Kanada holt beim E-Commerce auf: 10 Fakten, die Sie kennen sollten

Canada flag

Blicken wir ein bischen zurück, im Jahr 2012 hatte der kanadische E-Commerce-Markt noch ein paar Hürden zu bewältigen. So wurde noch mit hohen Transportkosten gekämpft, die Kosten für E-Commerce-Plattformen waren hoch und die am häufigsten angebotene Zahlungsmethode, Zahlung mit Kreditkarte, war für Retailer und Endkunden relativ teuer.

2013 hat sich in allen Punkten so einiges geändert. Inzwischen gehören „Free Shipments“ zur Norm, die kanadische Post hat sich mehr auf den Online-Warenhandel eingestellt, Tür-zu-Tür-Angebote sind keine Seltenheit mehr. Dank einfach einzurichtender Shoplösungen wie z.B. von Shopify oder Magento ist es kein Hexenwerk mehr, einen Online-Shop aufzusetzen.

Sie interessieren sich für den kanadischen Markt und möchten mehr darüber erfahren? In diesem Artikel erhalten Sie 10 Fakten welche die Eigenschaften des kanadischen E-Commerce-Markt beschreiben.

1) Online-Rekordumsätze im Dezember 2013: Laut dem „MasterCard Spending Pulse“ vom Januar 2014 war der Dezember 2013 für Kanada der Rekordmonat schlechthin mit erstmals erreichten 7,8% Online-Anteil am Gesamt-Retail-Umsatz.

2) Der „Black Friday“: Interessanterweise stand für 73% der Kanadier an dem Tag kein Shopping auf dem Plan. Allerdings ist die gute Nachricht für die kanadischen Online-Shops, dass diejenigen, die online gekauft haben, meist auf kanadischen Webseiten unterwegs waren (10%) während nur 3,5% auf US-amerikanischen Webseiten eingekauft haben. Nachlesen können Sie das in der dig360-Studie.

3) Kanada gehört zu den Top 10 Online-Führern: Laut dem Global Retail E-Commerce-Index (18.11.2013) steht Kanada an 10. Stelle. Bewertet wird dabei die Attraktivität des Online-Marktes, das Consumer-Verhalten, die Infrastruktur und das Wachstumspotenzial. Die Top-3-Länder dieser Liste sind übrigens China, Japan und die USA.

4) Hohe Erwartungen für die nächsten Jahre: Laut eMarketer 2014 liegt der zu erwartende Retail E-Commerce-Anstieg für 2014 bei 14%. Derzeit liegt Kanada hinter Ländern wie China, Indien, Mexiko und Russland und steht im Ranking an 9. Stelle.

5) Hohe Internet-Affinität: Laut BDC Consumer-Studie sind 84% der Kanadier mit dem Internet verbunden und jeder Nutzer hatte im Durchschnitt Zugang zu 2,6 Internet-fähigen Geräten.

6) Steigende Nachfrage nach Online-Angeboten: Über die Hälfte der kanadischen Bevölkerung (63,1%) sind online Käufer. Der Trend zeigt, dass sich diese Zahl noch stark nach oben verändern wird. Zu erwarten sind dann ca. 71 % wie man hier in einer Übersicht bei eMarketer sehen kann. Nationen wo Online-Shopping bereits jetzt viel mehr genutzt wird, sind Länder wie UK (87,2%) und die USA mit 73 %.

7) Tickets, Kleidung und Medien sind der Renner: Die Top-Produkte die im kanadischen Online-Handel am liebsten gekauft werden sind laut Umfrage bei Canadiansinternet.com

  • Reisen (Hotel-Reservierungen, Tickets, Mietwagen) (58%)
  • Veranstaltungstickets (Konzerte, Filme, Sportveranstaltungen) (52%)
  • Kleidung, Schmuck und Accessoires (42%)
  • Bücher, Magazine, Online Newspaper (42%)
  • Musik (CDs, MP3) (35%)

8) Erfolgsfaktoren für den kanadischen Online-Shop: Was kommt bei kanadischen Online-Shoppern besonders gut an und wird gerne weiter empfohlen? Canadiansinternet.com hat folgendes Ranking veröffentlicht:

  1. Sendungsverfolgung (34%)
  2. Kostenfreie Rücksendungen (35%)
  3. Einfache Rücksendungen und Austausch der Ware (36%)

9) Bequemes Shopping von daheim recht beliebt: Von welchen Geräten aus wird am liebsten bestellt? Eine Accenture-Studie von November 2013 ergab folgendes:

  • 64 % PCs
  • 30 % Tablets

Die Nutzer, die mit Tablet oder Smartphone shoppen, nennen die folgenden Gründe hierfür:

  • 30% möchten die Preise im Landen vergleichen
  • 17% um überlaufene Läden zu vermeiden
  • 14% um Diskounts oder andere Angebote wahrnehmen zu können
  • 14% wollen einfach ein angenehmere Shopping-Erlebnis haben

10) Persönliche Empfehlungen und Online-Reviews zählen am meisten: Wessen Meinung gilt beim Kauf von Waren im Internet? Online-Reviews gehören mit zu den meist genannten Quellen um sich zu informieren und Empfehlungen zu bekommen. Laut BDC Consumer-Studie sind das ca. 70% der befragten Teilnehmer einer Studie aus dem Jahre 2012. Empfehlungen von Leuten, die man persönlich kennt, stehen an erster Stelle mit 92% der Aussagen.

Wie geht es weiter?

Wie viele Quellen voraussagen, ist für den kanadischen Online-Markt ein großes Wachstum zu erwarten, was an einem stärker ausgeprägten Interesse von Kundenseite ausgehen wird sowohl an besseren Optionen der Online-Händler. Kanada kann durchaus einiges aufholen, was in den letzten Jahren verpasst wurde. Allerdings ist zu erwarten, dass das Land aufgrund von wenig besiedelten Gegenden in weiten Regionen des Landes, immer hinter einigen globalen Führern bleiben wird.

Schreiben Sie mir eine Mail oder einen Kommentar wenn Sie mehr über die Internet-Nutzung, das Einkaufsverhalten der Kanadier bzw. allgemein den kanadischen Online-Markt erfahren möchten.

Kanada: Internet-Nutzung, Social Media, Geschwindigkeit und sprachliche Besonderheiten

Canada flag

Ich habe viele Jahre für kanadische Unternehmen gearbeitet und fühle mich daher mit den Nordamerikanern ein wenig verbunden. Bei meiner Arbeit ist mir aufgefallen, dass die Kanadier nicht nur wunderschöne Herbstwälder, Ahornsirup und  Bären haben, sondern auch sehr aktive Nutzer des World Wide Web. Sie führen verschiedene Toplisten an, bzw. belegen oft den zweiten Platz.

Internet-Nutzung allgemein

  • Die Kanadier sind online besonders aktiv, wie aus dieser Studie CIRA-Studie (Canadian Internet Research Authority) hervorging. Laut dieser Studie verbringen sie im Durchschnitt 45,6 Stunden/ Monat online.
  • Ebenfalls konnte aus der Studie abgeleitet werden, dass der Online-Handel in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum von voraussichtlich 7,4 % bis 2016 hinlegen wird.
  • Im Bezug auf Internet-Domains verhalten sich die Kanadier recht patriotisch. Es wurde festgestellt, dass 49% der Unternehmensseiten die Endung .ca bevorzugen, verglichen mit nur 17% der Endung .com.
  • Die Kanadier besuchen im Monat im Durchschnitt 3731 Webseiten und verbringen mehr als 41 Stunden online an ihren Desktop-Computern und folgen damit den US-Amerikanern mit 43 Stunden/ Monat.
  • Ebenso belegen die Kanadier den 2. Platz in puncto Ansehen von Videos. Der durchschnittliche Nutzer schaut 291 Videos im Monat für ca. 25 Stunden. Den 1. Platz belegte Großbritannien mit 300 angesehenen Videos und 30 Stunden Video schauen.
  • Wie in vielen anderen Ländern auch, ist zu beobachten, dass die Generation +55 mit mehreren Prozentpunkten in Bezug auf die Online-Nutzung zugelegt hat und die Tendenz ist weiterhin steigend.
  • Ca. 2/3 der kanadischen Besucher von politischen News- bzw. Bildungsinformationen haben ein Haushaltseinkommen von mehr als 60.000 kanadischen Dollar. Die Hälfte der kanadischen Besucher von persönlichen, Reise- bzw. Online-Spiele-Seiten haben ein Haushaltseinkommen von weniger als 60.000 Kanadischen Dollar.
  • Kanadische und US-Amerikanische Frauen verbringen besonders viel Zeit mit Online-Surfen. Laut dieser ComsCore Data Mine-Studie geht hervor, dass die Kanadischen Frauen mit 41,9 Stunden monatliche Nutzung den 2. Platz bei der Internetnutzung belegen.
  • Laut dieser 2013er Comscore-Studie ist der Mobilmarkt 2012 in Kanada um 10% gewachsen. Smartphones haben sich zu ca. 62% auf dem Markt durchgesetzt, im Jahr davor waren es noch 45%.

