Finden Sie heraus, was Sie zu einer einzigartigen Persönlichkeit macht

Egal ob Sie Ihr Profil auf LinkedIn ausfüllen, ein Bewerbungsanschreiben formulieren oder bereits im Vorstellungsgespräch sitzen: Sie sollten sich Ihrer Stärken bewusst sein und darüber reden können. Oft beobachte ich im Rahmen meiner Beratung, dass dies zum schwierigsten Teil wird. Langfristig ist es dann leider so, dass viele unter uns den falschen Job wählen, eben weil sie ihre Persönlichkeit und die damit zusammenhängenden Stärken nicht gut genug kennen. Ob Sie noch am Anfang Ihrer beruflichen Karriere stehen oder bereits über 20+ Jahre Berufserfahrung verfügen, jeder Einzelne von uns sollte wissen, in welchem Bereich er Experte ist.

Franziska Ambacher ist Persönlichkeits- sowie Businesscoach und Inspirationsfeuerwerk in einem. Sie berät ihre Kunden in Phasen der Neuorientierung, um schwierige Situationen mutig zu meistern und erfolgreich durchzustarten. 

In einem Interview habe ich sie zu den Themen Berufsfindung und persönliche Stärken befragt. Von diesen Tipps können meiner Meinung nach nicht nur die Wechselwilligen unter Ihnen profitieren.

Gewöhnliche Menschen sind ersetzbar, einzigartige Persönlichkeiten nicht.“

Warum tun sich so viele Menschen schwer, den richtigen Job zu finden?

Franziska Ambacher: Wir lernen weder zu Hause, noch in der Schule oder im Berufsleben, worauf es ankommt, um unsere Berufstätigkeit mit unserer Persönlichkeit in Einklang zu bringen. Dass wir uns gewinnbringend auf dem Arbeitsmarkt positionieren, hängt meiner Erfahrung nach vor allem davon ab, ob wir uns selbst gut kennen und richtig einschätzen. Hinzu kommt, dass die fachlichen Qualifikationen klar im Vordergrund stehen, obwohl die persönlichen Motive ausschlaggebend für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sind. Deshalb arbeiten zwar viele Menschen intensiv an Ihrem Karriereweg, doch ihre Persönlichkeit behandeln sie leider Stiefmütterlich. Genau hier spielt die erfolgversprechende Zukunftsmusik, die uns den Kompass durchs (Berufs-) Leben weist.

Was kann man tun, um sich und seine Stärken besser kennen zu lernen?

Franziska Ambacher: Wer nicht auf die lohnende Entdeckungsreise zu sich selbst geht, der wird wohl bleiben müssen, was er aktuell ist. Jede Art von Veränderung beginnt mit der ehrlichen Reflexion des eigenen Wertekanons, des persönlichen Sinnbedürfnisses und den wichtigsten Stärken. In diesem Erkenntnisprozess helfen die vermeintlichen Orientierungsgeber von außen, wie beispielsweise Persönlichkeitstest, nur bedingt. Wer sich ständig im außen orientiert, riskiert den Zugang zu sich selbst zu verlieren. Das nötige Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein kann mittels Methodenwahn nicht entwickelt werden. In der eigenen Biografie liegen alle Erfolgs- und Erfolgsverhinderungsmuster sowie unsere Stärken. In meiner Arbeit konzentriere ich mich deshalb darauf, die wiederkehrenden Muster zu identifizieren und den Kunden an ihrer eigenen Lebensrealität zu zeigen, wie sie ihre Ressourcen nutzen können. In dem Findungsprozess geht es zum einen um eine Art persönliche Werte-Inventur und zum anderen um die Interessen und Neigungen.

Wie kann man sich diesen Findungsprozess vorstellen? Hast Du ein Beispiel?

Um herauszufinden, welche Stärken vorhanden sind, arbeite ich zusätzlich mit einer konkreten Begriffsliste, die hilft, die vom Kunden genannten Lieblingstätigkeiten noch genauer zu spezifizieren. Wer beispielsweise den Begriff „kochen“ auswählt, erkennt selbst schnell, dass hinter dieser Tätigkeit weitere wichtige Hinweisgeber stecken: strategisches Projektmanagement, wie Budget-, Logistik- und Zeitplanung. Diese Lieblingstätigkeiten sind in Wirklichkeit unsere größten Stärken.

Das ist schon interessant. Von der Seite haben das viele sicherlich noch nie betrachtet. Welchen konkreten Tipp kannst Du einem Wechselwilligen für seine Bewerbungsunterlagen geben?

Franziska Ambacher: Als ersten Schritt gilt es sich klar zu werden, ob man die Firma, die Umstände, die Karrierestufe oder den Beruf wechseln möchte. Der zweite Schritt ist dann die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. In diesem Zusammenhang höre ich oft den Satz „Ich kann mich so schlecht verkaufen“. Ein authentisches „Personal Branding“ lebt aber genau davon, dass der Einzelne weiß, mit welchem Pfund er oder sie wuchern kann. So wird das Selbstmarketing zu einer lösbaren Aufgabe und bringt gleichzeitig den Bewerber auf Augenhöhe. Wenn der Einzelne weiß, was er über seine fachliche Kompetenz hinaus zu bieten hat, empfehle ich dieses bereits auf dem Deckblatt seines Portfolios übersichtlich zu präsentieren. Gewöhnliche Menschen sind ersetzbar, doch eine einzigartige Persönlichkeit nicht. Das Gleiche gilt bei der Gestaltung einer Homepage oder einer Profilseite in den sozialen Netzwerken, wie LinkedIn und XING. Es geht darum, sich zu seinen Träumen, Visionen und Wünschen zu bekennen und die dazu passenden Menschen wie Unternehmen anzuziehen. Wer hingegen nur auf seine fachlichen Qualifikationen pocht, verschenkt sein größtes Potenzial, bleibt profillos und sorgt auf diese Weise für Beliebigkeit und Einheitsbrei.

Gibt es einen Buchtipp für diejenigen, die sich auf die Suche nach dem eigenen Weg machen wollen?

Franziska Ambacher: Angenehm anders als die üblichen Ratgeber habe ich  Gregor Wilbers „Sinnfindung im Beruf“ empfunden (J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH). In diesem Buch wird bewusst auf die ewig gleichen Tipps verzichtet, die doch nicht weiterhelfen. Stattdessen lädt es dazu ein, eine bewusste Haltung zu sich, zum Beruf und zum Leben zu entwickeln. Der Autor ist der gleichen Meinung, dass sowohl persönlicher wie beruflicher Erfolg nicht von Strategien ausgeht, sondern von der jeweiligen Persönlichkeit. Nur so kann der Einzelne kraftvoll und effektiv agieren. Dieses Buch hilft dabei seiner Berufung und damit sich selbst einen großen Schritt näher zu kommen.

Der Buchtipp klingt sehr interessant. Ich habe gesehen, dass es das auch als Kindle-Version gibt. Ich schau da gerne mal rein. Nicht jeder wird nur durch das Lesen eines Buches seine persönliche Sinnfindung finden. Und da kommt eine persönliche Beratung ins Spiel. Welche Menschen lassen sich von Dir unterstützen?

