben populär, ganz vorne steht da VK bzw. Vkontakte. Hier tummeln sich mehr als doppelt so viele Russen wie auf Facebook wie Sie bei der im September 2012 durchgeführten Studie von Gemius SA lesen können. Schauen Sie sich die Seite genauer an, werden Sie sehr viel Ähnlichkeit zu Facebook entdecken. Ein entscheidender Unterschied ist allerdings, dass Streamen verschiedener Entertainment Medien ist innerhalb der Seite möglich. Ein weiteres Netzwerk, genannt Odnoklassniki.ru bringt alte Schulkameraden wieder zusammen – und es liegt zahlenmäßig auch deutlich vor Facebook. Experten gehen allerdings davon aus, dass Facebook in Russland ein Wachstum von 57% im laufenden Jahr 2013 hinlegen wird.

Middle East:

  • Hier dominiert Facebook, gefolgt von Google+ und Twitter. Laut GlobalWebIndex haben 78% der Internet-Nutzer in UAE in Q1/2013 Facebook genutzt.
  • Die Bevölkerung der UAE ist besonders online-affin, verglichen mit anderen Ländern der Welt. So heißt es laut Ipsos MediaCT, dass 71% der der Bewohner im Dezember 2012 online waren.

Frankreich:

Das Ranking der sozialen Netzwerke in Frankreich stellt sich laut Newmediatrendwatch im Dezember 2012 wie folgt dar:

1. Facebook: 34.3 Millionen Nutzer

2. Skyrock: 8.6 Millionen Nutzer

3. Twitter: 5.6 Millionen Nutzer

4. LinkedIn: 4.4 Millionen Nutzer

5. Viadeo: 3.7 Millionen Nutzer

  • Französische Unternehmen kommunizieren vorrangig auf den folgenden drei Plattformen: 65% nutzen Twitter, 54% haben mind. einen Facebook-Account und 50% nutzen Youtube für die Unternehmenskommunikation.
  • 77% der französischen Internet-Nutzer loggen sich regelmäßig auf sozialen Netzwerken ein wie es anschaulich in diesem Video von blost.fr dargestellt wird.
  • Wie in diesem interessanten Interview mit William El Kaim, Technology Marketing Director for Carlson Wagonlit Travel (CWT) deutlich wird, mangelt es in Frankreich einem Teil der Bevölkerung noch an Vertrauen und ist daher recht zögerlich in Sachen Social Media. Man kann inzwischen die Kommunikation in Echtzeit spüren und daran teilhaben, während es zuvor nur ein Konzept war.

Spanien:

Die letzten Daten konnte ich vom Juni 2012 von NewMediatrendwatch entnehmen. 

  • Spanien zählt 16,6 Millionen Facebook-Nutzer
  • 67,4% der spanischen Internetnutzer nutzen Social Media täglich
  • 90,5% von diesen sind bei Facebook
  • 44 % bei Twitter
  • 30,1% bei Google+ (1,5% aller Google+-Nutzer kommen aus Spanien)
  • 24,3% LinkedIn
  • 19% bei Tuenti (hier ist der Anteil gesunken verglichen mit vorhergehenden Jahren)
  • 13,9% bei Instagram
  • Die am meisten genutzten Netzwerke der spanischen KMUs sind Facebook (93%), Twitter (50%) und LinkedIn (45%) wie man hier bei mehrsprachig handeln nachlesen kann.

Welcher dieser Märkte interessiert Sie besonders? Möchten Sie Ihren Online-Shop auf ein anderes Land ausweiten und gezielt mit Kunden dort durch Social Media kommunizieren? Neben den sozialen Netzwerken die ich aufgelistet habe, könnten auch Fachforen oder Blogs ein interessanter Bereich sein, welcher von Land zu Land sehr individuell ist. Mit Hilfe von Social Media Monitoring lässt sich das gezielt für Ihren Markt und Ihre Produkte/ Dienstleistungen herausfinden. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie mehr darüber erfahren möchten!

 

Experten-Interview: Wieviel Small Talk ist gut? Was Sie im Umgang mit anderen Kulturen beachten sollten.

