„Online-Kommunikation in Brasilien: WhatsApp ist Ersatz für die Visitenkarte”

Ein Ziel meiner Artikel ist es, über die unterschiedlichen Online-Kommunikationsverhalten in anderen Ländern zu berichten. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, ein interessantes Gespräch mit Ute Klingelhöfer, einer Social-Media-Kollegin aus Karlsruhe zu plaudern. Sie war in Brasilien als digitale Nomadin unterwegs und erzählt uns hier von ihren Eindrücken:

Hallo Ute. Erzähl doch bitte kurz etwas über Dich, Deine Tätigkeit als Social Media Beraterin in Karlsruhe und warum wir heute über das Thema „Social Media in Brasilien“ sprechen.

Hallo Friederike, erst einmal danke für dein Interesse und die Möglichkeit, mich hier vorzustellen. Mein Job als Social Media Beraterin erlaubt es mir, von verschiedenen Orten der Welt zu arbeiten. Ich muss also nicht immer im gleichen Office in Deutschland sitzen, contentwerk läuft auch von anderen Orten der Welt, sofern die Internetverbindung stimmt. So kam ich nach Brasilien. Allerdings sehe ich meine Tätigkeit nicht allein auf den Bereich Social Media beschränkt, das gehört für mich heute einfach dazu. Mir liegt am Herzen, dass jeder eine gute Erfahrung im Internet hat, und das findet, was er sucht. Sei es Unterhaltung, Information oder Hilfestellung. Meine Kunden unterstütze ich darin, dass ihre Kunden genau das bei ihnen bekommen. Über welche Kanäle diese Inhalte dann verteilt werden, kommt für mich an zweiter Stelle.

Wir hatten ja vor kurzem telefoniert und Du hast mir erzählt, dass Du eine aufregende Zeit als digitale Nomadin in Brasilien erlebt hast. Für die Leser hier, bitte schauen Sie sich auch mal diesen Beitrag bei Techtag an. ute-klingelhoefer-als-digitale-nomadin

Warum hast Du Dir gerade Brasilien ausgesucht?

Das war reiner Zufall. Mich hat es ehrlich gesagt nie nach Brasilien gezogen, eher war das Nachbarland Argentinien mein Traum. Dann habe ich aber vom Nomad Cruise erfahren, einer Kreuzfahrt für Digitale Nomaden von Gran Canaria nach Brasilien. Ich wusste sofort, da will ich unbedingt dabeisein! Erst nachdem ich die Reise gebucht hatte, habe ich angefangen, mich über Brasilien zu informieren. Wie es der Zufall so wollte, lernte ich in der Zeit auch einen Brasilianer und eine Portugiesisch-Dozentin kennen, die mir einige Tipps zur Sprache und Kultur mitgaben.

Was wusstest Du bereits über das Kommunikationsverhalten in Brasilien und welche Erwartungen hattest Du an die Zeit dort? So viel ich weiß, sprichst Du Spanisch und hast mit der Zeit auch etwas portugiesisch gelernt, nicht wahr?

Aus meinen zwei Unterrichtseinheiten Portugiesisch an der Uni wusste ich, dass sich Brasilianer schon beim ersten Kontakt näher als wir Deutschen kommen. Berührungen am Arm und Wangenküsse bei der Begrüßung sind normal. Mein Spanisch half mir, im Alltag mit den Brasilianern zu kommunizieren. Ob bei der Suche nach dem richtigen Weg, einer Diskussion mit Sicherheitspersonal in der Bibliothek oder beim Bestellen von Essen im Restaurant: Mit Spanisch kommt man durch, mit Englisch ist es eher ein Glücksfall, ob man verstanden wird. Ich war also sehr froh, auf drei Jahre Schulspanisch zurückgreifen zu können, vor allem, da Portugiesisch wegen der Aussprache nicht so leicht und schnell für mich zu lernen war.

Was kam dann völlig anders? Womit hattest Du nicht gerechnet?

In meiner Vorstellung gab es in Brasilien ganz viele Straßenfeste, laute Feiern und ständig Tänze auf der Straße. Als ich dann dort war, durfte ich feststellen, dass Brasilianer auch ganz ruhig und scheinbar langweilig leben können. Und dass sie auch sehr viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Nur während Karneval habe ich die Brasilianer dann so erlebt, wie man das in unseren Medien vermittelt bekommt: Laut, bunt, schrill, verrückt – und ständig am Feiern. Da sind dann auch die Geschäfte mal für eine Woche zu – was für mich dann weniger passend war.

