LinkedIn-Kontaktanfragen bestätigen oder „folgen“ lassen?

Sie erhalten relativ viele Kontaktanfragen von Personen, welche Sie niemals getroffen haben? Ihrer Meinung nach gibt es keine ersichtlichen Gemeinsamkeiten? Eigentlich hatten Sie sich vorgenommen, sich nur mit Personen zu vernetzen, also als Kontakt zu bestätigen, wenn es einen Grund dafür gibt bzw. Sie sich wirklich kennen.

Wenn Sie bei einer Kontaktanfrage unsicher sind, können Sie dem Anfragenden zurückschreiben und sich mit ihm per Nachricht austauschen. Dies geht, auch wenn in dem Fall noch keine Vernetzung vorliegt.

Gehen Sie dazu auf „Ihr Netzwerk“ und klicken neben „Einladungen“ auf „verwalten“. Wählen Sie dort die Einstellung „Einladungen verwalten“ aus.

Unter jeder Einladung finden Sie in blauer Farbe ein Feld mit „Nachricht“. Auf diese Art und Weise können Sie dem Kontaktanfragenden schreiben. In dieser Nachricht könnten Sie der Person auch vorschlagen, Ihren Beiträgen zu folgen. Nur, weil die Person Ihre Beiträge interessant fand, muß sie nicht gleich ins Netzwerk eingeladen werden. Das können Sie machen, aber es ist auch ok, sein Netzwerk überschaubar zu halten und das Folgen anzubieten.

Wenn Sie auf beidseitigen Austausch setzen möchten, halte ich es für sinnvoll, sich mit der Person auch zu vernetzen. Falls Sie keine Antwort auf Ihre Rückfrage erhalten, hat es sich wahrscheinlich erledigt, dann ist die Person entweder nicht sonderlich aktiv auf LinkedIn oder sie hat kein Interesse am Austausch. Dann erübrigt sich auch die Bestätigung der Kontaktanfrage.

Folgen als primäre Eigenschaft

LinkedIn bietet auch an, eine Einstellung vorzunehmen, dass beim Profilbesuch, das Wort „Folgen“ als primäre Einstellung eingestellt ist. Standardmäßig steht da „Vernetzen“.

So können Sie diese Einstellung vornehmen:

  • Gehen Sie oben rechts auf das kleine Bild mit dem „Sie“ und scrollen runter bis „Datenschutz und Einstellungen“.
  • Gehen Sie in den Bereich „Datenschutz“ und scrollen so lange nach unten bis die Überschrift „Follower“ erscheint.
  • Stellen Sie die primäre Einstellung auf „Ja“, so wie hier im Screenshot angezeigt.

Ich probiere diese Einstellung jetzt mal eine Weile aus und schaue, inwieweit sich das auf die Menge der Kontaktanfragen auswirkt.

Auch über das Smartphone können Sie über den Einstellungsbereich (siehe Zahnrad-Funktion) die Einstellung ändern.

Gerne berichten Sie, wie Sie diese neue Einstellung wahrgenommen haben. Rückgängig gemacht ist es ja ganz leicht.

Q&A: Wie baut man sich sein Netzwerk auf LinkedIn auf?

Stellen Sie sich auch oft die Frage, wie groß denn nun das ideale persönliche berufliche Netzwerk sein sollte? Oder, welche Kontaktanfragen Sie bestätigen sollten, welche eher ablehnen? Vieles lässt sich nur individuell klären, aber auf einige Fragen möchte ich heute meinem Q&A-Blogartikel eingehen.

Welche Kontakte sollten Sie auf LinkedIn bestätigen?

Hier gibt es leider kein allgemeines Rezept. Ich kann Ihnen nur einige Hinweise geben und Sie entscheiden, wie Sie vorgehen möchten.

Generell ist es so, dass LinkedIn nicht möchte, dass Sie wahllos Mitglieder anschreiben und Ihr Netzwerk erweitern. Die Chance, dass Ihre Kontaktanfragen auch bestätigt werden, sollte hoch sein. Dies erreichen Sie, indem Sie hauptsächlich Kontaktanfragen an Personen senden, welche Sie wirklich persönlich kennen oder personalisierte Kontaktanfragen mit guter Begründung schreiben.

