Tipps von der Recruiterin: Worauf sollten Sie bei der Jobsuche im LinkedIn-Profil achten?

Zu Beginn des neuen Jahres hatte ich die Gelegenheit, mich mit Irina Hagen, der Geschäftsführerin von Menschwert Consulting in München zu unterhalten. Im Gespräch konnte ich erfahren, worauf Sie beim Lesen von Online-Profilen, speziell auf LinkedIn besonders achtet. Für Jobsuchende sind hier sicherlich ein paar Anregungen dabei.

Hallo Irina, bitte stell Dich und Deine Tätigkeit kurz den Lesern dieses Blogs vor.
Irina Hagen: MenschWert Consulting hilft Unternehmen, ihre Organisation und ihre Personalabteilung für die digitale Transformation richtig aufzustellen. Schwerpunkte dabei sind Recruiting, Organisationsentwicklung und vor allem Kulturwandel. Dabei nutze ich die Ansätze aus der humanistischen Psychotherapie über die klassischen Change Management Methoden hinaus.

 

Wieviel Zeit verbringst Du im Durchschnitt auf einem LinkedIn-Profil? Man sieht im Netz Artikel, dass Recruiter im Schnitt nur 6 Sekunden Zeit pro Profil haben. Kannst Du das bestätigen?
Irina Hagen: Zeit hat man nicht, die nimmt man sich. Aber man entscheidet sehr schnell, ob man mehr Zeit mit dem Profil verbringen will, oder nicht.
Es ist ein bisschen wie im Kino: Man schaut sich erst das Plakat an und überlegt dann, ob man sich auch die Beschreibung oder den Trailer dazu anschaut. Es geht also auf den ersten Blick erstmal um ein stimmiges, interessantes Gesamtbild, den ersten Eindruck, und dann erst um die Inhalte.

Was sagt Dir das Foto? Worauf sollten Kandidaten beim Erstellen oder der Auswahl des Bildes besonders achten?

Irina Hagen: Ein Foto ist ein Statement. Man erkennt am Foto, wie sich diese Person erstmal selbst sieht, bzw. wie sie wahrgenommen will. Ist es ein professionelles, gestelltes Bild, wie ist die Pose darauf? Lieb lächelnd oder herausfordernder Blick, etc. Ist es eine Fassade oder ist das Bild authentisch? Ist die Kleidung modisch und in welchem Stil? Passt das Bild zum Rest des Profils? Es ist also eigentlich alles erlaubt, so lange es stimmig ist und so lange man sich überlegt hat, was man damit aussagen will. Wenn man als dynamisch, sportlich und ehrgeizig rüberkommen will, ist ein Bild in Neopren und mit Surfbrett genauso akzeptabel wie mit Anzug. Am besten mal ein paar Bekannte fragen, wie sie das Bild charakterisieren, jenseits der Begriffe ‚gut’, ‚schlecht’ und ‚passt schon’. Dann sieht man, ob das Bild die gewünschte Wirkung erzielt.
Meiner Meinung nach muss es kein Bild vom Fotografen sein, aber es sollte eine gute Auflösung haben, das Gesicht und die Mimik sollte klar erkennbar sein und auch ein bisschen den Stil des Menschen zeigen.
Im Zweifel sind professionelle Bewerbungsbilder immer noch am besten, da der Fotograf meist die Persönlichkeit des Menschen besser erfasst als ein Laie.

Ein interessanter Kandidat hat kein Foto zum Profil hinzugefügt. Würdest Du ihn dennoch kontaktieren?

Irina Hagen: Wahrscheinlich schon. Aber in der Regel ist auch das Profil dann nicht interessant bzw. wenig aussagekräftig. Es kommt auf meine Verzweiflung als Recruiter an.  Interessant ist, warum es kein Foto gibt. Ist es Protest, oder Sorglosigkeit? Ein Profil ohne Foto ist auch ein Statement, ob man will oder nicht.

