Social-Media-Analyse am Beispiel von Ernährungstrends

GemüseGesundes und leckeres Essen, Ernährung mit und ohne Fleisch, Abnehmen, Nahrungsunverträglichkeiten etc. sind schier unerschöpfliche Themen. Sobald wir eine Zeitschrift aufschlagen, taucht eines dieser Themen auf oder es werden neue Rezepte zu neuen oder alten Ernährungstrends veröffentlicht. Beim Besuch im Hugendubel treffe ich auf ein riesiges Angebot an wunderschönen Kochbüchern oder Gesundheitsratgebern. In meiner Küche kommen jährlich neue Kochbücher ins Regal. Für jedes Nischen-Thema rund um das gute Essen kann ich ein Buch erwerben. Was heißt nun gesunde Ernährung im Jahre 2015? Welches sind die derzeit meist diskutierten Ernährungsformen?

Besonders viel Literatur, Blogs und Kochbücher beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit der veganen Ernährung. Hinzugekommen ist die Steinzeit-bzw. Paleo-Ernährung sowie ebenfalls seit längerem bekannt, die Low-Carb-Diät. Diese drei Bewegungen erfreuen sich nicht nur in Deutschland immer größerer Beliebtheit, sondern sind schon seit längerem in den USA, in UK und anderen Ländern ein spannendes Thema. Mit Hilfe von Google Trends sehen wir, wie die Entwicklung dieser drei Ernährungsformen seit 2011 aussah.

Entwicklung der drei Ernährungsformen in den letzten Jahren (rot=vegan, gelb=low-carb, blau=paleo)

Entwicklung der drei Ernährungsformen in den letzten Jahren (rot=vegan, gelb=low-carb, blau=paleo)

Die hier noch unbekanntere, aber immer populärer werdende Steinzeit-Ernährung bringt es auf Amazon.de inzwischen auf 46 deutsch-sprachige Bücher. In Frankreich sind es 24 französische-sprachige Ratgeber rund um das Régime Paléo bzw. dessen Rezepte. Vegane Ernährung wird schon etwas länger heiß diskutiert, wie Sie auf der Grafik von Google Trends sehen konnten. Ich konnte sagenhafte 1680 Treffer bei den deutsch-sprachigen Bücher identifizieren, die sich mit veganer Ernährung beschäftigen.

Dank der Social-Media-Monitoring-Software von Brandwatch hatte ich die Gelegenheit, mir diese Trends unter dem Aspekt der Social-Media-Nutzung näher anzuschauen. Die professionelle Monitoring-Software liefert hilfreiche Informationen, wie ein Unternehmen seine Marketing-Aktivitäten planen sollte, welche Themen interessant sind, auf welchen Kanälen sie diskutiert werden, wer die Meinungsführer der einzelnen Themen sind und vieles mehr.

Da Brandwatch Social-Media-Monitoring für 27 Sprachen anbietet, habe ich mir bei der Gelegenheit auch die Social-Media-Welt für die drei ausgewählten Ernährungstrends im  Nachbarland Frankreich und UK angeschaut und die Bestätigung bekommen, dass sie dort ähnlich populär sind, wie bei uns in Deutschland. Im englisch-sprachigen Raum gibt es deutlich mehr Literatur bzw. Blogartikel zu dem Thema, was ich auf die noch aktivere Nutzung sozialer Medien in den englisch-sprachigen Ländern als auch den Fakt, dass weltweit geschätzt 1,5 Milliarden Menschen der englischen Sprache mächtig sind, schiebe.

Um einen Vergleich der Entwicklung in zwei Ländern zu ersehen, habe ich auf Brandwatch einen Report erstellt, welchen ich mir täglich, wöchentlich oder monatlich z.B. für die beiden Länder Deutschland und Frankreich zuschicken lassen konnte. Dieser Bericht liefert die aktuellsten Informationen/ Clippings zu dem jeweiligen Thema in sehr übersichtlicher Form. Damit ausgerüstet bin ich täglich auf dem Laufenden, was das Thema in den beiden Ländern angeht. Solch ein Report kann praktischerweise auch an Unternehmens-Teams oder Agenturen versendet werden.

Einblicke in Ernährungstrends

Das Monitoring hat mir, obwohl ich mich relativ gut mit dem Thema auskenne, weitere nützliche Informationen zu Trends der einzelnen Ernährungsthemen geliefert. Welche Kräuter, Geschmacksrichtungen oder Frühstücksvarianten bei welcher Ernährung gerade im Trend sind, kann ich so gezielt in die Marketing-Aktivitäten von Lebensmittelherstellern einfließen lassen. Im Rahmen der Analyse ist mir aufgefallen, dass ein Frühstücksbrei mit der Geschmacksrichtung Ingwer-Ananas-Minze gerade sehr beliebt ist. Eine Tag-Cloud zeigte mir themenverwandte Stichworte, welche ich ebenfalls bei der Unternehmenskommunikation berücksichtigen kann.

Tag cloud über die Paleo-Ernährung

Tag cloud über die Paleo-Ernährung

Wo wird über welche Ernährung diskutiert?

Eine besonders wichtige Fragen für Unternehmen ist oft: Auf welchen Kanälen wird über das Thema gesprochen und wo sollte ich selbst aktiv sein. Im folgenden Chart wird z.B. ersichtlich, über welche Medien besonders aktiv über vegane Ernährung kommuniziert wird. Welche das dann ganz konkret sind, zeigt das Tool ebenfalls an.

Verteilung der Social-Media-Kanäle: Vegane Ernährung

Verteilung der Social-Media-Kanäle: Vegane Ernährung

Wer beschäftigt sich mit „meinem“ Thema?

Unternehmen werden sich u.a. auch die Fragen stellen: Welche Influencer oder Blogger könnte ich ansprechen, um die Produkte näher kennenzulernen und zu testen? Welche Blogger kochen gerne mit unseren Produkten? All das lässt sich mit der richtig aufgestellten Query auf Brandwatch in Kombination mit weiteren kostenfreien Monitoring-Recherchen herausfinden. Das Tool hat mir geholfen, neue Twitter-Nutzer zu identifizieren und Blog-Autoren, Foren-Autoren zu finden, welche in die zukünftige Social-Media-Strategie von Lebensmittelherstellern einbezogen werden könnten.

UK-Paleo-Twitter-Influencer

 

 

Fotos: Brandwatch

So erfahren Sie mehr über das Kaufverhalten Ihrer Kunden!

a6b15f15-adc0-4407-84e7-48fc505b5708

Ob Sie nun national oder international verkaufen, Sie sollten das Kaufverhalten Ihrer Kunden sehr gut kennen um sich auf dieses einstellen zu können. Seit einiger Zeit gibt es hierfür ein Tool welches ich heute kurz vorstellen möchte:

Das Consumer Barometer von Google hilft Ihnen zu verstehen, wie in anderen Ländern das Internet genutzt wird. Es ist ein interessantes Tool für jeden, der einen Einblick in das Einkaufsverhalten anderer Nationen bekommen möchte, bzw. sein Marketing so aufbauen möchte, dass es auch wirklich die richtigen Zielgruppen mit den richtigen Mitteln anspricht.