Handschlag

Sind Sie manchmal unsicher, ob Sie im Gespräch mit ausländischen Geschäftspartnern den richtigen Ton treffen? Fragen Sie sich ob die Agenda Ihrer Veranstaltung sinnvoll strukturiert ist oder ob Sie mehr oder weniger Zeit für Small Talk einplanen sollten? Wenn Sie Fettnäpfchen bei der Kommunikation vermeiden möchten, dann kann ein interkulturelles Training sehr ratsam sein. Was sich genau dahinter verbirgt erfahren Sie von Natascha Borota, interkulturelle Trainerin aus Dortmund.

Foto-Natascha_Borota

1) Erzählen Sie etwas über sich? Wo sind Sie tätig, was ist Ihnen wichtig?

Ich bin studierte Romanistin, Publizistin und Kommunikationswissenschaftlerin und bin seit 2005 selbständige Sprachtrainerin für die Sprachen Französisch und Spanisch, seit 2009 auch Interkulturelle Trainerin mit den Zielkulturen Frankreich und Spanien. Wichtig ist mir, Menschen durch eine verbesserte Kommunikation zusammenzubringen. Dies kann sowohl über die Sprache geschehen als auch über die profunde Kenntnis der anderen Kultur.

2) Was heißt Interkulturelles Training und was bieten Sie Ihren Kunden an?

Als Interkultureller Trainer geht es zunächst einmal darum, generell für das Thema der kulturellen Prägung von Wahrnehmen, Denken und Handeln zu sensibilisieren. Im zweiten Schritt dann wird auf Besonderheiten der anderen Kultur eingegangen, meist im Vergleich zur deutschen Kultur. Hierzu biete ich Interkulturelle Trainings für die Länder Frankreich und Spanien an. Sie sind besonders für Unternehmen interessant, die mit französischen oder spanischen Unternehmen kooperieren, eine Niederlassung betreuen oder Mitarbeiter oder Führungskräfte in eines der Länder entsenden möchten. Ich biete zudem spezielle Interkulturelle Trainings für Unternehmen der Tourismusbranche an, da diese aufgrund ihres intensiven, dienstleistungsorientierten Kontakts mit dem französischen oder spanischen Kunden einen besonderen Bedarf an Vorbereitung haben. Hier fließen meine eigenen Erfahrungen im Tourismus in die Trainings mit ein, die spezifischen Problemlagen werden berücksichtigt.

3) Können Sie meinen Lesern einen Tipp geben, was man bei der Kommunikation mit französischen oder spanischen Geschäftspartnern beachten sollte?

In der Kommunikation mit spanischen Geschäftspartnern ist auf jeden Fall zu beachten, dass der soziale Aspekt eine große Rolle spielt. Bei Erstkontakten oder Geschäftsessen fällt man nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern versucht sich auch auf einer persönlichen Ebene kennen zu lernen. Dies gilt als gastfreundlich, höflich und herzlich und dient dazu, das für die Geschäftsbeziehung nötige Vertrauen aufzubauen. Lassen Sie sich also ruhig auf eine Unterhaltung über Familie, Hobbies und Sport ein – für Ihre Geduld werden Sie mit einem loyalen Geschäftspartner belohnt.

Im Umgang mit französischen Geschäftspartnern sollte man sich darauf einstellen, dass Kommunikation häufig indirekt ist. Während Deutsche die Dinge explizit beim Namen nennen („Klartext reden“) und gerne auch schriftlich fixieren, formulieren Franzosen Sachverhalte oft implizit und eher mündlich als schriftlich. Dies signalisiert Höflichkeit, Selbstbeherrschung und den Respekt vor Hierarchien. Hier gilt es, zwischen den Zeilen zu lesen und das Gesagte richtig zu interpretieren.

4) Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie für Ihre Kommunikation und sind diese in Frankreich oder Spanien auch sehr populär?

Für meine Kommunikation nutze ich in erster Linie Xing, Facebook und LinkedIn. In Frankreich und Spanien sind Facebook, Twitter und Google+ die meist genutzten sozialen Netzwerke. Als geschäftliches Netzwerk nutzt man in beiden Ländern vor allem LinkedIn, in Frankreich auch Viadeo. Facebook wird zudem in Frankreich überwiegend privat genutzt.

Fotos: Fotolia – #24375073 © modul_a und Natascha Borota