Nutzung von sozialen Netzwerken

Die meiste Online-Zeit verbringen die Kandier in sozialen Netzwerken bzw. zu Unterhaltungszwecken. Auch hierzu lieferte die ComScore-Studie interessante Fakten:

  • Soziale Netzwerke sind um ca. 3% gewachsen und erreichten damit fast 24 Millionen Unique Visitors im Monat. Während die Topliste weiterhin von Facebook angeführt wird, gab es im vergangenen Jahr noch weitere Aufsteiger wie z.B. Pinterest welches einen Zuwachs von +792% hinlegte, Tumblr.com wuchs um +96%, LinkedIn.com um +38% und Twitter.com um +27%.
  • Kanada’s Online-Nutzer führen in puncto Engagement. Verglichen mit 13 anderen Industrie-Nationen, führen sie bei folgenden Rubriken:

Average Hours per visitor
Average Visits per visitor
Average Pages per visitor

Dies belegen Zahlen von ComScore’s 2013 Digital Future in Focus report

Facebook
Im Media Technology Monitor-Umfrage vom Herbst 2012 mit 4001 englisch-sprechenden Kanadiern kam heraus, dass über 63% sagten, dass sie Facebook-Posts, Tweets und/ oder LinkedIn-Updates jeden Tag lesen. Facebook bleibt bei weitem das populärste soziale Netzwerk. Über 63% der Internetnutzer und 93% der Social-Media-Nutzer sagten, dass sie auf Facebook aktiv sind.

Twitter
Weniger als 1/5 der Internet-Nutzer in Kanada nutzten Twitter. Die Gesamtnutzerzahlen sind allerdings seit 2011 um 80% gestiegen. Generell ist das Netzwerk sehr oft im Gespräch, aber die Anzahl der wirklichen Nutzer fällt geringer aus als man vermuten könnte.

LinkedIn
Ungefähr 12% der kanadischen Internetnutzer sagten, dass sie das weltweite größte Business-Netzwerk letzten Monat genutzt haben. Aktuelle Zahlen von Mitte November 2013 veranschaulichen, dass in Kanada über 8,09 Millionen Mitglieder registriert sind. Somit steht Kanada an 5. Stelle im LinkedIn-Ranking.

Laut Comscore 2013 hat die Nutzung von sozialen Netzwerken vom Smartphone auch in Kanada einen riesigen Wachstumsschub bekommen. In Zahlen sind das 56% mehr Nutzer als im Jahr davor (8,3 Millionen). Von ihnen sagen 58%, dass sie soziale Netzwerke fast jeden Tag aufrufen und 25%, dass sie sich vom Smartphone mindestens einmal pro Woche einloggen.

Internet-Nutzung vs. Internet-Speed

  • Überraschenderweise fand eine Akamai-Studie im vergangenen Jahr heraus, dass Kanada in puncto Internet-Speed verglichen mit anderen Ländern hinterherhinkt. Letztes Jahr belegte es den 14. Platz, im Jahr davor war es nur auf dem 5. Platz. Auch wenn die Geschwindigkeit in Kanada verbessert wird, so zeigt sich in anderen Ländern eine deutlich rasantere Verbesserung der Situation.
  • Hier gibt es eine anschauliche Übersicht der Länder mit dem schnellsten Internet aus dem Jahr 20012.
  • Wie man hier bei Mashable sieht, hat sich bei dieser Tendenz auch in 2013 nicht so viel getan, denn Kanada ist zumindest in diesem Punkt auch weiterhin nicht unter den Top 10 zu finden.