Franziska Ambacher: An mich wenden sich hoch qualifizierte Menschen, die entweder eine gut dotierte (Führungs-)Position im Angestelltenverhältnis bekleiden oder selbstständig tätig sind. Dabei haben beide Kundengruppen eines gemeinsam: sie fühlen sich an irgendeinem Punkt ihrer Tätigkeit tot unglücklich. Meistens geht dem eine längere Leidensgeschichte voraus. Wenn dazu dann noch die eigenen Bedürfnisse und Werte nicht bekannt sind, lebt die Person ein fremdbestimmtes Leben und wird durch die Entscheidungen anderer gelebt. Das Ergebnis kann nur Frustration und Demotivation sein. Um positive Veränderungen einzuläuten hilft hier ein klares Bild von der eigenen Person. Jeder Mensch hat ein großes Talent und damit viel zu bieten. Es wäre die größte Verschwendung dieses Potenzial nicht nach außen zu tragen und für sich und andere zu nutzen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Franziska Ambacher bietet mit ihrem Unternehmen Changeify an: Coaching, Neuorientierung, Selbstbewusstsein und Konfliktfähigkeit. 

„Online-Kommunikation in Brasilien: WhatsApp ist Ersatz für die Visitenkarte”

Ein Ziel meiner Artikel ist es, über die unterschiedlichen Online-Kommunikationsverhalten in anderen Ländern zu berichten. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, ein interessantes Gespräch mit Ute Klingelhöfer, einer Social-Media-Kollegin aus Karlsruhe zu plaudern. Sie war in Brasilien als digitale Nomadin unterwegs und erzählt uns hier von ihren Eindrücken:

Hallo Ute. Erzähl doch bitte kurz etwas über Dich, Deine Tätigkeit als Social Media Beraterin in Karlsruhe und warum wir heute über das Thema „Social Media in Brasilien“ sprechen.

Hallo Friederike, erst einmal danke für dein Interesse und die Möglichkeit, mich hier vorzustellen. Mein Job als Social Media Beraterin erlaubt es mir, von verschiedenen Orten der Welt zu arbeiten. Ich muss also nicht immer im gleichen Office in Deutschland sitzen, contentwerk läuft auch von anderen Orten der Welt, sofern die Internetverbindung stimmt. So kam ich nach Brasilien. Allerdings sehe ich meine Tätigkeit nicht allein auf den Bereich Social Media beschränkt, das gehört für mich heute einfach dazu. Mir liegt am Herzen, dass jeder eine gute Erfahrung im Internet hat, und das findet, was er sucht. Sei es Unterhaltung, Information oder Hilfestellung. Meine Kunden unterstütze ich darin, dass ihre Kunden genau das bei ihnen bekommen. Über welche Kanäle diese Inhalte dann verteilt werden, kommt für mich an zweiter Stelle.

Wir hatten ja vor kurzem telefoniert und Du hast mir erzählt, dass Du eine aufregende Zeit als digitale Nomadin in Brasilien erlebt hast. Für die Leser hier, bitte schauen Sie sich auch mal diesen Beitrag bei Techtag an. ute-klingelhoefer-als-digitale-nomadin

Warum hast Du Dir gerade Brasilien ausgesucht?

Das war reiner Zufall. Mich hat es ehrlich gesagt nie nach Brasilien gezogen, eher war das Nachbarland Argentinien mein Traum. Dann habe ich aber vom Nomad Cruise erfahren, einer Kreuzfahrt für Digitale Nomaden von Gran Canaria nach Brasilien. Ich wusste sofort, da will ich unbedingt dabeisein! Erst nachdem ich die Reise gebucht hatte, habe ich angefangen, mich über Brasilien zu informieren. Wie es der Zufall so wollte, lernte ich in der Zeit auch einen Brasilianer und eine Portugiesisch-Dozentin kennen, die mir einige Tipps zur Sprache und Kultur mitgaben.

Was wusstest Du bereits über das Kommunikationsverhalten in Brasilien und welche Erwartungen hattest Du an die Zeit dort? So viel ich weiß, sprichst Du Spanisch und hast mit der Zeit auch etwas portugiesisch gelernt, nicht wahr?

Aus meinen zwei Unterrichtseinheiten Portugiesisch an der Uni wusste ich, dass sich Brasilianer schon beim ersten Kontakt näher als wir Deutschen kommen. Berührungen am Arm und Wangenküsse bei der Begrüßung sind normal. Mein Spanisch half mir, im Alltag mit den Brasilianern zu kommunizieren. Ob bei der Suche nach dem richtigen Weg, einer Diskussion mit Sicherheitspersonal in der Bibliothek oder beim Bestellen von Essen im Restaurant: Mit Spanisch kommt man durch, mit Englisch ist es eher ein Glücksfall, ob man verstanden wird. Ich war also sehr froh, auf drei Jahre Schulspanisch zurückgreifen zu können, vor allem, da Portugiesisch wegen der Aussprache nicht so leicht und schnell für mich zu lernen war.

Was kam dann völlig anders? Womit hattest Du nicht gerechnet?

In meiner Vorstellung gab es in Brasilien ganz viele Straßenfeste, laute Feiern und ständig Tänze auf der Straße. Als ich dann dort war, durfte ich feststellen, dass Brasilianer auch ganz ruhig und scheinbar langweilig leben können. Und dass sie auch sehr viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Nur während Karneval habe ich die Brasilianer dann so erlebt, wie man das in unseren Medien vermittelt bekommt: Laut, bunt, schrill, verrückt – und ständig am Feiern. Da sind dann auch die Geschäfte mal für eine Woche zu – was für mich dann weniger passend war.

In Brasilien ist Facebook sehr beliebt. Wie nutzt der Brasilianer das Netzwerk und was ist der größte Unterschied zu unserem Verhalten auf FB?

Als ich im Co-Working in Brasilia war, war ich umgeben von einigen anderen Entrepreneueren aus dem Media-Bereich. Ich habe ihnen gesagt: Man bräuchte die Share-Freudigkeit eurer Kultur und die Planungsfähigkeit der Deutschen – Dann hätte man den perfekten Social Media Auftritt. Der Brasilianer, wenn ich das mal so überspitzt formuliere, teilt nämlich alles, was ihm bei Facebook in den Newsfeed kommt. Wenn ich das Verhalten meiner brasilianischen Freunde auf Facebook beobachte, sehe ich da viel weniger Hemmungen, Inhalte zu teilen. In Deutschland werden von den Inhalten, die jemand teilt, immer gleich Rückschlüsse auf das Selbstverständnis gezogen. Ich bekomme auch oft die Frage gestellt: “Kann ich das teilen, ohne mich lächerlich zu machen?”. In Deutschland ist es nun mal so, dass die Inhalte, die man teilt, das Image bestimmen, das andere von einem entwickeln. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass hinter dem Posten von Inhalten ein Grundbedürfnis des Menschen steckt, dem Bedürfnis nach Anerkennung. Während das in Brasilien eher über lustige Inhalte (übrigens über alle Altersklassen verteilt) geschieht, habe ich den Eindruck, dass wir Deutschen eher über besonders kompetente, intelligente oder provozierende Inhalte punkten wollen. Aber vielleicht ist das auch nur in meiner Filterblase so.

Welche sozialen Netzwerke sind Deines Wissens nach unter den Geschäftsleuten in Brasilien beliebt? Welche Bedeutung hat Deiner Meinung nach LinkedIn in Brasilien? Laut Statista steht LinkedIn neben FB recht weit vorne.