Insights

Unter Insights findet der Anwender Informationen zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie. Je nachdem ob Sie sich bei der Auswahl für „global“ oder für ein spezielles Land entscheiden, können Sie sich Daten zu folgenden Themen anzeigen lassen:

  • Anzahl der technischen Geräte pro Person
  • Smartphone-Nutzung
  • Häufigkeit der Internet-Nutzung
  • Fakten zur Popularität der Online-Suche vor dem Kauf
  • Social-Media-Nutzung
  • Nutzung des Smartphones im Rahmen des Kaufprozesses
  • Ob Online Videos zum Zweck der Produktinformation vor dem Kauf geschaut werden.

Marketing-Fachleute haben dank des Consumer-Barometers die Möglichkeit, verschiedene Frage-Szenarien abzufragen und können so mehr über die Gewohnheiten im Wunschland erfahren. Kürzlich stellte sich mir die Frage, wie populär die Online-Suche im Lebensmittel-Handel vor dem realen Kauf in verschiedenen Ländern ist. Ich konnte durch die Studie einiges erfahren, worüber ich hier berichten möchten.

Questions

In dieser Gruppierung findet der Anwender für drei Untergruppen (Multi-Screen World, The Smart Shopper, The Smart Viewer) vorformulierte Fragen, auf welche Antworten für die 47 Länder in grafischer Darstellung gefunden werden können. Noch interessanter wird es, wenn diese Fragen dann über den Filter für verschiedene Branchen (zur Auswahl stehen 10 verschiedene Branchen wie z.B. Kleidung/ Schuhe, Lebensmittel, Mobiltelefone, Flugtickets bzw. Freizeit spezifiziert werden. Auf diese Art und Weise konnte ich mir ein genaueres Bild über das Einkaufs- und Online-Suchverhalten in der Lebensmittelbranche in den Key-Ländern Deutschland, Frankreich und UK machen und folgende Ergebnisse herauslesen.

Lebensmittel-Branche: Informationen zum Kaufverhalten der Kunden in Frankreich, Deutschland und UK

1. Inwieweit war das Internet in den Kaufprozess mit einbezogen?

Antwort: In UK und Frankreich haben 23% der Nutzer online gesucht. In Deutschland waren es nur 9%. Der Anteil der Personen, die wirklich online gekauft haben, lag in UK bei 16%, in Frankreich bei 10% und in Deutschland sogar nur bei 2%.

2. Wo haben die Nutzer ihre Lebensmittel eingekauft?

Antwort: In Deutschland ist der Anteil der Lebensmitteleinkäufe, die im Ladengeschäft getätigt werden, mit 95% noch am höchsten. In UK waren es 83%, in Frankreich lag man knapp darunter mit 82%.

Über das Consumer Barometer von Google:

Durchgeführt wurde die Studie von TNS Infratest im Auftrag von Google. Im Zeitraum von Januar – März 2014 wurden Personen aus 47 Ländern entweder per Telefon oder in persönlichen Interviews befragt. Pro Land standen ca. 3000 Einwohner für die Studie zur Verfügung. Das Tool ist sehr leicht zu bedienen, bietet umfangreiche Informationen, die sehr gut übersichtlich in Balkendiagrammen und unterschiedlichen Farben dargestellt werden. Ich kann nur empfehlen, sich das Tool mal in Ruhe für verschiedene Fragen anzuschauen und in den Recherche-Alltag zu integrieren. Vor einiger Zeit habe ich schon über eine ähnliche Studie berichtet, welche von TNS durchgeführt worden ist. Den ausführlichen Artikel dazu finden Sie hier.

 

Erkenntnisse für Ihr globales Influencer Marketing

Blogger sign for internet blogs & computer users

Influencer Marketing bzw. Blogger Relations gewinnen immer mehr an Bedeutung. In manchen Ländern werden sie schon seit Jahren sehr aktiv in die Marketing-Aktivitäten eingebunden, in anderen Ländern ist diese Entwicklung noch relativ jung. Eines haben die Unternehmen, die Influencer Marketing betreiben gemeinsam: Sie haben deren große Bedeutung für sich und ihre Unternehmensziele bereits erkannt. Interessante Fakten lassen sich zu diesem Thema aus dem „Digital Influence Report 2013“  herauslesen welcher von TechnoratiMedia (eine der größten Monitoring-Seiten für Blogs) für den US-Markt durchgeführt worden ist. Hierfür wurden 6.000 Influencer, 1.200 Verbraucher und 150 Vermarkter befragt. Ein sehr interessantes Ergebnis dieser Studie zeigt, dass Blogs in puncto Kaufentscheidung den größten Einfluss haben. 31,1% der Befragten antworteten, dass Blogs mittlerweile einen minimal größeren Einfluss auf die Kaufentscheidung haben als z.B. Facebook mit 30,8 %.

Gerade wenn Sie noch relativ am Anfang stehen, beschäftigen Sie sich sicherlich mit vielen Fragen hinsichtlich des Umgangs mit den Influencern. Folgende Fragen hat sich Augure in seiner „Influencer-Studie“ genauer angesehen:

Wie spreche ich meine Influencer an und worauf sollte ich dabei achten? Welche Art von Kooperationen kommen wo besonders gut an? Wie bei vielen Social-Media-Themen gibt es auch hier landestypische Unterschiede. Wenn Sie diese kennen und das Wissen entsprechend anwenden, kann sich die Zusammenarbeit mit Ihren Influencern deutlich besser gestalten. Die Augure-Studie spiegelt die wichtigsten Punkte zum Thema Blogger Relations in verschiedenen Ländern wider.

Befragt worden sind PR- und Marketing-Experten aus Spanien, Frankreich, UK und USA sowie aus weiteren Ländern. Dabei repräsentieren ca. 70 % den spanischen und französischen Markt.

Herausforderungen bei der Identifizierung von Influencern

Als eine der größten Herausforderungen wird das Identifizieren der richtigen Influencern angesehen. 61% der befragten Experten waren dieser Meinung. 56% antworteten, dass es schwierig ist, sich bei Influencern als Unternehmen oder Agentur Gehör zu verschaffen. 44% antworteten, dass das Measurement, das Berechnen des ROI einer Influencer-Marketing-Aktion der schwierigste Teil sei.

Wer ist ein Influencer?

  • 79% sagten, dass er in der Lage ist, Meinungen zu vertreten und Reaktionen im Publikum auszulösen, wenn er über ein bestimmtes Thema spricht bzw. darüber berichtet.
  • 73% meinten, dass die Menge der Zuhörerschaft/ Follower besonders wichtig sei.
  • 62% beziehen sich vor allem auf den „Share of Voice“: Der Menge an Gesprächen die ein Influencer zu einem bestimmten Thema führt.
  • In diesem Report kam heraus, dass Klout keine gute Messlatte ist um Influencer zu benennen. In Frankreich halten nur 5% der Experten etwas davon, Klout in den Prozess der Identifizierung einzubeziehen. In Spanien sind es mit 10% auch nur ein paar mehr, die etwas davon halten.
  • Bei der Identizifierung der Influencer arbeiten viele Unternehmen mit einer Skala von 1 (sehr wichtig) bis 5 (unwichtig) sind den von eMarketer befragten Unternehmen vor allem Facebook Freunde (2,59), Likes (2,36) und die Follower auf Twitter (2,4) wichtig, um die Meinungsführer für ihre Marken zu finden. Ebenfalls sehr wichtig sind die Unique Visitors eines Blogs und die Page views.

