Juli 2019: Die Eigenarten des LinkedIn Algorithmus

Richard von der Blom, LinkedIn-Trainer aus den Niederlanden, hat in den vergangenen Wochen eine Studie über das Verhalten des LinkedIn Algorithmus erstellt und mit einem größeren Publikum geteilt. Ich habe mir seine ursprünglich auf Englisch erstellten Ergebnisse angeschaut und mit meinen eigenen Erfahrungen abgeglichen. Gerne lesen Sie hier weiter, wenn auch Sie die aktuellen (Stand Juli 2019) Eigenschaften des LinkedIn Algorithmus kennenlernen und Ihre Aktivitäten auf LinkedIn anpassen möchten.

Teilnehmende Länder der Studie sind die Niederlande, UK, USA sowie verschiedene europäische Länder.

1. Hashtags

  • Diese haben einen unmittelbaren Einfluss auf den Newsfeed. Beiträge ohne Hashtag sind 50% weniger erfolgreich sprich, haben eine geringere Reichweite.
  • Allerdings gilt wohl: Weniger ist mehr. Pro Beitrag sind 3 Hashtags völlig ausreichend, denn laut der Studie steigt die Reichweite des Beitrags bei 3 Hashtags um ca. 25%, bei mehr als 5 Hashtags sinkt sie um 50%.

2. Kommentare sind besonders relevant

  • Aus meiner Sicht war Folgendes immer schon wichtig: Kommentieren ist immer mehr Wert, als nur ein „Like“ zu vergeben. Den höheren Zeitaufwand belohnt LinkedIn indem die Reichweite um ca. 50% mehr steigt als bei einem einfachen „Like“. Besonders wenig Reichweite erzielt man durch das Teilen von Beiträgen aus dem Netzwerk. Es ist gut gemeint und freut den ursprünglichen Autor, aber LinkedIn zeigt diese Beiträge nur wenigen Mitgliedern an.
  • Mein Tipp: Kommentieren Sie die Beiträge aus Ihrem Netzwerk und auch Sie werden Kommentare erhalten. Jeden Morgen 3-5 Kommentare und das hat eine positive Auswirkung auf Ihre LinkedIn-Aktivitäten.

3. Antworten auf Kommentare

  • Um noch mehr aus LinkedIn herausholen, sollten Sie sich angewöhnen, möglichst jeden Kommentar, welchen Sie auf Ihre Beiträge erhalten, zu kommentieren. Das kann ein nettes „Danke“ sein, ein Grußwort für einen erfolgreichen Tag, eine Antwort auf die gestellte Frage oder eine Rückfrage. Je nachdem, was zum Thema passt. Übertreiben Sie es aber nicht. Wenn ich zu einem Post 15 ähnliche Kommentare erhalte, muß ich nicht jeden mit den gleichen/ ähnlichen Worten beantworten. Das wird über kurz oder lang der Algorithmus auch erkennen. Ein „Like“ reicht m.E. nach in dem oben erwähnten Fall aus. Wir wollen keinen Spam produzieren, nur weil der Algorithmus gerade so tickt.
  • Wussten Sie, dass man in den Kommentaren auch mit Hashtags (#) und Tags (@) arbeiten kann? Probieren Sie es mal aus!

4. Unternehmensseiten

  • Ich war nie ein großer Fan dieser Seiten, vor allem für kleinere Unternehmen ist es sehr mühsam gewesen, Follower zu gewinnen. Nun sagt die Studie, dass nur ca. 4-6 % der Follower die Beiträge der Unternehmensseite angezeigt bekommen. Das erklärt ja Einiges.
  • Wenn Sie ein neuer Follower einer Seite sind, wird Ihnen auffallen, dass Sie die News der Seite in der ersten Woche Ihrer „Followerschaft“ erhalten. Falls Sie darauf in Form von Likes und Kommentaren reagieren, werden die Beiträge auch danach noch bei Ihnen auftauchen. Tun Sie es nicht, hören und sehen Sie eventuell nie wieder etwas von der Unternehmensseite.
  • Für Unternehmen ist es daher erstrebenswert, spannende und nützliche Beiträge zu posten, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit bei neuen Followern gut ankommen, damit diese zu treuen Fans werden.
  • Das Gleiche gilt auch für Kontakte. Die Beiträge von neuen Kontakten sehen Sie in der ersten Woche im Feed und Sie sollten, wenn möglich gleich mit ihnen interagieren.