Mit ein paar der Kontakte habe ich mich über LinkedIn verknüpft, allerdings habe ich hier nicht weiter nachgefragt, welche Bedeutung LinkedIn in Brasilien wirklich hat. Ich weiß, dass Facebook, WhatsApp und instagram in Brasilien die beliebtesten Netzwerke sind. Auch die Geschäfte preisen die Kanäle am häufigsten auf ihren Werbemitteln an und nutzen diese intensiv – die WhatsApp-Nummer ist quasi der Ersatz für die Visitenkarte. Selbst Einzelhändler verstehen es in Brasilien besser, Menschen für die digitale Mund-zu-Mund-Propaganda zu motivieren. In einer Eisdiele z. B. gab’s die zweite Kugel umsonst, wenn man ein Foto von sich in Social Media veröffentlicht und dabei die Facebook- oder instagram-Profile der Eisdiele in seinem Post getaggt hat. Die Brasilianer, mit denen ich da war, hinterfragen das gar nicht weiter. Als Deutscher bist du da erst einmal kritisch, ob du nicht lieber regulär für die Kugel bezahlst, anstatt Werbung für ein Unternehmen zu machen.

Kannst Du allgemein was zum Kommunikationsverhalten von brasilianischen Geschäftsleuten sagen? Wenn ich einen ersten Kontakt zu brasilianischen Geschäftspartnern aufbauen möchte, was sollte ich vorab wissen? Kannst Du das grob zusammenfassen?

Da ich kein Geschäft mit Brasilianern gemacht habe, kann ich das nicht wirklich sagen. Ein Kunde von mir erzählte mir, dass er auch mal ein Geschäft in Brasilien aufbauen wollte, seine Pläne aufgrund der “Amanhã”-Einstellung der Brasilianer aber wieder aufgeben musste. Ich glaube, darauf muss man sich einstellen. Ich hatte so einige Erlebnisse, die hätten mich in den Wahnsinn treiben können. 10 freie Servicekräfte im Restaurant, und alle lassen sich Zeit, bis sie jemanden bedienen. Oder dass jeder Mitarbeiter eine sehr spezifische Aufgabe hat, und nicht die des Kollegen übernehmen darf. Oder ellenlange Warteschlangen im Supermarkt, weil alles ganz gemächlich erledigt wird. Jede dieser Verhaltensweisen hat aber auch eine positive Seite, die man dann in Europa wieder vermisst. Europa steht in Brasilien für Hektik. Ich glaube, man kann sich in Brasilien auf sehr viel Hilfsbereitschaft freuen. Ob beim Arzt oder im Geschäft, man hat sich meist sehr viel Zeit für mich genommen. Und man kann sich darauf einstellen, dass Geschäftskontakte in Brasilien sehr viel persönlicher ablaufen, man schon beim ersten Treffen über Privates spricht und nach Hause eingeladen wird.

Vielen Dank an Ute Klingelhöfer für das interessante Gespräch!

 

Fotos:©Ute Klingelhöfer

Interview mit „Dein-Lebenslauf“: Was gehört heute unbedingt rein in den Lebenslauf?

Zum Erstellen der LinkedIn-Profile meiner Kunden bitte ich meist um einen aktuellen Lebenslauf. Dieser hilft mir, die wichtigsten Bereiche im Profil auszufüllen. Worauf man beim Erstellen des Lebenslaufes achten sollte und was besser weggelassen werden sollte, habe ich im Interview mit der Bewerbungsexpertin Britta Kiwit von „Dein-Lebenslauf“ herausgefunden:

Wie seid Ihr bei „Dein-Lebenslauf“ auf Eure Geschäftsidee gekommen?

Die Geschäftsidee kam ganz natürlich: Wir haben festgestellt, dass viele in der Bewerbungsphase unsicher sind, insbesondere wenn es um die eigenen Unterlagen geht. Was gehört tatsächlich alles noch in einen richtig guten Lebenslauf? Wie verfasse ich ein überzeugendes Anschreiben?

Hinzu kommt, dass die Formatierung eines Lebenslaufes so aufwändig und kompliziert ist, vor allem wenn der Umgang mit Word nicht gelernt ist. Bei so vielen Unsicherheiten sind die meisten Bewerber sehr dankbar, Unterstützung in der nervenaufreibenden Bewerbungszeit zu bekommen.

Wer sind Eure Kunden?

Grundsätzlich zählt zu unserer Zielgruppe jeder, der sich gerade im Bewerbungsprozess befindet und mit seinen Unterlagen aus der Masse herausstechen will. Am Anfang waren es vor allem Bachelor- und Masterabsolventen, die unseren Service in Anspruch genommen haben.

Mittlerweile bekommen wir Aufträge aus allen möglichen Branchen und von Personen mit den verschiedensten Erfahrungsgraden. Egal, ob eine Sachbearbeiterin, die mit Mitte 40 nochmal einen beruflichen Neustart wagen möchte, ein Jura-Student, der sein Studium abbrechen möchte, um Modedesign zu studieren oder ein Realschüler, der Bäcker werden möchte: Jeder braucht früher oder später einen Lebenslauf, weshalb wir ein sehr breit aufgestelltes Team an Bewerbungsexperten haben.

Welche sind die häufigsten Fehler in deutschsprachigen Lebensläufen?

Viele Bewerber lassen ihre Unterlagen nicht von einer weiteren Person Korrektur lesen. So werden Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehler schnell übersehen. Diese können schnell das Aus für einen Bewerber bedeuten, da sie für die meisten Personaler als absolutes No-Go in der Bewerbung gelten.

Aber auch inhaltlich werden viele Fehler gemacht: So werden die Aufgabenbereiche nicht gut genug erklärt oder zu viele Informationen integriert, sodass der Personaler Schwierigkeiten hat, die wichtigsten Dinge direkt auf einen Blick zu sehen.

Auch beim Bewerbungsfoto passieren häufig Fehler: Oft ist die Aufmachung zu spießig oder der Hintergrund zu aufgeregt. Wir empfehlen demnach immer einen beruflichen Fotografen aufzusuchen.

Was gehört in jeden Lebenslauf?

In jeden Lebenslauf gehören persönliche Daten (Name, Adresse und eventuell das Geburtsdatum), Angaben zum akademischen Werdegang und der beruflichen Laufbahn, Weiter- und Fortbildungen, sonstige Kenntnisse (Sprach- und EDV-Kenntnisse sowie gegebenenfalls Interessen) und ein professionelles Foto.

Was sollte man beachten, wenn man sich international bewirbt? Unterstützen wir unsere Kunden auch beim Erstellen von Lebensläufen für den internationalen Markt?

Gerade bei internationalen Bewerbungen gibt es oft Unsicherheiten bei unseren Kunden. Wir wollen zukünftig verstärkt auch Bewerber unterstützen, die sich auf einer internationalen Basis bewerben und arbeiten deshalb stark mit englischsprachigen Native Speakern zusammen, um unseren Service auszubauen.

Bei einer internationalen Bewerbung ist es sehr wichtig, sich im Vorhinein zu informieren, was von den Bewerbungsunterlagen in dem Land erwartet wird. In England spricht man beispielsweise beim Lebenslauf von einem CV, in Amerika vom Résumé; beide sind anders aufgebaut als der deutsche Lebenslauf. Hier gilt es zudem auch als No-Go, ein Bewerbungsfoto mitzusenden.

Was gilt heutzutage als veraltet, wird aber oft noch verwendet?

Den Beruf der Eltern sowie die Angehörigkeit zu einer Religion sollten heute nicht mehr in den Lebenslauf integriert werden. Das wichtigste sollte sein, dass der Personaler einen schnellen Zugriff zu relevanten Informationen hat; alles andere sollte man herausfiltern und eliminieren. Auch die Angabe des Familienstands ist keine Pflicht mehr: es sollte im Bewerbungsprozess keine Rolle spielen, ob man ledig oder verheiratet ist.