In Brasilien ist Facebook sehr beliebt. Wie nutzt der Brasilianer das Netzwerk und was ist der größte Unterschied zu unserem Verhalten auf FB?

Als ich im Co-Working in Brasilia war, war ich umgeben von einigen anderen Entrepreneueren aus dem Media-Bereich. Ich habe ihnen gesagt: Man bräuchte die Share-Freudigkeit eurer Kultur und die Planungsfähigkeit der Deutschen – Dann hätte man den perfekten Social Media Auftritt. Der Brasilianer, wenn ich das mal so überspitzt formuliere, teilt nämlich alles, was ihm bei Facebook in den Newsfeed kommt. Wenn ich das Verhalten meiner brasilianischen Freunde auf Facebook beobachte, sehe ich da viel weniger Hemmungen, Inhalte zu teilen. In Deutschland werden von den Inhalten, die jemand teilt, immer gleich Rückschlüsse auf das Selbstverständnis gezogen. Ich bekomme auch oft die Frage gestellt: “Kann ich das teilen, ohne mich lächerlich zu machen?”. In Deutschland ist es nun mal so, dass die Inhalte, die man teilt, das Image bestimmen, das andere von einem entwickeln. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass hinter dem Posten von Inhalten ein Grundbedürfnis des Menschen steckt, dem Bedürfnis nach Anerkennung. Während das in Brasilien eher über lustige Inhalte (übrigens über alle Altersklassen verteilt) geschieht, habe ich den Eindruck, dass wir Deutschen eher über besonders kompetente, intelligente oder provozierende Inhalte punkten wollen. Aber vielleicht ist das auch nur in meiner Filterblase so.

Welche sozialen Netzwerke sind Deines Wissens nach unter den Geschäftsleuten in Brasilien beliebt? Welche Bedeutung hat Deiner Meinung nach LinkedIn in Brasilien? Laut Statista steht LinkedIn neben FB recht weit vorne.

Mit ein paar der Kontakte habe ich mich über LinkedIn verknüpft, allerdings habe ich hier nicht weiter nachgefragt, welche Bedeutung LinkedIn in Brasilien wirklich hat. Ich weiß, dass Facebook, WhatsApp und instagram in Brasilien die beliebtesten Netzwerke sind. Auch die Geschäfte preisen die Kanäle am häufigsten auf ihren Werbemitteln an und nutzen diese intensiv – die WhatsApp-Nummer ist quasi der Ersatz für die Visitenkarte. Selbst Einzelhändler verstehen es in Brasilien besser, Menschen für die digitale Mund-zu-Mund-Propaganda zu motivieren. In einer Eisdiele z. B. gab’s die zweite Kugel umsonst, wenn man ein Foto von sich in Social Media veröffentlicht und dabei die Facebook- oder instagram-Profile der Eisdiele in seinem Post getaggt hat. Die Brasilianer, mit denen ich da war, hinterfragen das gar nicht weiter. Als Deutscher bist du da erst einmal kritisch, ob du nicht lieber regulär für die Kugel bezahlst, anstatt Werbung für ein Unternehmen zu machen.

Kannst Du allgemein was zum Kommunikationsverhalten von brasilianischen Geschäftsleuten sagen? Wenn ich einen ersten Kontakt zu brasilianischen Geschäftspartnern aufbauen möchte, was sollte ich vorab wissen? Kannst Du das grob zusammenfassen?

Da ich kein Geschäft mit Brasilianern gemacht habe, kann ich das nicht wirklich sagen. Ein Kunde von mir erzählte mir, dass er auch mal ein Geschäft in Brasilien aufbauen wollte, seine Pläne aufgrund der “Amanhã”-Einstellung der Brasilianer aber wieder aufgeben musste. Ich glaube, darauf muss man sich einstellen. Ich hatte so einige Erlebnisse, die hätten mich in den Wahnsinn treiben können. 10 freie Servicekräfte im Restaurant, und alle lassen sich Zeit, bis sie jemanden bedienen. Oder dass jeder Mitarbeiter eine sehr spezifische Aufgabe hat, und nicht die des Kollegen übernehmen darf. Oder ellenlange Warteschlangen im Supermarkt, weil alles ganz gemächlich erledigt wird. Jede dieser Verhaltensweisen hat aber auch eine positive Seite, die man dann in Europa wieder vermisst. Europa steht in Brasilien für Hektik. Ich glaube, man kann sich in Brasilien auf sehr viel Hilfsbereitschaft freuen. Ob beim Arzt oder im Geschäft, man hat sich meist sehr viel Zeit für mich genommen. Und man kann sich darauf einstellen, dass Geschäftskontakte in Brasilien sehr viel persönlicher ablaufen, man schon beim ersten Treffen über Privates spricht und nach Hause eingeladen wird.