Welche Kanäle eignen sich am besten für die Kontaktaufnahme?

  • 66% sind der Meinung, dass die Kontaktaufnahme per E-Mail am erfolgreichsten ist, da dieser Kanal am wenigsten aufdringlich wirkt.
  • Gefolgt wird diese von Twitter mit 57%, dann kommt der Blog des Influencers mit 52%.
  • Weiter hinten stehen Facebook und G+ an. Nicht zu vergessen sind auch offline-Veranstaltungen wie Messen und Konferenzen.

Wie geht man vor, wenn man strategisch zusammenarbeiten möchte?

  • Die Rolle des Influencers ist in folgenden Situationen besonders strategisch: Bei Produkt-Vorstellungen (76%), bei der Bewerbung und Verteilung von Inhalten (57%) bzw. bei der Bewerbung von Veranstaltungen oder Webinaren (50%).
  • Einige Unternehmen haben inzwischen erkannt, dass sie mit Influencern ihre Zielgruppe besser erreichen können als mit traditionellen Medien und setzen sich direkt mit ihnen in Verbindung um die Sichtbarkeit ihrer Marke zu verbessern.
  • Inwieweit macht es Sinn, Influencer in Produkt Launches einzubeziehen? 82% der Agenturen und 74% der Unternehmen sehen das eher kritisch.
  • So konzentrieren sich 55% der Befragten Unternehmen auf Events, da diese ihrer Meinung nach die beste Form der Interaktion für diesen Zweck bieten.
  • 31% konzentrieren sich eher auf Produkt-Tests, 17% versenden Muster bzw. kleine Geschenke an Blogger.

Influencer und das Erstellen von Content

  • 44% arbeiten gerne mit Influencern zusammen um Content zu erstellen. Dazu gehören meist Gastartikel, Interviews und Kooperationen. Besonders in Frankreich wird auf diese Art und Weise an Content gearbeitet. 56% der Befragten gingen dort so vor.
  • Zur Verbreitung der Inhalte spielen Blogger bzw. Influencer eine sehr wichtige Rolle. Dem stimmten 64% der Marketing-Experten und 54% der Kommunikations- und PR-Experten zu.

Schickt man nun Pressemitteilungen an Influencer? Ja oder Nein?

  • 46% der hier Befragten haben zugegeben, dass sie dies tun. Gerade auf dem französischen Markt ist das Gang und Gebe (50%).
  • In Spanien werden mit ca. 30% eher weniger Pressemitteilungen an Influencer versendet. Nur 22% sind der Meinung, dass es effektiv ist, Unternehmensnachrichten an Blogger zu versenden.

Was erwarten Blogger?

  • Das A und O ist es zu wissen, dass Blogger bei der Erstellung ihres eigenen Contents unterstützt werden möchten. Wenn Sie sie mit Informationen, Produkten, Antworten auf ihre Fragen, und gerne auch Zugang zu exklusivem Material unterstützen können, ist das schon die „halbe Miete“.
  • 31% der Befragten antworteten, dass ihnen das besonders wichtig wäre.
  • 28% antworteten, dass sie vor allem auf der Suche nach exklusiven Informationen sind. Diese beiden Punkte sind Bloggern deutlich wichtiger als die Vergütung in finanzieller Form, durch Geschenke oder Produkte.
  • Die finanzielle Aufwandsentschädigung liegt mit 16% erst an dritter Stelle.
  • 12% erwarten Einladungen zu Veranstaltungen und nur 9% Produkt-Tests.
  • Je jünger der Kontakt zum Blogger ist, desto eher wird erwartet, dass er Produkte kostenfrei zugeschickt bekommt.

Welche Fragen beschäftigen Sie im Rahmen Ihrer internationalen Aktivitäten mit Bloggern? Haben Sie Unterschiede festgestellt und wenn ja, welche? Ich freue mich auf Ihre Kommentare zu dem Thema!

 

 

 

 

Interview mit Spreadshirt: Internationalisierung mit „easy first“ Strategie

Galerie

Diese Galerie enthält 2 Fotos.

Durch die Global Retail Empire Studie von OC&C Strategy Consulting bin ich u.a. auf die Internationalisierung von Spreadshirt aufmerksam geworden. Das deutsche Unternehmen aus Leipzig stellt ein gutes Beispiel für eine Internationalisierung einer deutschen Online-Plattform dar und ich möchte es hiermit … Weiterlesen

Online-Marktplätze in Frankreich

??????????????????

Ein eigener international agierender Onlineshop bedeutet für das Unternehmen eine Menge Zeit und einen relativ hohen finanziellen Aufwand. Wenn Sie den französischen Markt kennenlernen möchten und ein Gespür für das internationale Geschäft bekommen möchten, haben Sie auch die Möglichkeit, sich vorerst auf Marktplätze im Internet zu konzentrieren. Frankreich ist spannend. Es ist unser unmittelbares Nachbarland und für viele Unternehmen aus diesem Grunde verlockend, sich dort zu engagieren. Zudem ist Frankreich laut Comscore der drittgrößte E-Commerce-Markt in Europa.

Neben einer genauen Marktanalyse ist hier der Aufwand verhältnismäßig gering und vor allem finanziell mit weniger Risiken verbunden. Einige Marktplätze sind sogar kostenfrei, bei anderen halten sich die Gebühren in überschaubarem Rahmen. Internet-Marktplätze erfreuen sich auch in Frankreich sehr hoher Beliebtheit. Sie sind so strukturiert, dass sie ein optimales Shopping-Erlebnis für den Kunden garantieren.

Sie sprechen kein Französisch? Das ist für die Marktplätze kein Problem. SEO und Kundenservice wird von ihnen für Sie übernommen. Außerdem gibt es verschiedene Lösungen, um Übersetzungen durchführen zu lassen. Hierzu könnte ich einen separaten Blogartikel schreiben.

Für Unternehmer, die sich näher mit dem französischen Markt beschäftigen möchten, habe ich Informationen zu den wichtigsten französischen Marktplätzen zusammengestellt. Für den Start empfiehlt es sich, einen oder zwei der Marktplätze auszuprobieren und die Entwicklungen zu beobachten.

Laut einer Médiamétrie/ NetRankings-Statistik, veröffentlicht auf Prestashop sind die folgenden Marktplätze auf dem französischen Markt besonders populär:

Priceminister

Produkt-Kategorien: Musik, Bücher, Spielzeug, Computerspiele, Computer und Zubehör, Haus und Garten-zubehör, Sport, Freizeitartikel, Mode, Weine und Gewürze.