Ein Bewerbungsfoto ist zwar kein Muss mehr; wir raten aber trotzdem dazu, ein professionell erstelltes Foto zu integrieren. So bekommt der Personaler schneller ein erstes Gefühl für die Person, die sich hinter der Bewerbung verbirgt.

Sollte man versuchen, Lücken im Lebenslauf zu vertuschen oder geschickt zu umschreiben?

Lücken im Lebenslauf sollten vermieden werden, weil der Personaler schnell das Gefühl bekommt, dass der Bewerber versucht etwas zu verheimlichen. Dabei raten wir immer: Nichts vertuschen, sondern gekonnt umschreiben!

Das Wichtigste ist also, dass man Unterbrechungen im beruflichen Werdegang erklärt und am besten gut begründet. Wir empfehlen alle Lücken, die länger als 3 Monate sind, im Lebenslauf zu erklären. So ist es zum Beispiel völlig in Ordnung, die Elternzeit mit „Betreuung / Erziehung meiner Kinder“ anzugeben. Bei Auslandsaufenthalten reicht ein „Sabbatical“ oder „Freiwillig genommene Auszeit für Reisen“ oder „Work and Travel in den Ländern xx“ völlig aus. Auch in dieser Zeit absolvierte Weiterbildungen können mitaufgeführt werden.

 

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Weitere Details zum Angebot von „Dein-Lebenslauf und Tipps für Bewerber gibt es auf deren Webseite hier nachzulesen.

 

Foto: www.pixabay.com

Wie auch Sie Ihre indischen Geschäftspartner besser verstehen werden! Interview mit Manish Pandey

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit meinem Mann, ein sehr leckeres indisches Essen mit Manish Pandey, unserem ehemaligen Nachbarn einzunehmen. Bei verschiedenen Vorspeisen wie frittiertem Blumenkohl und der Hauptspeise bestehend aus Dal-Linsen, Butter Chicken und Paneer serviert mit Naan-Brot, bekamen wir Einblicke in die indische Kultur und seine Tätigkeit als Trainer für interkulturelle Kompetenz.

Manish, erzähl uns doch bitte etwas von Dir und Deiner Tätigkeit!

Ich lebe inzwischen seit 30 Jahren in Deutschland. Angefangen habe ich hier mit meinem Studium für Informatik in Aachen und habe anschließend viele Jahre in der IT-Branche als Entwickler, Projekt– und Sales Manager gearbeitet.

Seit 2013 bin ich als freiberuflicher Sales Consultant und Trainer für interkulturelle Kompetenz tätig.

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Du warst ja vor  kurzem erst wieder in Deiner Heimat. Erzähl mal von Deinen Eindrücken und wie es Indien geht. Wo genau bist Du gewesen?

Manish Pandey: Indien ist einfach phänomenal! Die Wirtschaft boomt. Man spricht von einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 7%, das Land zählt zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften, wie man in verschiedenen Quellen nachlesen kann. In einigen Bereichen sind es sogar 25%, in anderen eher weniger. Das Manufacturing und Heath Care wachsen gerade besonders stark. Man sieht das starke Wachstum in den Großstädten. Leider kann man die Spaltung der Gesellschaft zwischen denen, die am Wachstum teilhaben und denjenigen, die davon ausgeschlossen sind, nicht ignorieren.

Wir waren in Dehli, hatten die Gelegenheit am indischen Farbenfest teilzunehmen und sind dann nach Punjab weitergereist.

Wenn Du von Deutschland nach Indien reist: Was fällt Dir im Hinblick auf die Kommunikation unter den Menschen besonders auf?

Manish Pandey: Das Kommunikationsverhalten in Indien ist ganz anders als wir es hier gewohnt sind. Es ist ganz stark durch die kollektivistische Kultur geprägt. Im Gegensatz dazu ist die hiesige Kultur und auch die anderer westeuropäischer Länder von der individualistischen Kultur geprägt. Und das merkt man auch an der Kommunikation unter den Menschen, ob sie nun online oder offline miteinander zu tun haben. In Indien bekommt man die Identität durch seine Position und die Rolle, die man in der Gruppe spielt. Welche Rolle spielt man in der Gesellschaft, wen kenne ich, mit wem bin ich bei LinkedIn und Facebook vernetzt. Im Gegensatz dazu finden die Deutschen Identität über die Leistung, die sie bei der eigenen Arbeit leisten.

Familienwerte spielen in Indien eine besonders große und wichtige Rolle. Ich lebe zwar schon lange nicht mehr in Indien, aber ich habe eine enge Beziehung zu meiner erweiterten Familie, welche auf der ganzen Welt verteilt ist. Wir halten auch über die Entfernung sehr guten Kontakt. In meinem Blog-Artikel beschreibe ich, wie viele verschiedene Begriffe es im Indischen für die Beziehung zwischen den verschiedenen Verwandtschaften wie z.B. Tante und Onkel gibt. Das sagt doch alles: So wichtig sind familiäre Beziehungen in meinem Heimatland. Das Netzwerk bestehend aus Familie und Freunden ist in Indien riesig. Und es wird sehr aktiv und intensiv gepflegt.

In Indien gibt es keine Bekannte, man spricht immer von Freunden. Ein Arbeitskollege ist auch ein Freund. Man kennt die Geburtstage der anderen, fragt nach dem Befinden der anderen Familienmitglieder und kennt die Hobbys der Kinder des Arbeitskollegen. Die Firma ist auch die Familie, zumindest zu einem gewissen Teil. Man trennt weniger zwischen der Familie und dem Job. Wie ich schon angedeutet hatte, die Identität kommt durch die Rolle in der Hierarchie, durch die Position im Job. Das führt dazu, dass Arbeitszeiten verschwimmen, am späten Abend noch Mails geschrieben werden und man schwer von der Arbeit loslassen kann. Hierarchien sind wichtig, vor allem die eigene Position in der Hierarchie ist für das Individuum sehr bedeutsam.

Was fällt Dir auf, was die Online-Kommunikation in Indien angeht? Welche Medien sind dort besonders beliebt?

Manish: In meinem Umkreis werden die sozialen Netzwerke wie WhatsApp, Facebook sehr aktiv genutzt. Ich bekomme täglich Nachrichten per WhatsApp von meiner erweiterten Familie. Was ich auch auf meinen letzten Reisen beobachten konnte, Handys bzw. Smartphones sind überall. Sie werden sehr gerne, sehr viel genutzt. Sie werden benutzt, um mit anderen zusammen zu sein. Es wird gechattet und mehr telefoniert. Führen einige Leute in der U-Bahn ein Gespräch, wird parallel mit anderen getextet. Die Akzeptanz, dass ein Gespräch wegen einer Text-Nachricht oder Anrufes unterbrochen wird, ist in Indien viel höher. Wer angerufen wird, ist wichtig und hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Indische Geschäftsleute mit Auslandserfahrung wissen mit der Zeit, dass dies in anderen Ländern ggf. anders gesehen wird und passen sich dann auch an.

Auch die ältere Generation ist damit bestens vertraut und hat Spaß daran, zumindest in meinem engeren Umkreis. Natürlich kann ich nicht für das ganze Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern und mehr als 400 verschiedenen Sprachen sprechen.

Was kannst Du zum Kommunikationsverhalten der indischen Geschäftsleute sagen? Was sollten deutsche Geschäftsleute wissen, wenn Sie mit indischen Partnern kommunizieren?