Vielen Dank an Ute Klingelhöfer für das interessante Gespräch!

 

Fotos:©Ute Klingelhöfer

7 Tipps für den Umgang mit internationalen Kunden

international service

Sie möchten Ihre Produkte oder Dienstleistungen noch mehr Kunden zugängig machen? Vielleicht haben Sie auch schon konkrete Anfragen aus dem Ausland erhalten. Dank des Internets und vielen kostengünstigen Kommunikationsmitteln ist es so viel einfacher geworden, auch über geographische Grenzen hinaus zu kommunizieren bzw. auch anderswo seine Waren anzubieten.

Vor allem aus rein wirtschaftlichen Gründen kann es Sinn machen, sich noch intensiver mit dem Thema Internationalisierung auseinander zu setzen. Vielleicht haben Sie im Ausland weniger Mitbewerber und können sich innerhalb Ihrer Nische einen Namen machen. Oder Sie haben die Möglichkeit, höhere Preise zu verlangen.

Auch wenn einiges recht einfach ausschaut, Sie sollten ein paar Grundlagen beachten, wenn Sie mit internationalen Kunden kommunizieren. Die folgenden 7 Punkte halte ich für besonders wichtig.

Achten Sie auf kulturelle Unterschiede

Holen Sie sich Informationen über Ihr Wunschland übers Internet, konsultieren Sie einen interkulturellen Trainer oder erkundigen Sie sich im Freundes- oder Kollegenkreis über deren Erfahrungen mit dem jeweiligen Land. Die Art und Weise, wie man ein Geschäftsgespräch anfängt, wie wichtig die persönliche oder Sach-Ebene ist, all das gibt wichtige Hinweise, worauf Sie bei der Kommunikation achten sollten. Ein sehr gutes Angebot für interkulturelle Trainings erhalten Sie z.B. bei der Crossculture-Academy.

Seien Sie geduldig und zeigen Sie Respekt

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Sie Respekt vor der anderen Kultur, der Religion bzw. deren Werte haben und dies zum Ausdruck bringen. In vielen Fällen heißt es, Geduld mitzubringen, denn Geschäftsbeziehungen mit anderen Nationen werden selten sehr schnell geknüpft. In Einzelfällen können Wochen, Monate oder Jahre vergehen bis ein Auftrag zustande kommt.

Kommunizieren Sie besonders sorgfältig – mündlich wie schriftlich

Auch bei der schriftlichen Kommunikation sollten Sie besonders sorgfältig vorgehen. Ein kleiner grammatikalischer Fehler kann zur Misskommunikation führen. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie verstanden haben, was Ihr Geschäftspartner geschrieben hat, fragen Sie immer nach. Erklären Sie kurz, was sie verstanden haben und ob er das so bestätigen kann. Wie oben erwähnt, die interkulturellen Unterschiede sind nicht zu verachten. In manchen Ländern kommen Sie mit der Kommunikation per E-Mail nicht weiter, nur ein persönliches Treffen oder ein Telefongespräch wird Sie Ihrem Vorhaben weiterbringen.

Ist es geschickt in Ihrem Schul-Französisch zu schreiben oder sollten Sie einen erfahrenen Übersetzer involvieren? Je nachdem welchen Stellenwert die Expansion für Sie hat, sollten Sie auf professionelle Texte und Kommunikationsmittel setzen. Als Geschäftsführer punkten Sie mit Sicherheit bei Ihren neuen Kunden, wenn Sie ca. 30-50 Wörter in der fremden Sprache sprechen. Sie bringen damit Ihren Respekt der anderen Sprache und Kultur zum Ausdruck, was in allen Ecken der Erde geschätzt wird.