„Ein Profil ist kein Lebenslauf oder eine Bewerbung. Ein Profil sollte „Profil zeigen“ und die Persönlichkeit erkennbar machen. Dazu gehört nun mal auch ein Foto. Wenn man sich nicht zeigen will, wozu braucht man dann ein Profil?“

LinkedIn ist ja keine Kandidaten-Datenbank und sollte auch nicht so verstanden werden. LinkedIn ist ein soziales Netzwerk, sowie Facebook, das die Relevanz von Gesichtern ja schon im Namen trägt.

Wie sollte eine Führungskraft mit Jobs umgehen, welche länger in der Vergangenheit liegen? Sagen wir, Jobs aus den 90-igern und davor?

Irina Hagen: Das kommt darauf an, was man in der Zwischenzeit gemacht hat und wie relevant die Erfahrung für zukünftige Jobs ist. Ein Profil soll ja zeigen, wer man ist und da kann es interessant sein, wie man die Person geworden ist, die man heute ist und zukünftig werden will. Was hat Einstellungen und Erfahrungen geprägt?
Was ist heute für diese Person noch relevant? Und dann stellt sich die Frage, warum etwas, das so lange in der Vergangenheit ist, heute noch relevant ist.
Gerade, wenn jemand den Job wechselt, will man sich vielleicht auch oft etwas anders aufstellen, dann sollte man das alte loslassen, also weglassen.

Wie empfindest Du Lücken im Lebenslauf? Wie formuliert man diese am schlausten in seinem Online-Profil?

Irina Hagen: „Du hast da ne Lücke im Lebenslauf – Ja, war geil!“ Ein Online-Profil ist ja kein Lebenslauf. Das bildliche Profil eines Menschen zeigt auch nicht die volle Persönlichkeit.
Das LinkedIn-Profil soll Profil zeigen, etwas woran man hängen bleibt. Ein Online-Profil (anders wie der Lebenslauf) hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Also nur das reinschreiben, was für das Profil, die (berufliche) Persönlichkeit wichtig ist.
Hat man sich bewusst für eine Auszeit entschieden, dann gehört es zur Persönlichkeit. Hat man die Auszeit (egal ob freiwillig oder nicht) genutzt, um einen neuen Weg einzuschlagen, dann gehört es zum Profil.
War man mal ein paar Monate arbeitslos, ohne dass das die Identität sonderlich beeinflusst hat, kann man es rauslassen. Es lenkt sonst nur von wirklich wichtigen Stationen ab.
Im Online-Profil sind die tatsächlichen Fähigkeiten erstmal nicht so relevant. Interessant sind die Dinge, welche man gelernt, vertieft und als wichtig erachtet hat.

„Ein Lebenslauf dagegen ist eine Auflistung von Entscheidungen, Erfolgen und Irrwegen. Hier gehört es zur Vollständigkeit, aber nicht unbedingt im Online-Profil, das ja erstmal nur neugierig und „Lust auf mehr“ machen soll, eben eine Einladung zum Gespräch bieten soll.“

Was kannst Du zur Anzahl der Kontakte aussagen? Achtest Du auf diese Zahlen oder ist diese Kennzahl +500 oder weniger für Dich eher nebensächlich? 

Irina Hagen: Alle Extreme sind eher schlecht. Sehr wenige Kontakte zeigen, dass jemand entweder nicht sonderlich beliebt ist oder das Netzwerken noch nicht verstanden hat. Beides ist bei der Jobsuche, vor allem in der heutigen Zeit, nicht sehr förderlich. Zu viele Kontakte kann bedeuten, dass man auch mal wahllos Personen in sein Netzwerk aufnimmt, ohne auf die Qualität des Kontakts zu achten. Interessant sind die Auswahl und die Konsistenz der Kontakte. Auf welchen Ebenen arbeiten die Kontakte, in welchen Funktionen und Branchen?
Es ist zwar ein altmodischer Spruch, trägt aber immer noch viel Wahrheit in sich: Sag mir wie Dein Umfeld ist und ich sage Dir, wer Du bist.