Manish: Generell ist es so, dass es in Indien keine Privatsphäre, so wie sie hier in Deutschland gelebt wird, gibt. Beziehungen bei der Arbeit sind sehr wichtig, es entstehen schnell Freundschaften, was in Deutschland nicht immer der Fall ist und oft auch länger dauert.

Durch das Halten meiner Workshops habe ich verstanden, wie wichtig es ist, sich selbst zu verstehen, um die andere Kultur zu verstehen. Ich baue die Workshops daher so auf, dass es in 70% der Zeit um das Verständnis der eigenen Kultur und in 30% der Zeit um das Kennenlernen der anderen Kultur geht. Gerade Ersteres ist richtig schwer. Sich selbst zu betrachten, bringt einen oft in die Defensive: Es ist ein sensibles Thema. Was in Deutschland selbstverständlich ist, kann woanders ganz anders sein.

Daher sollte man sich fragen: Wie kommen wir als Deutsche bei der anderen Kultur an? Was macht unser Kommunikationsverhalten aus? Was ist für den Deutschen normal?

Nur wenn ich den anderen Partner wirklich gut kenne, seine Verhaltensweisen verstehe, kann ich mit ihm gewinnbringend kommunizieren und werde die feinen Signale eines „Neins“ oder das Zögern bei einem Geschäftstermin richtig interpretieren. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein indischer Geschäftspartner ein klares „Nein“, wie man es aus dem deutschen Kultur-Sinn kennt, von sich geben wird. Der deutsche Kommunikationspartner wird lernen müssen, die anderen Anzeichen richtig zu interpretieren. Kommunikation besteht nicht nur in der indischen Kultur aus dem Gesamtbild wozu neben der Sprache, die Körpersprache und der Tonfall gehören. Es heißt hier wirklich, lieber mehr Zeit in die Kommunikation zu investieren, als vorschnell und falsch zu kommunizieren.

Genau da setze ich auch in meinen interkulturellen Kompetenz-Trainings an. Ich lasse jeden seine eigene Kultur erstmal selbst verstehen. Die Länge der Trainings können den Bedürfnissen der Unternehmen angepasst werden. Idealerweise arbeiten wir länger zusammen und nach ca. 6-8 Wochen sollte der Integration Workshop zur Bildung und Festigung von Beziehungen stattfinden.

Wie schätzt Du die Social-Media-Nutzung der indischen Geschäftsleute ein? Wo kommunizieren sie gerne? Was ist anders verglichen zu den Deutschen?

Manish: Soziale Medien spielen eine sehr große Rolle in Indien. Es ist überwältigend, denn man sieht Smartphones überall. Facebook, WhatsApp, jeder nutzt es. Die Inder haben sehr schnell gelernt, die neuen Technologien zu nutzen, während andere Kulturen da allmählicher reingewachsen sind. Das ist sicherlich durch den enormen Wirtschaftsboom zu begründen. Es ging im Prinzip von 0 auf 100. Da das persönliche Netzwerk in der indischen Kultur einen so hohen Stellenwert hat, ist auch die Nutzung der sozialen Netzwerke extrem interessant für sie. Hier in Deutschland sind viele noch etwas zögerlicher. Man hat auch mehr Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Es gibt auch bei den jetzt 35-40-Jährigen genügend Leute, die weder auf WhatsApp noch auf Facebook anzutreffen sind. In Indien ist die Akzeptanz dieser Medien schon viel weiter fortgeschritten.

Manish, ich berate ja viele Kunden im Hinblick auf die Nutzung von LinkedIn in der internationalen Kommunikation. Indien ist mit 33,4 Millionen Mitgliedern das zweitstärkste Land auf LinkedIn, wie diese Statistik verrät. 

Die Wirtschaft entwickelt sich schnell weiter, neue Geschäftsbereiche entstehen, viele Inder sind auf Jobsuche und dank des internationalen Netzwerkes bietet sich LinkedIn als die ideale Plattform an, um sich zu präsentieren. Hier auf India Today gibt es auch Tipps, wie man sich für die Jobsuche dort besonders gut präsentieren kann. 

Bist Du auch auf LinkedIn und kannst Du auch bestätigen, dass in der indischen Business-Kommunikation LinkedIn das Netzwerk der Wahl ist?

Ich bin auf LinkedIn mit einem Profil vertreten und nutze das Netzwerk sehr gerne. Es ist in Indien das Netzwerk für die Business-Kommunikation, u.a. auch weil die Mobilität dort höher ist als in Deutschland und man somit mit seinen Kollegen und Geschäftskontakten besser in Verbindung bleiben kann.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke in die indische Kultur und das leckere Abendessen!

Experten-Tipps für das perfekte Business-Foto auf LinkedIn

Es sind erstaunlich, wie viele Profile auf LinkedIn ohne Profilbild eingerichtet sind. Kürzlich habe ich die Seite eines langjährigen Kontaktes besucht und war erstaunt, wie viele seiner Kontakte in der Liste der bestätigten Fähigkeiten, kein Profilbild hatten.

Wussten Sie schon, dass Sie 11 x mehr Profilansichten bekommen, wenn Ihr LinkedIn-Profil ein Foto enthält? Ich selbst bestätige keine Kontaktanfrage ohne Bild, es sei denn, ich kenne die Person wirklich schon lange.

Worauf sollte man bei der Auswahl des richtigen Fotos für LinkedIn achten? Elisabeth Pfahler-Scharf ist Fotografin, die Emotionsfotografin bzw. Expertin für authentische Business-Fotografie in München und gibt heute wertvolle Tipps für ein besseres Erscheinungsbild auf LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken.

Wie bist Du zu Deinem Traumberuf gekommen?

Mein Name ist Elisabeth Pfahler-Scharf. Als ich mit 15 Jahren meine erste Kamera bekommen habe, war ich begeistert von der Möglichkeit mich durch dieses Instrument kreativ ausdrücken zu können. Und da ich besonders gerne mit Menschen zu tun habe, entschied ich mich gleich nach dem Abi für eine Ausbildung zur Portrait-Fotografin. Seitdem bringe ich Menschen vor meiner Kamera liebend gerne zum Strahlen.

Woran erkennen Rekruiter oder Besucher eines Profils ein professionelles Foto? Was sind Deiner Meinung nach die 3 wichtigsten Punkte?

Ein professionell fotografiertes Foto unterscheidet sich meist positiv in Bildgestaltung, Bildqualität und Ausdruck von selbstgemachten Schnappschüssen. Bei einem Businessfoto finde ich am wichtigsten, dass der Blick direkt und das Gesicht gut erkennbar sind. Der Ausschnitt des Bildes sollte auf den Kopf beschränkt sein. Auch der Hintergrund des Bildes sollte dezent sein und nicht von der Person ablenken. Ich wähle die Foto-Location passend zum Beruf des Kunden. Ein Rechtsanwalt vor einer Rosenhecke wirkt wenig authentisch. Ein Landschaftsgärtner schon eher. Und ich halte es mit dem Motto: das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück. Ein sympathisches, offenes Lächeln auf einem Profilfoto macht vertrauenswürdig und wirkt wie ein Magnet bei der Kontaktaufnahme.

Worauf achtest Du als Fotografin?

Für mich steht die Authentizität an oberster Stelle. Wir möchten uns ein Bild von unserem Gegenüber machen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Daher ist es bei einer Fotosession mein Ziel, die individuelle Persönlichkeit und die natürliche Ausstrahlung eines Menschen herauszuarbeiten. Bei Businessfotos achte ich vor allem auch darauf, dass Kleidung, Umgebung und Hintergrund passend zur beruflichen Tätigkeit ausgewählt werden.