Beachten Sie die verschiedenen Zeitzonen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Anruf? Andere Länder, andere Sitten – was die Mittagspause angeht. Bzw. wenn Sie als Europäer mit den USA oder Kanada zu tun haben, können Sie erst am späten Nachmittag mit Ihren Geschäftspartnern Kontakt aufnehmen. Notieren Sie sich wo genau Ihre Kontakte leben, um ungünstige Situationen zu vermeiden. Sehr hilfreich ist bei der Identifizierung der Zeitzonen die Seite Zeitzonen.de.

Überprüfen Sie die rechtlichen Voraussetzungen

Bevor Sie den ersten Auftrag abwickeln, konsultieren Sie einen Rechtsanwalt ob Ihre Standard-AGBs gültig sind. Im Hinblick auf Zahlungsbedingungen, Lieferbedingungen, die Abwicklung von Retouren und Haftbarkeit gibt es kleinere und größere Unterschiede, auf welche Sie sich vorab einstellen sollten.

Arbeiten Sie einen Zahlungsplan aus

Welche Zahlungsmethode funktioniert am besten mit welchem Land? Was können Sie von Ihrem Gegenüber erwarten, wo entstehen keine zusätzlichen Kosten? Holen Sie sich Informationen über die landestypischen Zahlungsmethoden. Sie werden staunen, es gibt auch hier massive Unterschiede.

Konkrete Angaben bezüglich der zu zahlenden Währung

Ihre Kunden werden es schätzen, von Anfang an darüber im Klaren zu sein, in welcher Währung zu zahlen hat, ob die Mehrwertsteuer enthalten ist bzw. ob die Lieferkosten zusätzlich zu zahlen sind oder ob diese bereits inbegriffen sind. Diese Informationen sollten relativ am Anfang des Kaufprozesses bekannt gegeben werden.

Diese Tipps sind eher allgemein gehalten worden damit sie für die Umgang mit allen Nationen angewendet werden können. Sie lassen sich beliebig anpassen und erweitern, sobald Sie mit einem ganz bestimmten Land Geschäfte machen möchten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

Diese 3 Punkte machen einen guten Twitter-Kundenservice aus

oder was bei IKEA Schweiz für viele Retweets gesorgt hat

Bürotisch

Kommunikation statt Eigenwerbung

Kundenservice besteht aus Zuhören. Das heißt, das Unternehmen achtet auf Twitterkonversationen zu bestimmten Themen und Suchbegriffen und reagiert darauf. Für dieses Monitoring von Twitterkonten eignet sich Hootsuite hervorragend. Hier lassen sich bestimmte Begriffe übersichtlich dargestellt beobachten und proaktiv vom Kundendienst des Unternehmens nach Bedarf beantworten. Tweets, die direkt an den Twitter-Kundendienst geschickt werden, können selbstverständlich auch mit Hilfe dieses Tools gelistet werden. Wie man an den ow.ly-Links sieht, arbeitet IKEA Schweiz auch mit Hootsuite.

 

Kundenkommunikation erfolgt regelmäßig und zeitnah

Ein Twitteraccount mit dem Ziel des Kundenservices sollte idealerweise zeitnah antworten. Je nach Branche und Unternehmensgröße gibt es hier sicherlich unterschiedliche Richtlinien bzw. Erwartungen seitens der Kunden. Es ist ratsam, während der üblichen Geschäftszeiten den Twitter-Account betreuen zu lassen und ein Verantwortlicher sollte auch am Wochenende den Account pflegen, so wie es hier bei IKEA auch der Fall ist. So wurde auf Tweets am Sonntag und auch am Karfreitag geantwortet.

Leider ist das nicht bei allen Firmen der Fall. Wie hier getestet wurde, wurde bei einem Experiment nur auf 14% der Tweets geantwortet.

 

Kundenservice spricht die gleiche Sprache

Humor ist erlaubt wenn es zu den Kunden paßt. Zumindest in der Endkundenkommunikation wie hier bei IKEA Schweiz wurde auf gleicher Ebene geantwortet was dafür gesorgt hat, dass ein Tweet 135 x geretweetet und 206 x favorisiert worden ist (Stand 25.4.2013). Natürlich paßt so ein flotter Spruch nicht zu jeder Zielgruppe, aber es ist ein sehr gutes Beispiel wo man sieht, wie man auf die Sprache des Kunden eingehen kann und wie das bei anderen ankommt. Logisch, dass dieser Tweet von Medien und Social Media aufgegriffen worden ist. Hier sieht man dann auch, wer hinter den Kult-Tweets steht!