Besondere Eigenschaften:

  • Kostenfrei für den Verkäufer, garantierte Bezahlung an den Verkäufer, keine Versteigerungen, man stellt eine Annonce mit Bildern und Beschreibung ein.
  • Priceminister schlägt einen Preis vor, um das Produkt bestmöglich zu verkaufen. Sie als Verkäufer können natürlich endgültig bestimmen, zu welchem Preis sie verkaufen.
  • Der Versand erfolgt über Sie als Verkäufer. Sobald Sie die Information von Priceminister haben, dass das Produkt verkauft ist, können Sie es versenden.
  • Der Kundenservice sollte auf Französisch angeboten werden.

Fakten: 20.490.000 Käufer können erreicht werden.

Kosten für Verkäufer: keine

LaRedoute

Produkt-Kategorien: Mode für Damen, Herren und Kinder, Schuhe, Accessoires und Heimtextilien.

Fakten:

  • In 26 Ländern aktiv.
  • La Redoute ist die Nummer 1 Mode- und Hausartikel-E-Commerce-Seite in Frankreich mit 9,2 Millionen Besuchern/ Monat.
  • Die Seite zählt 11 Millionen aktive Nutzer. Vor allem Frauen zwischen 26 und 35 kaufen hier besonders gerne ein.

Besondere Eigenschaften:

  • Die offizielle Sprache ist Französisch. Als Anbieter bzw. Marketplace-Anbieter sollten Sie sich einen Weg überlegen, wie Sie einen französisch-sprachigen Kundenservice anbieten.
  • Um auf der Seite verkaufen zu können, wird eine EAN-Nummer benötigt.
  • Es darf nur Neu-Ware angeboten werden, verschiedene Produkt-Kategorien sind möglich wie z.B. Elektronik, Foto-Ausrüstung und Schmuck.
  • Weitere Details zu einem Verkäuferkonto auf La Redoute hat Channeladvisor hier zusammengefasst bzw. wird das Prinzip in diesem französischen Video kurz erklärt.
  • Jeder Marketplace-Anbieter kümmert sich selbst um den Versand.
  • Bei Problemen oder Rückfragen kann sich der Kunde direkt an den Marketplace-Verkäufer per E-Mail wenden.
  • Jeder Marketplace-Anbieter legt die Preise selbst fest und regelt die Liefer- und Zahlungsbedingungen. Diese werden eindeutig im „Warenkorb“ beschrieben.
  • Die Anmeldung als Markeplace-Verkäufer bei La Redoute erfolgt über diese Seite.

Kosten für Verkäufer: keine.

Amazon

Produkt-Kategorien: So gut wie jedes Consumer-Produkt kann dort verkauft werden bzw. erworben werden. Angefangen über Bücher, Elektronik zu Lebensmitteln und Heimtextilien, Bekleidung, Gartenzubehör, Möbeln und Auto-Zubehör.

Fakten:

  • Sie erreichen Millionen von Amazon-Kunden.
  • Informationen für internationale Verkäufer.
  • Es besteht die Möglichkeit, ein europäisches Verkäuferkonto einzurichten. Wichtige Informationen zu den Richtlinien für den internationalen Verkauf bietet Amazon auf seiner Webseite an.
  • Möglichkeit, die Produkte auf fünf großen europäischen Amazon-Märkten zu verkaufen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.
  • Der Einkauf ist dadurch durch 1-Click auch aus dem Ausland möglich.
  • Schneller und einfacher Versand durch Amazon möglich – in alle 28 EU-Länder.
  • Der Ablauf ist ganz einfach: Sie listen Ihre Prdoukte auf Ihrem Amazon-Konto, Kunden entdecken Ihre Produkte und kaufen. Sie erhalten dann eine Information, die Produkte für den Versand vorzubereiten oder Sie bitten Amazon, sich um den Versand zu kümmern. Wie dies organisiert wird, ist hier beschrieben worden. Amazon Payments leitet die Zahlungen dann an sie weiter.
  • Die FAQs zum europäischen Verkäuferkonto finden Sie hier.

Kosten für Verkäufer:

  • Amazon bietet zwei Möglichkeiten, die Produkte zu verkaufen. Wenn Sie nur vereinzelt Produkte verkaufen möchten, berechnet Amazon einen Betrag von 0,99 €/ pro verkauftem Artikel. Sollten Sie mehrere Produkte bzw. ganze Produktlisten verkaufen wollen, dann ist es sinnvoll, sich für eine monatliche Grundgebühr von 39,00 € + Verkaufsprovision pro Artikel zu entscheiden. Die ersten drei Monate sind dabei komplett kostenfrei. Details können hier entnommen werden.

 

Ebay

Sie erreichen ungefähr 100 Millionen Käufer in 14 verschiedenen Ländern.

Produkt-Kategorien: Mode, Elektronik, Sammler-Artikel und Antiquitäten, Haus- und Gartenzubehör, Ersatzteile für Autos, Bücher, Musikartikel, Video, Alles fürs Kind…

Fakten:

  • Ebay bietet auf seiner Webseite eine Übersicht über die internationale Reichweite mit hilfreichen Informationen für Unternehmen für ihre Geschäftsexpansion.
  • Zu den Top-Verkaufsländern auf eBay zählen USA, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien und Spanien.
  • Produkte die in Frankreich nicht verkauft werden dürfen, werden hier aufgelistet.
  • Rechtliche Regelungen für den Verkauf ins Ausland für gewerbliche Verkäufer werden ebenfalls von eBay bereitgestellt.
  • Umfangreiche Informationen zu Lieferbedingungen, Auswahl des richtigen Transportunternehmens und Zollformalitäten.

Kosten für Verkäufer:

  • Werden die Angebote auf die deutsche Seite gestellt, fallen keine zusätzlichen Angebotskosten an. Stellen Sie sie direkt auf internationale Ebay-Webseiten ein, fallen zusätzliche Kosten an. Für den Verkauf auf eBay.fr schaut das dann wie folgt aus.
  • Als Beispiel kostet die monatliche Gebühr für eine „Boutique“ in Frankreich monatlich 29,95 Euro. Für Medienprodukte zahlen Sie 0,10 Euro Einführungsgebühren, Kommissionsbeträge belaufen sich auf 4,5%-6,5% des Verkaufspreises.
  • Umfangreiche Informationen zur Abwicklung Ihrer Aufträge und des internationalen Versandes finden Sie hier.
  • Hilfreich ist der von eBay angebotene Versandkosten-Rechner welcher konkret für die Größe der Ware einen Preis ermittelt.
  • Übersetzungen können kostenlos über Google Translate oder Bing erstellt werden.
  • Übersetzungsdienstleister – werden von diesen auch auf den ausländischen eBay-Seiten eingestellt und optimiert.
  • Die Bezahlung der Gebühren kann über PayPal, Kreditkarte, Banküberweisung etc. erledigt werden. Die verschiedenen Möglichkeiten werden hier detailliert aufgelistet.