Welche Kleidung sollte gewählt werden? Welche Farben wirken am besten bzw. was kannst Du zu Mustern sagen?

Die Kleidung sollte keine Verkleidung sein. Ich frage meine Kunden immer: wie treten sie bei ihren Kunden auf, wie kennt man sie? Es ist wichtig, dass das Outfit und Farben optimal zur Person und zum Beruf passen und sie die Ausstrahlung unterstreichen. Von einem auffälligen Muster rate ich meist ab, das zieht die Aufmerksamkeit zu sehr vom Gesicht weg.

Wie setzt Du Deine Kunden in Szene?

Echte Persönlichkeit statt gekünstelte Posen – das ist meine Devise als Fotografin seit mehr als 25 Jahren. Ich setze meine Kunden und deren Einzigartigkeit auf kreative Weise ins rechte und vor allem natürliche Licht. Die Körperhaltung darf nicht gestellt wirken, sondern sollte der Person entsprechen. Ganz natürlich und unverkrampft. Nur wenn sich der Kunde in einer Pose wohlfühlt, können lockere und natürliche Fotos entstehen. Ich liebe es, meine Kunden ganz individuell in Szene zu setzen. Ohne Klischees, aber gerne mit außergewöhnlichen oder witzigen Ideen.

Die Körpersprache sagt ja viel über einen Bewerber aus. Inwieweit kannst Du hier Tipps für die richtige Pose geben? Ich finde diesen Artikel auf Lead-Digital sehr interessant. Kannst Du dazu was sagen?

Bei der Wahl des richtigen Bildausschnittes kann ich dem Autor nur beipflichten. Entscheidend ist das Gesicht und der Ausdruck der Person auf dem Foto. Am aussagekräftigsten ist dabei ein Kopfbild. Wenn sie sich nicht als Modell bewerben möchten, ist der Rest uninteressant. Eine offene, zugewandte Körpersprache und ein direkter, selbstbewusster Blick vermitteln Seriösität und Kompetenz. Und keine Angst: ein freundliches Lächeln schmälert ihre Kompetenz in keinster Weise!

Auf LinkedIn gibt es auch die Möglichkeit ein großflächiges personalisiertes Hintergrundbild einzurichten. Wie sollte dieses Deiner Meinung nach ausschauen?

Auch da gilt die Devise: weniger ist mehr! Wählen Sie ein Hintergrundbild, dass ihr Profil thematisch und farblich unterstützt. Das Motiv sollte zu ihrem Business passen. Verwenden Sie auch hier ein eher dezentes Motiv, dass ihrem Profilfoto nicht die Schau stiehlt.

Wie häufig sollte man das Foto wechseln?

Ich rate meinen Kunden das Businessfoto nach 3-5 Jahren zu aktualisieren. Falls man Frisur, Haarfarbe oder Style erheblich verändert auch schon früher. Wichtig ist, dass das verwendete Foto dem aktuellen Erscheinungsbild entspricht. Ihr Kunde oder Kontakt sollte sie schließlich bei ersten persönlichen Treffen sofort wiedererkennen.

Und ein wichtiger Tipp zum Schluss:

Benutzen sie in allen Businessportalen dasselbe Foto, das erhöht den Wiedererkennungswert und prägt sich schneller ein.

Anforderung an Ihr LinkedIn-Profil-Bild: quadratisch, entweder 200 x 200 pixel bzw. 500 x 500 pixel.

 

Vielen Dank an Elisabeth und ihre Tipps zum Thema Business-Fotografien.

Über Elisabeth Pfahler-Scharf: „Echte Persönlichkeit & Emotionen statt gekünstelte Posen“ – das ist die Devise der Fotografin Elisabeth Pfahler-Scharf seit mehr als 25 Jahren. Mit viel Gespür und Kreativität setzt sie die Menschen
ins rechte und vor allem natürliche Licht. Ohne viel technisches Drumherum oder übertriebene Retusche.
Zudem gibt sie mit großer Begeisterung ihr Wissen an fotografierbegeisterte Frauen weiter. In den Fotoworkshops der „Fotodetektivinnen“ geht sie gemeinsam mit den Teilnehmerinnen auf Entdeckungstour durch München.
Dabei ist es ihr wichtig, die individuelle Kreativität zu fördern und technische Themen spielerisch leicht zu vermitteln. Mehr über Ihre Tätigkeit erfahren Sie auf www.die-emotionsfotografin.deFotoEMotionsfotografinmitLogo

Interview in der LEAD Digital über internationales Social Media

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Dank meiner eigenen Social-Media-Aktivitäten, genauer gesagt durch den Kurznachrichtendienst Twitter, hatte ich im Oktober 2014 Kontakt mit www.twitter.com/julianheck und daraus entstand die Gelegenheit, ein Interview für die Print-Ausgabe 23/2014 der LEAD Digital zu meinem Lieblingsthema zu geben: „Social Media und wie man es auf internationaler Ebene einsetzt“.

LEAD Digital, das Magazin für Digital Business beschäftigt sich seit einiger Zeit in seiner Serie „Internationalisierung“ regelmäßig mit Themen rund um das Thema Auslandsexpansion für Unternehmen. In der Novemberausgabe hat sich der Autor, Julian Heck konkret mit Social Media auseinandergesetzt und neben mir noch einen anderen Experten dieses Fachgebietes konsultiert.

Im Interview hatte ich die Gelegenheit, die gängigen Fragen wie z.B., ob es notwendig ist, dass ein Unternehmen für jedes Land einen extra Social-Media-Account einrichten sollte oder ob es länderspezifische Unterschiede bei den Social-Media-Plattformen gibt zu beantworten. Hier geht es zu einem Ausschnitt des Interviews.

Mit meinem Blog beschäftige ich mich seit über zwei Jahren mit der Social-Media-Nutzung in anderen Ländern und um die länderspezifischen Eigenschaften bzw. welche Tipps ich Unternehmen gebe, die sich international ausrichten möchten. Ich freue mich über Feedback bzw. Anregungen für neue Artikel, die sich mit den Fragen beschäftigen, sie Sie ggf. zu diesem Thema haben! Schreiben Sie mir einen Kommentar oder E-Mail an Friederike@glez.de, gerne nehme ich sie in meine Themenliste auf.

 

 

 

Interview mit Design Delivery: Auf Expansionskurs nach Deutschland und Übersee

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, mit Dennis Lenard dem Geschäftsführer von Design Delivery über deren Expansion von UK nach Deutschland zu sprechen und mehr über unterschiedliche Vorlieben verschiedener Kulturen zu erfahren, wenn es um das Design wichtiger Dokumente im Geschäftsleben geht.

1. Was genau bietet die Plattform https://www.designdelivery.de an, und für wen ist sie am besten geeignet?

Design Delivery ist ein Design Service für kleine Unternehmen und Freiberufler. Hier kann man online bestellen und den gesamten Projektablauf online kontrollieren.

Es ist heute sehr wichtig sich glaubwürdig zu präsentieren, egal ob offline mit einem Flyer oder online mit einem Social Media Cover. Für viele kleine Unternehmen ist dies eine große Hürde, weil klassische Agenturen zu teuer sind und Leute, die es nebenbei machen, nur selten die notwendige Qualität und Verlässlichkeit anbieten können. Wir sind eine Agentur und haben ein erfahrenes Team. Durch unsere Online Plattform haben wir unsere Prozesse so gut optimiert, dass wir qualitatives Design zu wirklich erschwinglichen Preisen anbieten können.