Ikea-Schweiz-Post-21.4.2013

Ich habe mir den Account mal etwas genauer angeschaut und einiges gefunden, was auch für Sie interessant sein könnte. Es wurde vom  25. März – 25. April insgesamt: 84 x getwittert, aber der Anteil der Tweets über IKEA-Produkte liegt bei ca. 10-15, was sehr gering ist und zeigt, dass man kommunizieren, aber nicht verkaufen will.

Ein Ratschlag zur erfolgreichen Twitternutzung ist es, nicht nur Tweets zu posten, welche Verlinkungen enthalten. Das ist auch bei IKEA gut zu beoabachten. Ein verhältnismäßig hoher Anteil an Post enthält keine Links zu weiterführenden Informationen zu den IKEA-Produkten.

Für Sonderaktionen wie „Sommergefühle“ wird dann gerne mal auf die Facebookseite verlinkt, allerdings wirklich nicht sehr aufdringlich, denn ich habe nur eine Verlinkung innerhalb von 4 Wochen entdeckt.

Nun fragen Sie sich, was posten die denn dann in ihren 84 Tweets? So erfährt der aufmerksame Follower etwas über umweltfreundliche Textilfärbeverfahren, darf sich Stoff-Designs auf Pinterest anschauen und bekommt einen Hinweis auf ein leckeres asiatisches Mittagessen, eine nützliche Bohrmaschine aus dem Hause IKEA und das es im Shop auch Lakritze zu kaufen gibt. Außerdem wird der eine oder andere PR-Artikel wie von Netmoms gepostet oder darauf hingewiesen, dass IKEA als Arbeitgeber an 4. Stelle steht. Ach ja und ein Link zu Ubergizmo zeigt, dass es einen Roboter gibt, der IKEA-Möbel zusammenbaut. Was es nicht alles gibt. Noch besser ist aber die Anleitung für das Kinderlaufrad aus zwei IKEA-Stühlen.

Kurz gesagt: Dieser Account zeigt sehr schön, wie man sich in seine Zielgruppe hineindenkt und welche Themen den typischen IKEA-Kunden interessieren könnten.

 

Foto: © fischer-cg.de – Fotolia.com

 

 

Wie Sie durch Online Reputationsmanagement auf Bewertungsportalen punkten können

Der Artikel im Stern, Ausgabe 44 vo 25.10.2012 über gefälschte Bewertungen auf Online-Portalen hat mich auf dieses Thema gebracht. In den letzten Jahren wurden diese immer populärer, immerhin vertrauen 64 Prozent der von Nielsen Media Research Befragten auf Online-Bewertungen. Fast jeder hat schon für Reisen, Hotels oder Bücher eine Bewertung gelesen und seine Entscheidung ggf. davon abhängig gemacht, ob diese eher positiv oder negativ ausgefallen ist.

Nun lesen wir in dem Artikel von der enorm hohen Rate von gefälschten Online-Bewertungen von 20-30 %, so dass sich Bewertungsportale darauf eingestellt haben und entsprechend Schutzmaßnahmen gegen Fälschungen einleiten, d.h. zum Teil mit ganzen Abteilungen, die den gefälschten Bewertungen auf die Schliche kommen sollen.

Was können Sie als Hotel oder Reiseanbieter tun, um Ihre Reputation auf Online-Bewertungsportalen zu verbessern? Und zwar ohne diese Mogeleien. Es gilt, authentisch und sachlich zu bleiben, denn nur so gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Gäste. Und darum geht es Ihnen ja.

Dies sind meine 4 Empfehlungen für Ihre Profile auf Bewertungsportalen: 

  • Als erstes sollten Sie schauen, wo über Ihr Hotel/ Pension schon gesprochen wird. Ein Social Media Monitoring ist als Grundlage sehr sinnvoll, auch um ein Gefühl für die engeren Mitbewerber zu bekommen. Für die Entwicklung der weiteren Strategie sind diese schon vorhandenen Bewertungen von Gästen ein guter Ausgangspunkt. Wie Sie mit den Bewertungen umgehen sollten, werde ich in einem der nächsten Punkte noch näher erläutern.
  • Sie sollten für Ihr Hotel ihr eigenes Profil anlegen, bevor es andere tun. Dies ermöglicht Ihnen dann auch, eine automatische Nachricht zu erhalten, wenn eine neue Bewertung eingegangen ist. So behalten Sie den Überblick und bleiben der Herr im Hause!