Cdiscount

Produkt-Kategorien: Video-Spiele, Elektronik-Artikel, Auto-Zubehör, Bastelbedarf, Haus und Dekoration, Kleidung und Schuhe, Babyartikel, Schmuck, Sportartikel, Wein und Lebensmittel.

Fakten:

  • Über Cdiscount lassen sich ca. 10 Millionen Kunden erreichen.
  • Über diese Seite können Sie ein Verkäuferkonto einrichten.
  • Zu allererst ist es erforderlich, das Formular „C le Marché“ auszufüllen und vom Cdiscount-Team genehmigen zu lassen.
  • Vorab sollte man sich als Verkäufer im Klaren sein, dass alle notwendigen Bedingungen erfüllt werden können.
  • Über Discount lassen sich auch die Märkte in Kolumbien, Vietnam und Thailand erreichen.
  • Es besteht die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Versand-Möglichkeiten zu wählen. Direkt an den Käufer, Lieferung an ein Geschäft, Abholung durch den Kunden in einem Geschäft oder Lieferung an eine Packstation.

Kosten für Verkäufer:

  • Monatlich fällt ein Beitrag von 35 Euro an. Dieser Betrag wird immer zum 1. eines jeden Monats automatisch von den angefallenen Kommissionsbeiträgen abgezogen. Die Kommissions-Beträge reichen von 4% des Verkaufsbeitrages für z.B. Konsolen bis zu 12,5% bei Produkten wie Spielzeug, Musikinstrumente, High-Tech, Dekorationsartikel, Mode, Schmuck und Sportartikel usw.

FNAC

Produkt-Kategorien: Sehr breite Produkt-Palette von Büchern, Kinderartikeln, Elektronik über TV, Foto- und Computerausstattung zu Haushaltsartikel, Geschenkartikel und Tickets für Veranstaltungen und Reisen.

Fakten:

  • Für Profi-Verkäufer gibt es die Möglichkeit, ein Verkäuferkonto einzurichten. Ansonsten, für Privatpersonen bietet es sich an, die Artikel, die ursprünglich bei FNAC gekauft worden sind und nicht mehr benötigt werden, dort auch wieder zu verkaufen.
  • Die Konditionen des Profi-Verkäuferkontos sind hier verfügbar.

Kosten für Verkäufer:

  • Für Verkäufer fällt ein Kommissions-Beitrag von 8%-15% je nach Produkt-Kategorie oder Preis-Segment an.

Um französische Kunden zu erreichen, gibt es noch mehr Marktplätze wie z.B.  2xmoinscher (heißt übersetzt: 2 x günstiger), Pixelmania (International: in 30 Ländern aktiv), Rueducommerce.fr, paruvendu.fr und pixplace.pixmania.com. Je nachdem, in welcher Branche Sie aktiv sind, lohnt sich eine Recherche, ob einer dieser Marktplätze für Sie in Frage kommt.

Foto: Fotolia © Elenarts  

 

 

Studie zum internationalen E-Commerce und 7 Tipps für Ihre erfolgreiche internationale Expansion

Online shopping concept

Der Global Retail E-mpire Report (Studie von OC&C Strategy Consultants und Google) von Januar 2014 schätzt den Wert des Online-Handels der sechs größten E-Commerce-Märkte auf die Hälfte des weltweiten E-Commerce-Volumens. Zu den größten Märkten gehören UK, USA, Deutschland, Nordics, die Niederlande und Frankreich. Es zeigt sich, dass im Retail-Bereich mehr und mehr internationalisiert wird und der Handel zwischen verschiedenen Ländern exponentiell ansteigt.

Vergleicht man diese sechs Länder, stellt man fest, dass der Online-Handel in Großbritannien das größte Wachstum verzeichnen wird, gefolgt von den USA und Deutschland.
Zurückzuführen sind die Erfolge auf einen steigenden Anteil der Bevölkerung mit Internet-Anschluss und das gesteigerte Vertrauen der Kunden in den Online-Handel. Der Grund, dass gerade in UK der E-Commerce so erfolgreich ist, ist sicherlich, dass es einer der fortschrittlichsten E-Commerce-Märkte weltweit ist und dass auch viele internationale Kunden den UK Marken ihr Vertrauen schenken.

Die Global Retail E-mpire-Infografik erzählt uns noch mehr über die großen internationalen Marken und was auch andere Retailer von ihren Aktivitäten lernen können.

Webseiten und Globalisierung:

  • Globale Webseiten und weltweite Lieferungen ermöglichen die Expansion.
  • Die Grafik zeigt, wieviele unterschiedliche Sprachen die Länder auf ihren Webseiten anbieten und in wieviele verschiedene Länder sie liefern. Spitzenreiter bei den Sprachen ist Deutschland mit durchschnittlich 5 angebotenen Fremdsprachen und UK führt mit über 40 Ländern, in welche Waren versendet werden.

Fakten zum internationalen E-Commerce:

  • Die Top internationalen Pure-Player im internationalen Online-Handel sind die amerikanischen Unternehmen Amazon, Ebay gefolgt vom deutschen Zalando.
  • Zu den Top Multichannel-Unternehmen im internationalen Online-Handel zählen die skandinavischen Marken Ikea und H&M. Danach folgen amerikanische Marken wie Avon und Apple.
  • Luxusartikel, Mode und Sportartikel werden besonders gerne online gekauft. Die erfolgreichsten Marken im internationalen E-Commerce sind entsprechend sehr bekannte Marken: Adidas belegt den ersten Platz, gefolgt von den französischen Marken Louis Vuitton und Hermes.

Besonderen Fokus sollte bei der internationalen Markteroberung auf die folgenden 7 Punkte gelegt werden:

  • Strukturieren Sie die Markteroberung und legen die Zielgruppen fest, welche sich am einfachsten ansprechen lassen.
  • Arbeiten Sie auch mit Marktplätzen auf internationaler Ebene.
  • Identifizieren Sie die richtigen Zahlungsmethoden für die unterschiedlichen Länder.
  • Lokalisieren Sie auf Ihrer Webseite besonders da, wo es für Kunden besonders wichtig ist.
  • Ermitteln Sie die richtige Multi-Channel-Herangehensweise für Ihre Auslandsexpansion.
  • Entwickeln Sie eine geeignete Strategie um auf sich aufmerksam zu machen und um Kunden auf Ihre Webseite zu locken.
  • Entwickeln Sie eine Preis-Strategie um erfolgreich internationale Märkte bedienen zu können.

Welche Erfahrungen haben Sie im Zuge der Expansion gemacht? Welche Punkte halten Sie für besonders wichtig bzw. haben Sie noch Ergänzungen?

 

„Ici on parle Franҫais!“ oder meine Beobachtungen im französisch-sprachigen Internet

tablette et drapeau Français : parlez-vous français

Französisch ist eine wunderschöne melodische Sprache und wem hierzulande ist nie aufgefallen, für wieviele technische Begriffe der Franzose ein eigenes wohlklingendes Wort gefunden hat. Während bei uns vor allem in der IT-Sprache ein neues englisches Wort nach dem anderen Einzug hält, hört man seit Jahren in Frankreich Wortkreationen für technische, internet-affine Begriffe. Ich denke hier an Begriffe wie „ordinateur“ für Computer oder „baladeur“ für Walkman, um zwei altbekannte Beispiele zu nennen. In diesem Artikel schreibe ich über meine Beobachtungen der jüngsten Zeit.