Unterschiedliche Nutzung bei der Französisch-sprechenden Bevölkerung

  • Die französisch-sprechende Bevölkerung im Quebec beteiligt sich seltener in den sozialen Netzwerken.
  • Eine Studie von SEFRIO vom Mai 2013 verdeutlicht, dass die Nutzungsweise in Quebec anders als in den Englisch sprechenden Provinzen ausschaut, zumindest, was die Französisch sprechende Bevölkerung angeht. Youtube wird z.B. 13% mehr von den Englisch sprechenden Kanadiern genutzt als von den Französisch sprechenden Einwohnern. LinkedIn wird von der anglophilen Bevölkerung doppelt so oft genutzt. Umgedreht ist es so, dass Twitter von den francophilen Nutzern mehr genutzt wird als von den Englisch sprechenden Nutzern.
  • Auch die Art und Weise, wie das Internet und die sozialen Netzwerke genutzt werden ist im Quebec anders. In den Englisch-sprachigen Provinzen engagiert man sich mehr online, man loggt sich häufiger ein, teilt mehr und öfters Inhalte und folgt einer höheren Anzahl von Leuten. Die Interaktion mit anderen Nutzern scheint aber auch unter den Französisch sprechenden Nutzern sehr populär zu sein. In diesem eMarketer-Artikel werden diese Beobachtungen in Zahlen verdeutlicht.
  • Der merklich niedrigere Anteil an der Youtube- und LinkedIn-Nutzung hängt sicherlich damit zusammen, dass dort weniger Inhalte in der gewünschten Sprache Französisch zu finden sind. Mehr Inhalte in der Landessprache könnten helfen, dass sich die Aktivität und das Engagement auch von der Französisch sprechenden Bevölkerung in Kanada steigern lässt.
  • In der Studie von September 2013 Canadian Radio-television and Telecommunications Commission (CRTC) “Communications Monitoring Report” heißt es, dass auch die Verweildauer in den unterschiedlichen Regionen sehr variiert.  2012 verbrachten die Englisch sprechenden Kanadier im Durchschnitt ca. 20,1 Stunden/ Woche im Netz. Die Französisch sprechenden Bewohner dagegen nur 13 Stunden. Interessanterweise hat sich diese Lücke seit 2008 enorm verstärkt. Damals lag der Unterschied nur bei 2,6 Stunden, jetzt sind es 7 Stunden.

 

Foto: © Miro Novak – Fotolia.com

Wer verbringt weltweit die meiste Zeit online?

Close up of analog stopwatch on a keyboard

Bei meinen Recherchen über die Internet-Nutzung der Kanadier fiel auf, dass sie auch das Volk sind, welches das Internet ganz besonders aktiv nutzt, sprich die Liste eindeutig anführt. Laut einem Report von CIRA (Canadian Internet Research Authority), verbringt der Kanadier 45,6 Stunden/ Monat im Durchschnitt online, gefolgt von den US-Amerikanern mit 40,3 Stunden und dem Welt-Durchschnitt von 24,4 Stunden/ Monat. Zum Vergleich, der durchschnittliche Deutsche verbringt im Monat ca. 25,5 Stunden online.

Diese Zahlen werden in einer Slideshow der Huffington Post visuell schön dargestellt.

Betrachten wir nur die Zahlen für Europa, dann leben die aktivsten Online-Nutzer laut einer ComsCore-Studie von 2013 in Großbritannien. Mit 37,3 Stunden/ Monat werden sie von der Türkei und den Niederlanden mit 31,6 und 30 Stunden/ Monat gefolgt. Italiener, Schweizer und Österreicher halten sich mit ihren Aktivitäten im Internet deutlich mehr zurück. Hier kommt man im Durchschnitt auf nur ca. 14,4 – 18,5 Stunden/ Monat.

Im Zuge der Recherche nach den größten Online-Fans fiel mir eine Studie in die Hände, welche zeigt, dass besonders nordamerikanische Frauen sehr lange online sind. Diese Zahlen stammen ebenfalls von einer Comscore-Studie aus dem laufenden Jahr 2013, wo steht, dass amerikanische Frauen (mit 42,1 Stunden/ Monat) die meiste Zeit im Netz verbringen, gefolgt von Kanadierinnen und Engländerinnen mit 41,9 Stunden im Internet/ Monat.

Der europäische Spitzenreiter bei der Online-Nutzung von Frauen sind übrigens die Niederlande mit 35,6 Stunden/ Monat.

Dieser Artikel beschäftigt sich damit welches Land besonders lange online ist. Genauso interessant ist es auch zu sehen, welche Altersgruppe in welchem Land besonders aktiv ist und wie sich dort gewisse Nutzungsweisen verschieben. Dies könnte direkt ein Thema für einen neuen Blogartikel werden.
Durch den Zuwachs an mobilen Geräten, den weiterhin steigenden Anteil von Smartphones und einem Zuwachs der sogenannten „Silver Surfer“, ist davon auszugehen, dass sich die Online-Zeiten eher noch nach oben bewegen werden.

 

Foto: Fotolia © rangizzz – Fotolia.com