 

  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten der Bewertungsportale um Ihr Haus darzustellen. Fotos, Videos, genaue Beschreibung der Anlage, so dass der Suchende einen kompletten Eindruck von Ihrem Angebot bekommen kann. Nehmen Sie sich Zeit dafür, lassen Sie neue Fotos machen und aktualisieren Sie das Profil regelmäßig.
  • Entscheiden Sie sich für Profile auf mehreren Bewertungsportalen und bewerben Sie diese auf Ihrer Homepage, weiteren Social Media Plattformen wie Facebook oder Google+, auf Umfragebögen, an der Rezeption und in E-Mails an Ihre Gäste. Es spricht nichts dagegen, pro-aktiv den Gast um eine Weiterempfehlung zu bitten. Ich persönlich mache das immer recht gerne, wenn ich höflich darum gebeten werde.
Logos von Bewertungsportalen auf einer Hotel-Webseite

Logos von Bewertungsportalen auf einer Hotel-Webseite

Widgets von Bewertungsportalen auf einer Hotel-Webseite dargestellt

Widgets von Bewertungsportalen auf einer Hotel-Webseite dargestellt


Meine Empfehlungen für die Kommunikation auf Bewertungsportalen:

  1. Bedanken Sie sich für jede Bewertung und finden Sie ein paar persönliche Worte.
  2. Bei negativen Kommentaren/ Bewertungen: gehen Sie der Sache auf den Grund. Beklagt sich ein Gast z.B. über mangelnde Sauberkeit, denken Sie nach, ob es ggf. einen Mangel an Reinigungskräften zu diesem Zeitpunkt gab. Ist Ihr Haus wirklich länger nicht renoviert worden, die Auslegeware nicht mehr die Jüngste? Kommentare auf den Portalen können und sollen Ihnen auch helfen, sich zu verbessern. Nehmen sie das nicht persönlich sondern schauen, ob sich die eine oder andere Sache für die Zukunft korrigieren lässt und antworten Sie entsprechend. Oder beschwert sich ein Gast über zu lange Wartezeiten bei den Mahlzeiten? War das Haus zu der Zeit überfüllt und es hat wirklich mal länger gedauert? Machen Sie sich Gedanken, wie Sie Ihre Gäste in Zukunft bei ähnlichen Situationen bei Laune halten können. Ein „Gruß aus der Küche“ kann Wunder wirken. Bei zu langen Wartezeiten auf einen Tisch: Gibt es noch eine Terrasse, die fürs Frühstück genutzt werden kann? Können Sie einen Kaffee in die Lobby bringen? Mit der Zeit werden Sie ein Gespür für Grantler/ Nörgler finden oder ob es sich um eine ehrlich gemeinte Bewertung handelt. Sie sollten sich bedanken, das Feedback aufnehmen und Vorschläge für eine Verbesserung in höflicher Form anbringen. Allein der Fakt, dass Sie sich die Zeit für eine sachliche und höfliche Antwort nehmen, zeigt anderen interessierten Gästen, dass Ihnen Kundenservice und die Gästezufriedenheit sehr wichtig ist und wirkt wiederum positiv auf ihre Reputation.
  3. Die Gesamtanzahl ihrer Bewertungen ist wichtig. Je mehr Sie haben, desto mehr positive Bewertungen werden Sie im Normalfall auch gesammelt haben. Dann stören auch ein paar wenige, negative Kommentare nicht mehr. Bleiben Sie dran! Ein Interessierter Leser wird sich von 50 positiven Bewertungen aus dem Jahr 2009 nicht beeindrucken lassen. Aktualität und Kontinuität zahlt sich auch hier aus.

Eine genauere Übersicht über Eigenschaften der Bewertungsportale, Beispiele für erfolgreiche Präsenzen bzw. weitere Möglichkeiten die Online Reputation zu verbessern, erstelle ich in einem meiner nächsten Blog Posts.