Mit Social Media, Web 2.0 und dem alltäglichen Umgang mit Technik, frage ich mich allerdings, inwieweit sich Anglizismen in Frankreich nicht doch so langsam durchsetzen. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto schwieriger lässt es sich mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Auf der einen Seite gibt es da die Puristen, die die französische Sprache bewahren möchten und sich verschiedene Möglichkeiten überlegt haben, um sie zu schützen. An erster Stelle fällt mir dazu das Gesetz von Jacques Toubon ein.

 

Das Gesetz „Toubon“

Laut „Loi Toubon“ ist es notwendig, dass alle Begriffe welche sich an französische Endkunden wenden, auch auf Französisch verwendet werden sollten. Dies ist auch notwendig, wenn der Franzose in den meisten Fällen den englischen Begriff kennt bzw. ihn selbst in der mündlichen Sprache sicherlich oft verwendet. Was genau ist das Gesetz bzw. „La loi Toubon“?
Jacques Toubon war französischer Kulturminister von 1993-1995 und hat ein Gesetz erlassen, welches die Spracherhaltung der traditionellen französischen Sprache gegenüber der die Überhand gewinnenden Anglizismen, sicherstellen sollte.
So ist es vorgeschrieben, dass die französische Sprache in der Werbung verwendet wird. Wenn Slogans in englischer Sprache erscheinen, sollten diese unbedingt ins Französische übersetzt werden. Es ist den Unternehmern allerdings erlaubt, Markennamen auf Französisch zu kreieren, was viele machen, um das Gesetz auf ihre Art zu umgehen.
Um die Frankophonie zu fördern, wurde vorgeschlagen, Anglizismen in einer Liste nachschlagen zu können, um das französische Gegenstück zu suchen.

 

Anglizismen in Frankreich

Auf der anderen Seite beobachtet man in der mündlichen, aber auch zunehmend in der schriftlichen Sprache, dass sich Anglizismen durchgesetzt haben und eigene Formen gefunden worden sind.

Wie hier in diesem Artikel auf Slate.fr analysiert wird, gibt es für den Franzosen drei Gründe, Anglizismen in die französische Sprache zu integrieren.

 

1) Die unvermeidbaren Wörter

Solche Wörter sind z.B. Wörter wie „football“ oder „week-end“. Denn wer sagt schon, dass er eine Runde Ball mit dem Fuß spielen möchte (une partie de balle au pied).

 

2) Wörter, welche oft kritisiert werden und eigentlich durch französisch-sprachige Synonyme ersetzbar wären.

In Frankreich sagt man „parking“, obwohl es im britischen Englisch richtig „car park“ heißen würde. So wird das Wort „camping“ für den Campingplatz sehr gerne verwendet, dabei heißt es im Englischen eigentlich richtig „camp site“. Es wundert mich nicht, dass Puristen gar nichts von den Wörtern auf die Endung -ing halten.

 

3) Wörter der modernen Welt, die einfach „cool“ sind

So werden englische Verben gerne auf die französische Art konjugiert, wie hier bei uploadé in der Welt des Web 2.0. Genauso häufig lese oder hört aber auch das französische télécharger.

 

Häufig gehörte oder gelesene englische Begriffe: 

Die folgende Liste zeigt eine Auswahl an IT-Begriffen, die in Frankreich gerne in englischer Sprache verwendet werden:

  • Le Web
  • Laptop
  • Uploader (wir als Verb kongugiert)
  • Screenshot
  • Downloader (wird als Verb konjugiert)
  • Geek
  • Nerd
  • Post
  • Plugin
  • Chat
  • Followers
  • Playlist
  • Hotline

Das Vorhandensein der englischen Sprache in der französischen Werbung und Handel heißt nicht, dass die Franzosen weniger Nationalstolz hätten bzw. weniger an ihrem Land bzw. ihrer Kultur hängen. Es zeigt eher, dass sie sich der zunehmenden Globalisierung öffnen. Schon vor 100 Jahren haben es bestimmte englische Begriffe geschafft, sich in Frankreich zu etablieren und so ist das auch heute noch.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Beraterin für Unternehmen mit Internationalisierungsplänen, lese ich häufig und gerne französische News-Seiten bzw. Blogs und ich freue mich, dass ich viele Internet-Begriffe vorfinde, welche die Puristen auf jeden Fall erfreuen sollten. Untenstehend sehen Sie eine Liste an Web 2.0 Vokabular, welches ich selbst zusammen gestellt habe. Ich finde, sie zeigt, dass neben vieler Anglizismen sehr wohl das Französische weiterlebt und einen festen Platz in der Web 2.0-Kommunikation hat.

Internet auf Französisch: 

  • Réseaux sociaux – Soziale Netzwerke
  • Internautes – Internet-Nutzer
  • Bouche-à-oreille – Mundpropaganda
  • Mot diège – Hashtag
  • Page d’accueil – Homepage
  • Courriel – E-Mail
  • Boutique internet / Boutique en ligne – Onlineshop
  • Mobilautes – mobile Internet-Surfer
  • Banque en ligne – Internet-Banking
  • numérique, en ligne – Online
  • Bouton – button
  • Ordinateur – Computer
  • Mot clé – Keyword
  • Identité numérique – Internet-Identität
  • Bloguer – Blogger
  • Tweeter – twittern

Welche französischen Wörter fallen Ihnen auf, die in Deutschland als Anglizismen verwendet werden, in Frankreich aber ihr eigenes französisches Wort haben?

 

Foto: Fotolia © Jérôme Rommé

Welche sozialen Netzwerke kennt und nutzt man in Frankreich?

business team with sign on France map flag illustration

Im heutigen Artikel stelle ich die Ifop-Studie „L’Observatoire des Reseaux Sociaux“ über die Bekanntheit der soziale Netzwerke in Frankreich vor. Diese gibt uns einen Einblick, welche Netzwerke im Nachbarland besonders attraktiv sind und welche Tendenzen sich in Bezug auf die Nutzungsweisen von sozialen Netzwerken in Zukunft abzeichnen können.

Welche Netzwerke sind beliebt? 

Die französische Bevölkerung kennt nicht nur Facebook, Youtube und Twitter sondern acht weitere soziale Netzwerke sind bei 70% der Bevölkerung bekannt und werden entsprechend aktiv genutzt.

Die Top-Liste der bekannten Netzwerke wird von den großen amerikanischen Seiten angeführt:

  • 97% Facebook
  • 95% Youtube
  • 94% Twitter.