Wie sollten oder könnten Sie als relativ neues Mitglied auf LinkedIn vorgehen?

Ich würde über die Suche nach einigen Kollegen, Vorgesetzten, Freunden und Studienfreunden suchen. Dazu geben Sie den Namen in die Suche ein und ggf. noch ein Stichwort wie die Stadt oder das Unternehmen, für welches die Person arbeitet. Bei einigen Personen können Sie beim Klick auf das Profil eine persönliche Nachricht schreiben.
Bei vielen Personen wird das allerdings nicht funktionieren, da Sie neu im Netzwerk sind und noch nicht über so viele Kontakte 2. Grades verfügen. Kontakte 2. Grades haben bereits gemeinsame Kontakte mit Ihnen. Wer noch ganz am Anfang des Netzaufbaus steht, hat entsprechend weniger dieser Kontakte als ein langjähriges Mitglied mit 500 und mehr Kontakten. Daher kann es für Einsteiger Sinn machen, den kostenfreien Probemonat für eine LinkedIn- Premium-Mitgliedschaft zu buchen um an InMails zum Kontaktieren von fremden Personen zu gelangen. Je nachdem kann man die Mitgliedschaft verlängern oder rechtzeitig kündigen.

Bevor Sie sich für ein solches Upgrade entscheiden, sollten Sie auch regelmäßig auf die Liste „Personen, die Sie vielleicht kennen“ bzw. „Weitere Vorschläge für Sie“ gehen. Hier werden Sie staunen: Es sollten einige Namen auftauchen, die Sie bereits persönlich kennen oder bereits gehört haben.

Wie schreibt man eine personalisierte Nachricht an einen Kontakt 2. Grades?

Sie gehen dazu immer auf den Namen der Person und gelangen direkt auf das LinkedIn-Profil der Person. Lesen Sie sich erstmal durch, was Sie dort vorfinden und klicken dann auf das blau hinterlegte „Vernetzen“. LinkedIn wird Ihnen als Nächstes die Möglichkeit geben, eine Nachricht mit max. 300 Zeichen zu schreiben.

Was mache ich mit Kontaktanfragen ohne Foto?

Da ich mein Foto freigegeben habe, halte ich es für höflich, dass dies andere Mitglieder auch tun. Daher bestätige ich normalerweise nur Kontaktanfragen mit Foto. Sollte aus dem Profil ersichtlich sein, dass eine mir bekannte Person neu auf LinkedIn ist, mache ich eine Ausnahme. Anfragen von „Fremden“ ohne Foto werden nicht bestätigt.

Wie geht man mit Kontaktanfragen von fremden Personen um?

Ich schaue mir die Profile dieser Kontaktanfragen üblicherweise an. Gibt es eine personalisierte Anfrage, kommt es darauf an, was da steht. Ist es eine Standardanfrage, welche nur das Verkaufen im Sinn hat, lehne ich eher ab. Manchmal frage ich per Nachricht zurück, ohne mich zu vernetzen. Durch die Rückfrage erfahre ich ggf., warum sich die Person vernetzen möchte und kann später überlegen, wie ich mit der Anfrage umgehen möchte.
Anfragen von Kollegen, also anderen Social-Media-Beratern, selbständigen Beratern und Unternehmern aus der Umgebung, welche ich ggf. bei regionalen Netzwerktreffen bereits gesehen habe bzw. es gemeinsame Kontakte gibt, bestätige ich meistens.

Nachricht senden vor der Kontaktbestätigung. Wie geht das?

Wenn Sie unsicher sind, könnten Sie Rücksprache nehmen und fragen, warum die fremde Person sich mit Ihnen vernetzen möchte.

Gehen Sie dazu oben in der Kopfzeile auf „Netzwerk“ und dann auf „alle verwalten“.

Passend zu den Vernetzungsanfragen ist in blauer Farbe das Feld „Nachricht“. Mit einem Klick darauf, können Sie der anfragenden Person eine Nachricht senden.

Wie geht man am besten mit internationalen Kontaktanfragen um?