5. Die erste Stunde ist entscheidend

Sie lesen richtig: Die erste Stunde nachdem der Beitrag gepostet worden ist, entscheidet darüber ob er eine große Reichweite erreicht oder nicht. Das heißt in den ersten 60 Minuten sollten möglichst viele Likes, Kommentare gesammelt werden. Nehmen Sie sich dann auch möglichst die Zeit um den Tipp Nr. 3 umzusetzen. Damit können Sie das Engagement bis zu einem bestimmten Punkt selbst steuern. Hat der Beitrag zu Beginn 20 oder mehr Kommentare bzw. „Aktivität“, wird er von LinkedIn gepusht und weiteren Personen im Feed angezeigt.

6. LinkedIn-Artikel

  • Laut meiner Kenntnis wurden bis Ende 2017 neu gepostete Artikel per Mitteilung mit dem Netzwerk (Kontakte 1. Grades) geteilt. Dadurch konnte man mit den eigenen Longform-Artikeln bei einem großen Netzwerk auch erfolgreiche Artikel publizieren. Seit 2018 hat LinkedIn diese Funktion abgestellt und viele Artikel werden nur einer homöopathischen Menge an Personen angezeigt. Sehr schade, allerdings aufgrund einer deutlich angestiegenen Mitgliederanzahl und mehr Artikeln, auch nachvollziehbar.
  • Mein Tipp: Sie könnten den Inhalt eines Artikels in Kurzform in einen Beitrag von maximal 1300 Zeichen packen, da diese meist eine höhere Reichweite erreichen.
  • Auch das Teilen von Artikeln oder Beiträgen ist nicht mehr so erfolgreich wie vor 1-2 Jahren. Wenn Sie einem Autor ein Lob aussprechen möchten, würde ich das über die Funktion „Bravo vergeben“ machen oder in einem Beitrag über seinen Artikel, seinen Namen mit dem @-Symbol taggen. Somit erhält er ebenfalls mehr Aufmerksamkeit.

7. Videos

Laut der durchgeführten Studie sind Videos schon gar nicht mehr so der Hit. Zumindest „Native Videos“. Eine Auswertung von ca. 200 Videos kam zum Ergebnis, dass man mit Videos 2018 mehr Personen erreichen konnte als dieses Jahr.

8. Anzahl der Postings/ Tag

  • Schaffen Sie nur einen Post am Tag? Viele meiner Kunden sind erstaunt und fragen sich immer, wie sie das schaffen sollen. Die gute Nachricht: Auf LinkedIn ist es völlig ausreichend, nur einmal täglich von sich hören zu lassen, auch mit 3-5 Postings pro Woche machen Sie nichts falsch. Sollten Sie ein 2. oder 3. Postings am gleichen Tag absetzen, müssen Sie damit rechnen, das das 2. Thema deutlich weniger Personen erreicht. Es müsste auch wieder zu Beginn 3 x mehr Engagement erreichen, um die gleiche Anzahl Ansichten zu erzielen, wie das erste Posting. Und, auch das wird vielen Nutzern leicht fallen, lassen Sie, wenn es unbedingt sein muß, mindestens 3 Stunden Zeit zwischen den einzelnen Postings.
  • Meine Empfehlung: Weniger ist mehr, denn die meisten Nutzer auf LinkedIn wollen ihrem eigentlichen Job nachgehen und nicht mehrfach am Tag auf LinkedIn kommentieren.