Du siehst zwei Profile. Beide sind vollständig und die Qualifikationen entsprechen der gesuchten Position. Ein Mitglied hat den Job in den letzten Jahren häufiger gewechselt, ein anderer war seit 2000 im gleichen Unternehmen tätig. Würdest Du beide zum Gespräch einladen oder wen würdest Du bevorzugen? 

Irina Hagen: Das kommt auf den Inhalt drauf an. Interessant ist hier der „Track Record“. Was hat jemand in einem bestimmten Zeitraum erreicht. Häufige Jobwechsel sind in der heutigen Zeit kein Makel mehr, so lange dahinter überlegte Entscheidungen stehen bzw. nachvollziehbare externe Gründe.
Hat die Person in 18 Jahren eine Richtung gehabt, verschiedene Tätigkeiten ausgeübt bzw. in einer Position / Funktion gearbeitet, die sich stark gewandelt hat, spricht es dafür, dass man sich mitentwickelt hat. Hat man mehrere „parallele moves“ gehabt, hat man also das Gleiche in grün gemacht, sieht das nicht unbedingt nach Entwicklung aus.
Dazu kommt die jeweilige Kultur der Unternehmen. In welcher Umgebung fühlt man sich wohl? 18 Jahre im gleichen Unternehmen spricht dafür, dass man sich dort wohlfühlt. Die Argumentation „Ich will mal etwas Anderes machen“ sollte man dann bei einem Jobwechsel nicht als oberste Priorität anbringen, da dies unglaubwürdig erscheint. Ich achte darauf, in welche Unternehmen hat man gewechselt hat und ob ein Muster erkennbar ist.

Was kannst Du zusammenfassend noch für die Leser sagen. Worauf sollten Jobsuchende ganz besonders in Ihrem Profil achten? 

Irina Hagen: Ein echtes Profil zeigen. Es geht weniger um die Hard Skills, sondern um das, was man mit seinen Fähigkeiten erreichen kann und will.
Viele machen den Fehler, dass sie bei der Jobsuche sehr vergangenheitsorientiert sind, dabei geht es ja darum, was man wo mit wem zukünftig machen will.
Welche eigenen Ziele hat man? Wer will man sein? Wofür, also für welches höhere Ziel, will man arbeiten. Was ist die Motivation für den neuen Job? (Kleiner Tipp: Geld verdienen ist kein Ziel, sondern nur Mittel zum Zweck.)
Was bringt man mit, welche Fähigkeiten, Erfahrungen, Attitüden, die einem dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Für mich als Recruiterin ist interessant, ob jemand „nur verzweifelt irgendeinen Job sucht“ oder ob die Person wirklich weiß, was sie will.
Was zieht sich durch die beruflichen Stationen wie ein roter Faden? Und es gibt immer einen roten Faden, selbst bei sehr unkonventionellen Karrierewegen. Was ist der kleinste gemeinsame Nenner, aller Positionen und Funktionen?
Abraten würde ich von Selbsteinschätzungen in der Persönlichkeitsbeschreibung. Wenn der Leser, das auf den ersten Blick anders sieht, hat man schon verloren. Ob jemand offen, ehrgeizig, vertrauensvoll, motiviert, teamfähig, kreativ, innovativ, etc. ist, entscheidet das Gegenüber. Und wer würde das nicht von sich behaupten? Daher sollte man dem Leser möglichst viel Informationen geben, damit dieser selbst zur gewünschten Einschätzung kommt.

Vielen Dank für Deine Einblicke in das Lesen von LinkedIn-Profilen. Wenn Sie Fragen zu dem Thema haben, schreiben Sie gerne einen Kommentar.