2. Design Delivery gibt es seit ca. einem Jahr auf Englisch (UK-Variante) und seit einigen Monaten auch in Deutsch. Sind noch weitere Sprachversionen geplant?

Ja. Bis Ende des Sommers folgt eine Design Delivery Version für den amerikanischen Markt – die wird zwar auch Englisch, aber einige Elemente der Plattform werden angepasst. In 2015 wollen wir dann noch in einigen europäischen und asiatischen Märkten starten.

3. Werden in beiden Ländern die gleichen Produkte bzw. Dienstleistungen angeboten? Welche Dienstleistung wird in welchem Land besonders gerne gekauft? Haben Sie eine Erklärung dafür?

Die meisten Leistungen sind gleich, aber es gibt auch Unterschiede.

Zum Beispiel gibt es in UK Design für den sogenannten „Kompliment Slip“ der in Deutschland kaum genutzt wird. Das ist eine Art Visitenkarte wo der Dienstleister etwas Persönliches für den Kunden von Hand hinzufügt. Das kann auch nur eine Telefonnummer sein. Was dabei zählt, ist das persönliche Element.

Frage 3 Beispiel Compliment Slip

Dann wird in UK viel Design für Rechnungen bestellt. In Deutschland werden Rechnungen nicht so oft professionell designed, in UK wird aber Wert darauf gelegt, dass die Rechnung, als wesentliches Dokument im Geschäftsaustausch, einen gepflegten Eindruck macht.

Deutsche Kunden bestellen öfter Social Media Cover, was zeigt, dass sie sich der Bedeutung dieser Kanäle bewusst sind. Kunden aus UK legen nicht so viel Wert auf diese Kanäle, aber das ändert sich schnell.

4. Was sind Ihre Beobachtungen in puncto Unterschiede bei Design-Wünschen der deutschen und der britischen Kunden?

Hier gibt es große Unterschiede. Design hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das Design, das heute modern ist, hat nur noch wenig mit dem Design der Jahre 2000-2006 zu tun.

In UK sind sich die Kunden dessen bewusst und wollen deshalb auch ein modernes Design haben. Sie machen sich auch mehr Gedanken zu Details, die sie im Design sehen wollen und kommunizieren uns diese explizit.

In Deutschland haben wir öfter Kunden die sich ein klassisches Design wünschen, oder sich nicht trauen, ein modernes Design zu nutzen. Dies ist schade, weil das moderne Design effizienter im Marketing ist, auch in Deutschland. Oder es gibt viele Kunden in Deutschland die sich ein modernes Design wünschen, dafür aber nicht genau wissen was das für sie konkret bedeutet.

Wir sind natürlich da, um den Kunden zu beraten und um ihm zu erklären welche Möglichkeiten es gibt. Das machen wir gern, weil die meisten unserer Kunden mehrere Male bestellen und wir durch diese Beratung ein gutes Arbeitsverhältnis mit dem Kunden aufbauen.

Frage 4 Vergleich Designs

5. Gab es eine Herausforderung bei der Expansion in den deutschen Markt, mit der Sie so nicht gerechnet hatten?

Unsere große Sorge war, dass die deutschen Kunden vielleicht nicht so einfach mit dem Kundenkonto auskommen wie die britischen Kunden, das war aber nicht der Fall. Bevor wir in Deutschland online gegangen sind, haben wir viel daran optimiert und wir haben bisher nur gutes Feedback bekommen. Das ist eine Herausforderung, die wir erwartet haben, die es aber nicht gegeben hat.

Die größte Herausforderung war, dass wir in uns im Kundenbetreuungsprozess viel mehr an den deutschen Kunden anpassen müssen. Das konnten wir nicht vorhersehen und es war eine Überraschung. Wir hatten natürlich verschiedene Prozeduren anhand der Erfahrung in UK vorbereitet und das Kundenservice-Team entsprechend geschult. Wir mussten danach noch viel anpassen und erst einige Schritte was Prozeduren angeht zurückgehen, um diese neu zu definieren.

6. Wie sehen Sie den Ausgleich zwischen Standardisierung und Anpassung an lokale Verhältnisse? War es schwer die richtige Balance zu finden?

Anpassungen sind sehr wichtig, sie bringen aber auch mehrere Probleme mit sich. Das eine Problem ist Effizienz, riskanter ist aber, dass jede Anpassung ein neues Experiment bedeutet, was auch negative Folgen haben kann.

Dadurch, dass wir in Deutschland den Kunden mehr beraten müssen, geht natürlich auch unsere Effizienz zurück. Hier haben wir uns angepasst, weil von Anfang an ein wichtiges Prinzip unseres Unternehmens darin besteht, mit unseren Kunden eine lange Beziehung einzugehen. Somit haben wir uns hier angepasst ohne den Kern unseres Business Modells zu ändern.

Umso mehr Länder wir hinzufügen, umso schwieriger wird es aber sein, die richtige Balance zu finden. Damit das gelingt, ist es wichtig, den Kern des Geschäfts gut zu kennen und oft passiert das nicht von selbst. Ein externer Berater wird früher oder später wichtig sein, damit wir weiter wachsen können.

7. Haben Sie auch an Franchise oder Partner gedacht, um schneller zu expandieren?

Franchise oder Partner sind zwei gute Modelle mit denen man schneller expandieren kann. Ich denke in unserem Fall würde das aber nicht so gut funktionieren. Das Know-How um die Design-Prozeduren so zu organisieren, dass sowohl gute Qualität als auch Effizienz entstehen, ist nicht leicht zu transferieren. Deshalb setzen wir eher auf ein langsames Wachstum Schritt für Schritt.

 

Vielen Dank an Dennis von Design Delivery für das interessante Gespräch!

Fotos: © DesignDelivery

Wissenswertes über die internationale Rekrutierung von spanischen Fachkräften

Bego-Bild

Im Interview: Begonia Vazquez Merayo von Why Consult in München

Ich habe Begonia Vazquez Merayo, die Inhaberin von Why Consult http://www.why-consult.com letztes Jahr bei W.I.N Women in Network in München kennengelernt und da wir beide eine internationale Ausrichtung haben, ist der Austausch immer besonders interessant. Im heutigen Interview stellt sie sich und Ihre Tätigkeit näher vor.

Begonia, worum geht es bei „Why Consult“?

Begonia: Why Consult bietet Unternehmen und Kandidaten internationale und interkulturelle Unternehmens-, Personalberatung sowie Coaching an, die im internationalen Umfeld nach neuen Mitarbeitern oder nach neuen professionellen Herausforderungen suchen. Wir sind auf die Beschaffung von ausländischen Fachkräften für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert, arbeiten sehr individuell und nah am Kunden und stehen für Interkulturalität, Engagement und Leidenschaft.

Begonia, Du bist Spanierin und arbeitest in München. Erzähl uns doch kurz, wie es dazu gekommen ist, dass Du eine Unternehmensberatung in München gegründet hast!

Begonia: Nachdem ich 20 Jahre in der Industrie im Bereich Brand Management für große internationale Konzerne und auf verschiedenen Kontinenten und Ländern für interkulturelle Teams zuständig war, habe ich Why Consult gegründet und leite es seit 2011 in Vollzeit.

Sicherlich waren mein Unternehmer-Geist und meine Motivation, was Eigenes aufzubauen, die wichtigsten Treiber für mein eigenes Unternehmen.