Aber die französische Netzwerk-Kultur hört hier nicht auf. 70% der Befragten kennen zudem Skype, Google+ (87%), Dailymotion, Copain d’avant und Deezer.
86% der Internet-Nutzer sind Mitglied in mindestens einem sozialen Netzwerk. 2007 waren es nur 20%. Richtig populär wurden sie im Jahr 2009, wo 77% der Internet-Surfer sich in einem sozialen Netzwerk angemeldet haben. Im Vorjahr waren es nur 27%. Aktuell verfügt ein Internet-Nutzer im Durchschnitt ca. 4,5 Accounts. Im Jahr 2009 waren es z.B. nur 1,9 Accounts.
63% der französischen Internet-Nutzer sind bei Facebook registriert, die Zahlen steigen weiter seit 2012. Google+ hat inzwischen 32% der Nutzer für sich begeistern können.
Auch Twitter macht Fortschritte und zählt inzwischen 17% der eingeschriebenen Nutzer (Anstieg von 5% zum Vorjahr).

Welches Business-Netzwerk „gewinnt“ in Frankreich?
LinkedIn führt mit 47% (Zuwachs von 14 %-Punkten) verglichen mit seinem kleineren lokalen Konkurrenten Viadeo welches es nur auf 36 % bringt und nur 5%-Punkte zugelegt hat.
Allerdings gehören die Business-Netzwerke nicht zu den Netzwerken, welche besonders häufig frequentiert werden. Von französischen Geschäftsleuten, Arbeitssuchenden etc. wird LinkedIn von ca. 5% wirklich täglich gecheckt, 26% der Nutzer schauen wöchentlich nach Updates und 41% nutzen das weltweit größte Business-Netzwerk nur einmal monatlich. Zum Vergleich, auf weltweiter Ebene hat LinkedIn 259 Millionen Nutzer und 35% loggen sich dort täglich ein.
Wer nutzt die Netzwerke besonders aktiv?
Leitende Angestellte, die „Cadres“ sind häufiger in den sozialen Medien anzutreffen als andere Berufsgruppen. Bevorzugte Netzwerke sind: Facebook 75%, Skype 57%, Deezer 38%, Youtube 37% und Google+ 37%.
Arbeiter trifft man am ehesten auf Facebook, aber auch da sind sie nicht so breit aufgestellt wie Angestellte.
Top 5 der Arbeiter: Facebook 66%, Skype 39%, Google+ 32%, Copains d’avant 32% und Youtube 29%.

Wohin geht die Reise? Wo liegen in Zukunft die Prioritäten?
Interessanterweise sagten 40% der Internet-Nutzer aus, dass sie der Zeit nachtrauern, wo es noch keine sozialen Netzwerke gab.
44% der registrierten Internet-Nutzer erklärten, dass sie weniger Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen möchten um sich dort an Diskussionen zu beteiligen oder um Fotos, Videos oder Gags zu teilen.
67% der registrierten Nutzer wollen genauso viel Zeit oder mehr damit verbringen, interessante Artikel, Fotos und Videos teilen.
78% wollen genauso viel Zeit oder mehr damit verbringen, Informationen in den sozialen Netzen zu recherchieren, ohne sich selbst einzubringen bzw. zu reagieren.

Ursache für das verringerte Engagement?
60% erklärten, dass sie sich mehr um ihre persönlichen Angelegenheiten kümmern wollen.
Für 44% liegt es an der starken Präsenz von Werbung in den sozialen Medien,
33% haben das Bedürfnis echte Treffen im echten Leben zu arrangieren, anstatt so viel Zeit in der virtuellen Welt zu verbringen.

Auf die Frage hin, ob sich die Nutzer von einem oder mehreren Accounts trennen wollen, antworteten:

  • 56% mit Nein
  • 38% mit Ja, zumindest von einigen von meinen Accounts und
  • 6% wollen sich von allen abmelden.

Über die Studie: Für diese Studie hat die Ifop 2005 Internet-Nutzer vom 21.-28. November 2013 befragt. Es wurden 56 soziale Netze abgedeckt.
Wohin geht die Reise im neuen Jahr? Was machen die Jugendlichen, wenn sie nicht mehr so viel Zeit auf Facebook verbringen? Die Antwort wie hier auf e-orientations.com beschrieben, sind mobile Apps und alternative Kanäle: Fotos durch Snapchat teilen, Foto-Video- oder auch Audio-Inhalte über Pheed teilen, Twitter-Videos Vine und viele andere mehr werden sich aller Voraussicht nach noch mehr Beliebtheit erfreuen. Ob nun in Deutschland, England, Frankreich oder Spanien: die mobile Kommunikation über verschiedene Netzwerke wird eine noch stärkere Rolle einnehmen als es jetzt schon der Fall ist.

Dieser Beitrag ist Teil der #Blogparade #Frankreich, organisiert vom eCommerce-Blog mehrsprachig-handeln.de. Wer noch mehr über Frankreich erfahren möchte, findet da interessante Artikel zu vielfältigen Themen rund um unser schönes Nachbarland.

Foto: Fotolia © Stephen Finn

Online-Shopping in Frankreich: Das Einkaufsverhalten im Nachbarland

Online shopping concept

Das Zusammenspiel von Online-Handel und traditionellen Geschäften

unter der Lupe

Sie interessieren sich für die Online-Einkaufsgewohnheiten der Franzosen? Diese Studie von Ifop-Bonial vom Oktober 2013 gibt interessante Einblicke in Tendenzen, Frequenz der Online-Einkäufe, Präferenzen der Franzosen in Bezug auf Webseiten und wie z.B. Werbung bei ihnen ankommt.

Wie oft kaufen unsere französischen Nachbarn im Internet?

Franzosen sind über die verschiedensten Geräte mit den Internet vernetzt. Sobald sie ein Smartphone besitzen, verstärkt sich ihre Bereitschaft, online zu kaufen.

  • 2% der Franzosen kaufen täglich im Internet.
  • 12% jede Woche.
  • 89% mindestens einmal im Jahr.
  • 11% kaufen nur selten im Internet.
  • 70% der Besitzer von Smartphone oder Tabletts kaufen mindestens einmal im Monat im Internet, der französische Durchschnittswert liegt bei 62% (monatliches Online-Shopping).

Auf die Frage hin, ob lieber in einem realen Geschäft oder dessen Web-Shop eingekauft wird, so beantworteten 76% der Befragten dies mit „Ja“ während ca. 24% bevorzugt bei reinen Internet-Händlern (welche über keine eigenen Läden verfügen) einkaufen.

In Deutschland zeigen sich ähnliche Tendenzen. So lesen wir aus diesen Zahlen von ECC Köln auf Internetworld.de: 46% der befragten Konsumenten finden ein Einkaufserlebnis im Ladengeschäft schöner als online. 39,6% sagten, dass das Erlebnis gleich gut ist, egal ob online oder offline. Gerade nur für 14,4% ist das Kauferlebnis online deutlich größer.

Seit Dezember 2012 gab es weniger neue Kundengewinne auf Seiten der reinen Internet-Händler. 2012 haben 24% der Franzosen einen Pure-Player für ihre spontanen Einkäufe bevorzugt. Noch sind sie weiterhin als die günstigeren Anbieter angesehen, zumindest laut der Aussage von 80% der Franzosen.