Sie möchten mehr zum Thema „Selbstmarketing auf LinkedIn bei der Jobsuche“ erfahren? In dem Fall empfehle ich Ihnen meinen Ratgeber, das E-Book „Selbstmarketing auf LinkedIn – Der Wegweiser für Ihre Jobsuche“ welches als Kindle-Version bei Amazon erhältlich ist.

LinkedIn Privatsphäre: Wer sieht mein Profilfoto?

Gerade wer bisher noch nicht viel in Social Media unterwegs war, möchte häufig vermeiden, dass „Gott und die Welt“ das Profilfoto aus sozialen Netzwerken zu sehen bekommt. Vergeblich habe ich letztens eine Einstellung im Bereich „Datenschutz und Einstellungen“ bezüglich des Profilfotos gesucht. Fündig wurde ich an anderer Stelle.

Da sich viele Nutzer Gedanken um ihr Foto und dessen Sichtbarkeit machen, möchte ich das heute hier genauer beschreiben.

So können Sie die Sichtbarkeit Ihres Profilfotos anpassen

Ob Sie sich im Bereich „Einstellungen und Datenschutz“ für ein öffentliches oder nicht-öffentliches Profil entschieden haben, ist hierbei egal.

Sie gehen im Bezug auf das Profilfoto wie folgt vor:

  1. Gehen Sie oben rechts auf „Sie“ und klicken auf „Profil anzeigen“.

 

 

 

 

 

2. Als Nächstes klicken Sie auf das blaue „Stift-Symbol“. 

3. Es öffnet sich ein neues Feld, über welches Sie Ihr Profilfoto bearbeiten können: Es kann z.B. größentechnisch angepasst oder Filter angewendet werden etc. Ganz rechts unten sehen Sie das Auge-Symbol mit dem Wort Sichtbarkeit. Bitte klicken Sie darauf.

4. Über dieses Feld können Sie auswählen, ob nur Ihre Kontakte (Personen 1. Grades), Ihr Netzwerk (Personen, 1., 2. und 3. Grades), alle LinkedIn-Mitglieder oder auch Personen über Suchmaschinen Ihr Foto einsehen können. Bitte vergessen Sie nicht, die neue Einstellung zu speichern.

Wenn Sie z.B. ganz oben auf „Ihre Kontakte“ klicken, sehen Profilbesucher, welche Kontakte 3. Grades sind, kein Foto. Neben dem Namen bleibt das Feld einfach grau: 

  • Die Standardeinstellung ist, dass alle LinkedIn-Mitglieder das Profilfoto angezeigt bekommen.
  • Diese Änderungen können Sie nur über die Desktop-Version von LinkedIn durchführen. Derzeit ist dies noch nicht über die mobile App möglich.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl Ihres Profilfotos achten?

  • In erster Linie, sollte man Sie über das Bild sofort erkennen können. Und Sie sollten sich mit dem Foto wohlfühlen. Nutzen Sie ein aktuelles Foto (nicht älter als 3-4 Jahre) vom Fotografen, mit gut gemachtem Haarschnitt und in Business-Kleidung welche zu Ihrer Funktion und Ihrer Branche passt.
  • Der Ausschnitt des Fotos sollte nicht zu klein sein, man sollte Sie auf den ersten Blick gut erkennen können.
  • Die gewünschten Dateiformate sind JPG, TIF oder PNG, Ihr Bild sollte nicht größer als 8MB und in den Abmessungen 400 x 400 Pixel sein.
  • LinkedIn erlaubt keine Logos (diese sind nur für Unternehmensseiten gedacht), Landschaften, Tiere oder Redewendungen. Es soll ein Foto Ihrer Person sein.
  • Weitere Tipps zum Thema Business-Fotos finden Sie in diesem Beitrag mit der Fotografin Elisabeth Pfahler-Scharf aus München.

Wie ist das mit dem Hintergrundbild auf LinkedIn?