Kenne ich die Person bzw. ist es ein ehemaliger Kollege, dann bestätige ich meistens. Da ich viele Jahre für amerikanische bzw. kanadischen Unternehmen gearbeitet habe, gibt es eine Vielzahl von Kontakten aus Nordamerika und dem europäischen Ausland. Kontaktanfragen von Social-Media-Kollegen z.B. aus UK, USA, Frankreich finde ich ebenfalls spannend: So kann ich mich auch gut mit anderen LinkedIn-Beratern austauschen. Influencern auf internationaler Ebene folge ich auch gerne. Es ist nicht notwendig sich zu vernetzen, aber die interessanten Beiträge möchte ich nicht missen. In dem Fall reicht es, der Person zu folgen. Da ich Englisch, Französisch und Spanisch gelernt habe, komme ich mit Status Updates in diesen drei Sprachen gut zurecht. Bei anderen internationalen Anfragen bin ich eher vorsichtig, da mein berufliches Netzwerk und meine Zielgruppe hier im deutsch-sprachigen Raum ansässig ist, ich keine Kooperationen mit weiteren Ländern anstrebe und auch deren Sprachen nicht beherrsche.

Wie handhaben Sie das mit den Kontakten bei der Jobsuche?

Ich empfehle, dass Sie sich Ihr berufliches Netzwerk Stück für Stück schon vor der Jobsuche aufbauen und die ersten Tipps dieses Beitrags umsetzen. Um sich im Falle einer Jobsuche mit Recruitern zu vernetzen, suchen Sie gezielt nach Recruitern oder Jobangeboten und kommunizieren meist über InMails. Diese gibt es auch mit Rahmen der Premium-Mitgliedschaften bereits ab 10 € im Monat. Achten Sie darauf, dass Ihr Profil einen professionellen Eindruck macht und Sie sich mit den verschiedenen Jobsuche-Einstellungen auf LinkedIn vertraut machen. Hierzu empfehle ich Ihnen meinen Beitrag zu Funktionen für Jobsuchende und meinen Leitfaden für ein professionelles LinkedIn-Profil.

Vergessen Sie nicht, dass viele Jobs über Beziehungen und persönliche Kontakte vergeben werden. Treten Sie bei der Jobsuche ruhig mit ehemaligen Kollegen in Verbindung und schauen, inwieweit sich da Chancen ergeben. Der Kontakt zu Recruitern ist das eine, in Ihrem Fall kann der Weg auch über einen bereits langjährigen Kontakt gehen, welchen Sie auf LinkedIn gefunden haben.

Der Unterschied zwischen dem „Folgen“ und „Vernetzen“

Wenn man sich mit Ihnen vernetzt, wird man Kontakt 1. Grades. Wenn Ihr Kontakt etwas auf LinkedIn postet, sehen Sie die geteilten Beiträge auf der LinkedIn Startseite und sie können der Person kostenfreie Nachrichten über LinkedIn senden.

Wenn Sie jemandem folgen, „abonnieren“ Sie die Beiträge der Person, ohne vernetzt zu sein. Sie können der Person keine Nachrichten senden. Die Person, der Sie folgen, sieht Ihre Beiträge nicht. Der Folgen-Button befindet sich im Kopfteil des besuchten Profils entweder blau oder unter dem Menü „mehr“.

Wenn Sie sich nicht mit jedem vernetzen möchten, könnten Sie per Nachricht also vorschlagen, dass man Ihren Beiträgen auch folgen kann.

Wie könnten Sie vorgehen?

Jeder berufliche Hintergrund ist anders. Jeder sollte daher seine eigene Vernetzungsstrategie finden. Am Anfang ist man ggf. etwas strenger und mag keinerlei unbekannte Personen in sein Netzwerk einladen. Mit der Zeit finden viele Nutzer allerdings eine Strategie wie und warum sie neue Kontakte hinzufügen möchten.
Passen Sie auf, dass Sie möglichst alle oder sehr viele Anfragen bestätigt bekommen. Wer zu viele Anfragen einfach so versendet und kaum Kontaktbestätigungen erhält, kann von LinkedIn gesperrt werden. Ich empfehle Ihnen, kontinuierlich und wohl bedacht am Wachstum Ihres persönlichen Netzwerkes zu arbeiten.

Artikel überarbeitet: 23.05.2019

Foto: www.pixabay.com