9. Keine externe Links

Diese Beobachtung mache ich bereits mindestens seit 2017/ 2018. Posten Sie so selten wie möglich externe Links, wie z.B. einen Link zu Ihrer Homepage, Ihrem Blog, zu News-Seiten wie dem Manager-Magazin oder dem Spiegel. LinkedIn wünscht sich eigene Inhalte, welche die Leser nicht von der Seite weglocken sollten.

10. SSI und seine Auswirkungen

Ein hoher Social-Selling-Index hat eine Auswirkung auf eine höhere Reichweite der eigenen Beiträge. LinkedIn belohnt also seine aktiven Nutzer.

11. Anhängen von Dokumenten, Taggen, All-Star-Ranking

  • Wenn Sie bisher manchmal Fotos zu Ihren Beiträgen zugefügt haben, könnten Sie auch ruhig mal die Dokumenten-Funktion (zwischen Fotoapparat und Videokamera) verwenden. Diese haben eine hohe Auswirkung auf die Reichweite.
  • Das Taggen von Personen und Unternehmen provoziert Mitteilungen an die Kontakte, was Ihnen enorm für das Engagement Ihrer Beiträge hilft.
  • Ihr Profil ist noch nicht vollständig und Sie sehen im Dashboard, dass es noch ein „mittelmäßiges“ Profil ist? Nehmen Sie ein paar Optimierungen vor und erreichen das Allstar bzw. Superstar-Ranking, was Ihnen auch hilft, mit einem attraktiveren Profil zu punkten.

Gerne schreiben Sie einen Kommentar und berichten von Ihren Erfahrungen mit dem Algorithmus.

Fotos: Screenshots von LinkedIn / Beitragsfoto: unsplash

Warum auch Sie ein Video auf LinkedIn hochladen sollten

In der heutigen Zeit wollen Social-Media-Nutzer mehr und mehr über Videos unterhalten werden. Das macht im Content Marketing sehr viel Sinn. Auch Ihr LinkedIn-Profil kann noch ansprechender wirken, wenn Sie nicht nur Fotos und PDFs, sondern auch ein Video hinzufügen.

Laut Comscore kaufen 64% der Kunden eher ein Produkt, wenn sie zuvor ein Video darüber gesehen haben. Diese Information lässt sich mit Sicherheit auch auf die Medien-Inhalte, welche Sie zu Ihrem LinkedIn-Profil hinzufügen können, übertragen.

Wichtig dabei ist, dass Ihr Video professionell gestaltet ist und kurz und prägnant darstellt, was Ihre Person oder Ihr Unternehmen ausmacht. Beispielsweise könnten Sie sich mit einer Kurzvorstellung im Video präsentieren, etwas über Ihre Produkte oder Ihre Dienstleistung erklären und im Video einen kurzen „Call-to-Action“ einbauen, wie man Sie erreichen kann. Beachten Sie, dass das Video eher informativ ist und dem Zuschauer einen Nutzen bietet und nicht zu werblich wirkt. Fassen Sie sich kurz und kommen Sie schnell und präzise auf den Punkt! Lesen Sie doch diesen Artikel von The Telegraph, wo beschrieben wird, dass die Aufmerksamkeitsspanne der heutigen Internetnutzer seit dem Jahr 2000 sehr stark nachgelassen hat und laut der Statistik von Microsoft nur noch 8 Sekunden beträgt.

So geht’s:

Gehen Sie in Ihr Profil auf „Profil bearbeiten“ und suchen Sie den Bereich, wo Ihr Video hinzugefügt werden soll. Hierfür kommen die Bereiche „Zusammenfassung“, Ihr aktueller Job und vorhergehende Stellen in Frage. Klicken Sie jetzt auf das Rechteck mit dem +:

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Bildschirmfoto 2015-09-11 um 14.54.06Danach öffnet sich das folgende Menü und Sie können den Link des Videos hinzufügen. LinkedIn unterstützt die folgenden Video-Anbieter. Die aktualisierte Liste finden Sie hier YouTubeVimeoHuluUStreamBrightcove.

 

Foto: pixabay