Ein Hintergrundbild hilft Ihnen, eine persönliche Note in Ihr Profil zu bringen. Premium-Mitglieder dürfen aus einer Vorauswahl von LinkedIn auswählen. Basis-Mitglieder überlegen sich einfach, was zu ihnen, ihrer Branche, ihren Interessen etc gut passt. In meinem folgenden Beitrag habe ich einige Tipps für das geeignete Hintergrundbild zusammengetragen.

Experten-Tipps für das perfekte Business-Foto auf LinkedIn

Es sind erstaunlich, wie viele Profile auf LinkedIn ohne Profilbild eingerichtet sind. Kürzlich habe ich die Seite eines langjährigen Kontaktes besucht und war erstaunt, wie viele seiner Kontakte in der Liste der bestätigten Fähigkeiten, kein Profilbild hatten.

Wussten Sie schon, dass Sie 11 x mehr Profilansichten bekommen, wenn Ihr LinkedIn-Profil ein Foto enthält? Ich selbst bestätige keine Kontaktanfrage ohne Bild, es sei denn, ich kenne die Person wirklich schon lange.

Worauf sollte man bei der Auswahl des richtigen Fotos für LinkedIn achten? Elisabeth Pfahler-Scharf ist Fotografin, die Emotionsfotografin bzw. Expertin für authentische Business-Fotografie in München und gibt heute wertvolle Tipps für ein besseres Erscheinungsbild auf LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken.

Wie bist Du zu Deinem Traumberuf gekommen?

Mein Name ist Elisabeth Pfahler-Scharf. Als ich mit 15 Jahren meine erste Kamera bekommen habe, war ich begeistert von der Möglichkeit mich durch dieses Instrument kreativ ausdrücken zu können. Und da ich besonders gerne mit Menschen zu tun habe, entschied ich mich gleich nach dem Abi für eine Ausbildung zur Portrait-Fotografin. Seitdem bringe ich Menschen vor meiner Kamera liebend gerne zum Strahlen.

Woran erkennen Rekruiter oder Besucher eines Profils ein professionelles Foto? Was sind Deiner Meinung nach die 3 wichtigsten Punkte?

Ein professionell fotografiertes Foto unterscheidet sich meist positiv in Bildgestaltung, Bildqualität und Ausdruck von selbstgemachten Schnappschüssen. Bei einem Businessfoto finde ich am wichtigsten, dass der Blick direkt und das Gesicht gut erkennbar sind. Der Ausschnitt des Bildes sollte auf den Kopf beschränkt sein. Auch der Hintergrund des Bildes sollte dezent sein und nicht von der Person ablenken. Ich wähle die Foto-Location passend zum Beruf des Kunden. Ein Rechtsanwalt vor einer Rosenhecke wirkt wenig authentisch. Ein Landschaftsgärtner schon eher. Und ich halte es mit dem Motto: das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück. Ein sympathisches, offenes Lächeln auf einem Profilfoto macht vertrauenswürdig und wirkt wie ein Magnet bei der Kontaktaufnahme.

Worauf achtest Du als Fotografin?

Für mich steht die Authentizität an oberster Stelle. Wir möchten uns ein Bild von unserem Gegenüber machen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Daher ist es bei einer Fotosession mein Ziel, die individuelle Persönlichkeit und die natürliche Ausstrahlung eines Menschen herauszuarbeiten. Bei Businessfotos achte ich vor allem auch darauf, dass Kleidung, Umgebung und Hintergrund passend zur beruflichen Tätigkeit ausgewählt werden.

Welche Kleidung sollte gewählt werden? Welche Farben wirken am besten bzw. was kannst Du zu Mustern sagen?

Die Kleidung sollte keine Verkleidung sein. Ich frage meine Kunden immer: wie treten sie bei ihren Kunden auf, wie kennt man sie? Es ist wichtig, dass das Outfit und Farben optimal zur Person und zum Beruf passen und sie die Ausstrahlung unterstreichen. Von einem auffälligen Muster rate ich meist ab, das zieht die Aufmerksamkeit zu sehr vom Gesicht weg.