Mehr als die Hälfte der Franzosen nutzt sein Mobiltelefon oder Tablett mindestens einmal im Monat um konkret nach einem Produkt zu suchen (63%) bzw. Preise zu vergleichen (58%).
Der erste Reflex sind die mobilen Apps. Jeden Monat werden sie von mehr als 50% der Smartphone-Nutzer benutzt um:

  • ein Geschäft zu lokalisieren (53%),
  • ein Geschäft in der Nähe der Wohnung zu finden (53%),
  • Geschäftszeiten herauszufinden (53%),
  • Ratschläge einzuholen (52%) oder um
  • Ideen für Geschenke zu recherchieren (51%).

Welche Werbe-Form kommt in Frankreich gut an?

Es ist sicherlich nicht sehr überraschend: in Frankreich mag man keine zu aufdringliche Werbung. Man fühlt sich von zu vielen Nachrichten genervt. Das war die Aussage von 67% der befragten Franzosen in puncto Werbe-SMS, Bildschirm-Banner (76%). Man holt sich seine Informationen lieber selbst, so stösst „Pull“-Werbung bei 20% auf Interesse. Dazu gehören z.B. für 47% Online-Kataloge und für 42% Internet-Seiten auf welchen man Informationen einholen kann.

Wie und wo wird am liebsten recherchiert?

Für 46% der Franzosen ist die Online-Recherche für Produkte wie ein Reflex. Betrachtet man verschiedene Branchen, so gilt das für:

  • elektronische Produkte für 65% der Käufer,
  • für Möbel und Dekoration bei 44% und
  • bei Lebensmitteln bei 30% der Einkäufer.
  • Bei Sportartikeln liegt der Anteil sogar bei 51% und
  • bei Bastelbedarf bei 42%.

Die Recherche zu Lebensmitteln erfolgt sehr gerne (31%) über Kataloge und 34% gaben an, dass sie sich meist direkt im Geschäft beraten lassen. Bei elektronischen Geräten ist dieser Anteil deutlich geringer, nur ungefähr 15% der französischen Bürger gehen direkt ins Geschäft.

Was wird im Netz gekauft?

Laut einer Insée-Studie von 2012 auf Observatoire du numérique werden in Frankreich am liebsten Kleidungsstücke oder Sportausrüstungen im Internet gekauft.

  • 28,5% – Kleidung oder Sportausrüstung
  • 23% – Zugtickets
  • 19,4% – Hotelreservierungen, Urlaubsbuchungen
  • 15,5% – Bücher, Zeitschriften und Lernmaterialien
  • 15,3% – Pflegemittel
  • 10,8 – Filme, Musik
  • 10,1% – Software, Video-Spiele

Lebensmittel bilden fast das Schlusslicht, nur ca. 6,2% kauften diese im Jahr 2012 im Netz.

Sollen die Internet-Händler rechtlich gezwungen werden, keine Bestellungen mehr nach 21 Uhr und an Sonntagen anzunehmen? Laut dieser Umfrage beantworteten 79% der Befragten diese aktuelle Frage mit einem Nein.

Auf der Bonial-Webseite erhalten Sie Zugang zur kompletten Studie aus dem Jahre 2013.

Sie möchten Ihren Online-Shop nach Frankreich ausweiten? Ich lade Sie recht herzlich zu meinem gratis Webinar ein, wo ich auf wichtige Eigenschaften von Online-Shops im Nachbarland eingehe: Donnerstag, 16. Januar, 2014 ab 10:00 Uhr. 

Foto: Fotolia: © Denys Rudyi  

 

 

 

 

 

 

 

Wie wichtig sind in Frankreich mobile Apps?

Smartphone with apps

Dank einer repräsentativen Studie von CCM Benchmark in Zusammenarbeit mit NPA Conseil habe ich wertvolle Informationen über die Nutzung von mobilen Apps in Frankreich gefunden, welche ich gerne hier im Blog teile. An der Umfrage haben knapp 1000 über 18-Jährige Internetnutzer aus Frankreich teilgenommen, welche entweder ein Smartphone oder einen Tablet-PC nutzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Franzosen recht selektiv vorgehen. Mehr als 3 von 5 Nutzern haben weniger als 30 Apps auf ihrem Smartphone. Und viele werden nicht wirklich genutzt: 3 Internet-Nutzer von 4 behaupten, dass sie nur 10 oder weniger ihrer Apps regelmäßig benutzen.

Auf dem Smartphone werden meistens die Apps genutzt, die mit Kommunikation in Zusammenhang gebracht werden können (Mails, Chat…) sowie der Wetterbericht. Diese sind dann meist auch täglich in Gebrauch. Gefolgt werden diese von Video- und Foto-Apps. Auf dem Tablett-PCs schaut es ähnlich aus: Allerdings gewinnen da verschiedenen Spiele-Apps noch an Bedeutung.

Die beliebteste App der französischen Internet-Nutzer ist Facebook

Facebook ist in Frankreich sehr populär, was sich auch bei der Nutzung der mobilen Apps zeigt. Diese steht mit 24% an der Spitze. Gefolgt wird sie von GMail mit 11%, dann Candy Crush Saga (das Spiel wurde besonders oft als die letzte App die installiert worden ist, genannt) mit 10%. Danach kommen Google Maps mit 9% und Twitter mit nur 5%.

Fast ein Drittel der französischen Internet-Nutzer hat zahlungspflichtige Apps auf sein Gerät geladen. Was noch interessant ist: App Stores und Hitlisten für Apps werden besonders gerne genutzt wenn es um das Entdecken neuer Apps geht. Es ist mit 43% die erste Informationsstelle, noch vor der Mundpropaganda.

Mut macht die Information, dass sich mit den Apps durchaus Geld verdienen lässt. 32% der Surfer sagen, dass sie sich schon sogenannte paid Apps runtergeladen haben. Diese Gruppe wird vor allem von den iPhone-Besitzern angeführt.

In puncto eCommerce-Apps: Hier wird die Liste mit 32% von Amazon angeführt, danach folgen in Frankreich vente-privee.com, eBay, Fnac, leboncoin, Cdiscount et La Redoute. Und ganz aktuell: Wie bei Journal du Net zu lesen war, wurden 82% der mobilen Einkäufe vom Black Friday per iPhone bzw. iPad getätigt. Insgesamt wurden 37% der Einkäufe über mobile Endgeräte abgeschlossen.

In Deutschland führt übrigens eBay die eCommerce-Apps-Liste an und an zweiter Stelle folgt Amazon.

Welche Apps sind in welchen Ländern  besonders beliebt?

Chip.de hat dazu im August 2013 eine weltweite Hitliste an Apps für verschiedene Länder erstellt, welche gute Einblicke in kulturelle Präferenzen verschiedener Nationen erlaubt. Bei den Franzosen gehört interessanterweise „Hungry now“, ein Fast Food Locator, die iPhone-App „La Photocabine“, das Wörtersuchspiel „Runzle“, das Lieder-Rate-Spiel „4 pics – 1 song“ sowie das Navigationssystem „Waze GPS“ welches zuverlässig Stau-und Unfallinformationen liefert, dazu.

 

Foto: Fotolia © aey