Wie setzt Du Deine Kunden in Szene?

Echte Persönlichkeit statt gekünstelte Posen – das ist meine Devise als Fotografin seit mehr als 25 Jahren. Ich setze meine Kunden und deren Einzigartigkeit auf kreative Weise ins rechte und vor allem natürliche Licht. Die Körperhaltung darf nicht gestellt wirken, sondern sollte der Person entsprechen. Ganz natürlich und unverkrampft. Nur wenn sich der Kunde in einer Pose wohlfühlt, können lockere und natürliche Fotos entstehen. Ich liebe es, meine Kunden ganz individuell in Szene zu setzen. Ohne Klischees, aber gerne mit außergewöhnlichen oder witzigen Ideen.

Die Körpersprache sagt ja viel über einen Bewerber aus. Inwieweit kannst Du hier Tipps für die richtige Pose geben? Ich finde diesen Artikel auf Lead-Digital sehr interessant. Kannst Du dazu was sagen?

Bei der Wahl des richtigen Bildausschnittes kann ich dem Autor nur beipflichten. Entscheidend ist das Gesicht und der Ausdruck der Person auf dem Foto. Am aussagekräftigsten ist dabei ein Kopfbild. Wenn sie sich nicht als Modell bewerben möchten, ist der Rest uninteressant. Eine offene, zugewandte Körpersprache und ein direkter, selbstbewusster Blick vermitteln Seriösität und Kompetenz. Und keine Angst: ein freundliches Lächeln schmälert ihre Kompetenz in keinster Weise!

Auf LinkedIn gibt es auch die Möglichkeit ein großflächiges personalisiertes Hintergrundbild einzurichten. Wie sollte dieses Deiner Meinung nach ausschauen?

Auch da gilt die Devise: weniger ist mehr! Wählen Sie ein Hintergrundbild, dass ihr Profil thematisch und farblich unterstützt. Das Motiv sollte zu ihrem Business passen. Verwenden Sie auch hier ein eher dezentes Motiv, dass ihrem Profilfoto nicht die Schau stiehlt.

Wie häufig sollte man das Foto wechseln?

Ich rate meinen Kunden das Businessfoto nach 3-5 Jahren zu aktualisieren. Falls man Frisur, Haarfarbe oder Style erheblich verändert auch schon früher. Wichtig ist, dass das verwendete Foto dem aktuellen Erscheinungsbild entspricht. Ihr Kunde oder Kontakt sollte sie schließlich bei ersten persönlichen Treffen sofort wiedererkennen.

Und ein wichtiger Tipp zum Schluss:

Benutzen sie in allen Businessportalen dasselbe Foto, das erhöht den Wiedererkennungswert und prägt sich schneller ein.

Anforderung an Ihr LinkedIn-Profil-Bild: quadratisch, entweder 200 x 200 pixel bzw. 500 x 500 pixel.

 

Vielen Dank an Elisabeth und ihre Tipps zum Thema Business-Fotografien.

Über Elisabeth Pfahler-Scharf: „Echte Persönlichkeit & Emotionen statt gekünstelte Posen“ – das ist die Devise der Fotografin Elisabeth Pfahler-Scharf seit mehr als 25 Jahren. Mit viel Gespür und Kreativität setzt sie die Menschen
ins rechte und vor allem natürliche Licht. Ohne viel technisches Drumherum oder übertriebene Retusche.
Zudem gibt sie mit großer Begeisterung ihr Wissen an fotografierbegeisterte Frauen weiter. In den Fotoworkshops der „Fotodetektivinnen“ geht sie gemeinsam mit den Teilnehmerinnen auf Entdeckungstour durch München.
Dabei ist es ihr wichtig, die individuelle Kreativität zu fördern und technische Themen spielerisch leicht zu vermitteln. Mehr über Ihre Tätigkeit erfahren Sie auf www.die-emotionsfotografin.deFotoEMotionsfotografinmitLogo