Nach all den Jahren mit Fokus auf Marken und Produkte, wollte ich mich den Menschen widmen und auf deren Weiterentwicklung als Personen und Führungskräfte innerhalb eines Unternehmens. Ich wollte mich auf Firmen, die in Humankapital investieren wollen und die Themen Internationalisierung, ausländische Fachkräfte und Willkommens-Kultur aktiv angehen möchten, konzentrieren.

Ich bin international geblieben, weil ich das nach meinem halben Leben im Ausland bin. Und ich habe mich stärker auf Spanien, mein Heimatland, fokussiert.

Inwieweit hast Du noch Kontakt zu Deinem Heimatland?

Begonia: Ich habe bewusst meine internationale Aktivität verstärkt in Spanien weiterentwickelt, damit ich meinem Heimatland näher kommen kann.

Für die Betreuung meines Ausbildungsprogramms mit meinen exklusiven Partnern: IHK Schwaben und der IHK Oviedo „Spanische Fachkräfte: Leben und Arbeiten in Schwaben“, bin ich im Durchschnitt einmal im Monat in Spanien.

Das Programm ist auf spanische Hochschulabsolventen ausgerichtet, welche ihr Profil internationalisieren wollen, mit dem Ziel sich in Deutschland professionell weiterzuentwickeln. Das Programm ist auch für deutsche Unternehmen von großem Interesse, die spanische Fachkräfte mit professioneller, persönlicher und interkultureller Vorbereitung langfristig als treue Mitarbeiter gewinnen wollen. Seit März dieses Jahres findet die 2. Edition in Oviedo statt und 17 spanische Kandidaten kommen am 1. August in Augsburg an.

Wer sind Deine Kunden / Wunschkunden?

Begonia: Meine Kunden kommen meist aus der Industrie. Die Branchen sind sehr unterschiedlich, ich betreue überwiegend Unternehmen aus dem Mittelstand im technischen Bereich und ich arbeite weiter in der Kosmetik- und Modebranche. Allerdings berate ich auch gerne Institutionen, wie die IHK oder Berufskammern, die sich ebenso für die Themen „ausländische Fachkräfte“ und „Willkommens-Kultur/ Diversity Management“ interessieren.

Wir coachen und beraten Kandidaten, sowohl Deutsche wie Ausländer, überwiegend Spanier, die in Deutschland ihre Karriere weiterentwickeln und sich dafür klar positionieren wollen. Dabei sind viele technische Profile, Ingenieure, IT-ler sowie Diplom-Chemiker, Architekten und BWL-er.

Wie finden Dich Deine Kunden?

Begonia: Unser Erfolg ist unsere beste Visitenkarte. Durch die geführten Projekte, wie z.B. das Projekt „Junge Spanier für Wunsiedel“ hat sich einiges an PR und Weiterempfehlungen ergeben, da Why Consult als vertrauensvoller und kompetenter Partner erlebt wurde.

Zur Zeit arbeite ich als Partner der IHK Schwaben und habe neue Mandanten aus der Industrie gewinnen können, die wir strategisch und operativ im Bereich internationale Personalentwicklung und Rekrutierung beraten.

Für 2014 ist geplant, dass die Online-Präsenz erweitert wird, damit uns alle potentiellen Kunden besser kennenlernen können und daraus neue Projekte entstehen können.

Wie konkret kannst Du Ihnen helfen?

Begonia: Beim Projekt „Junge Spanier für Wunsiedel“ habe ich gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen den Suchprozess bis zur  Unterschriftsreife verantwortet und begleitete die beteiligten Unternehmen und die spanischen Fachkräfte während der sechs Monate Probezeit. Die erfolgreiche Integration in einem neuen kulturellen und beruflichen Umfeld hatte dabei allerhöchste Priorität. Im Projekt haben wir 13 spanische Facharbeiter für vier Unternehmen gewinnen können, im Bereich Automobil, Elektroinstallation, Holzindustrie und Gastronomie.

Wir kultivieren unsere Interkulturalität: Unser Stärken bestehen nicht nur auf unserer internationalen Erfahrung und fachlichen Kompetenz in der Unternehmensführung, Personalentwicklung und Rekrutierung sondern auch auf den guten Kenntnissen beider Kulturen und Märkte (Deutschland und Spanien). Wir sprechen die gleiche Sprache und kennen beide Märkte sehr gut.

Der Erfolg unserer Kunden ist unsere Leidenschaft: Wir arbeiten nachhaltig und mit vollem Engagement. Dafür hat die langfristige Integration der neuen Mitarbeiter im Unternehmen alle Priorität. Wir begleiten die Kandidaten in ihrem Veränderungsprozess, vom Heimatland zum neuen deutschen Arbeitgeber und in der neuen Stadt. Des Weiteren beraten wir die Unternehmen bei der langfristigen Integration der neuen Mitarbeiter im neuen kulturellen Umfeld.

Im Rahmen der Beratung geht es auch um interkulturelle Kompetenzen. Was sind Deiner Meinung nach besondere Unterschiede, die man als Unternehmen kennen sollte, wenn man mit der Integration spanischer Fachkräfte zu tun hat?

Begonia: Wichtig ist die persönliche Vorbereitung der Kandidaten sowie die bewusste Verantwortlichkeit im Unternehmen, einen ausländischen Mitarbeiter in ein bestehendes deutsches Team zu integrieren.

Ein internationaler Rekrutierungsprozess benötigt viel Energie, sowohl bei den Kandidaten als auch im Unternehmen.

  1. Der internationale Matching Prozess ist sehr intensiv. Die Ansprüche der deutschen Unternehmen sind enorm hoch und sehr auf den deutschen Markt ausgerichtet. Diese müssen vorab auf die Spezifikationen des spanischen Marktes übersetzt werden und ein gemeinsames Verständnis geschaffen werden.
  2. Das Ausbildungssystem ist in beiden Länder sehr verschieden. Spanien ist das Land des Universität-Studiums. Das Duale System ist ein erfolgreiches deutsches Konzept, sehr anerkannt in Spanien als Basis für die Dynamisierung der Berufsausbildung.
  3. Die Kandidaten sprechen nicht immer ein gutes Deutsch.
  4. Oftmals haben die Firmen wenig Erfahrung mit ausländischen Mitarbeitern, die langfristig in Deutschland bleiben wollen. Nach Spanien fährt man nicht einfach mal übers Wochenende nach Hause. Oft geht das dann nur noch zweimal im Jahr… Darauf sollte man eingestellt sein.
  5. Interkulturelle Kommunikation heißt oft “lost in Translation“:
    1. Die Persönlichkeit und die zwischenmenschlichen Beziehungen sind in Spanien weit wichtiger als die Fakten und die Tatsachen. Wir gehen auf die Themen mit Emotionen ein, ein Deutscher mit sachlichen Argumenten. So fangen unsere Kundengespräche oft mit einer Einladung zum Mittagessen an. Wir möchten den Gesprächspartner persönlich kennenlernen bevor wir auf die professionellen Themen eingehen.
    2. Die Familie und der Freundeskreis genießen einen sehr hohen Stellenwert. Als kollektive Gesellschaft umgeben sich Spanier gern mit Leuten, unsere Beziehungen sind fast wichtiger als die Karriere. In Deutschland, als individuelle Gesellschaft, steht das Individuum im Mittelpunkt sowie seine Selbstverwirklichung.
    3. Warum hat der Begriff Pünktlichkeit in Spanien eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland? Die Zeit hat in Spanien eine zirkuläre Dimension: Die Zeit fließt, wir leben mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehr verbunden, was heute nicht gemacht wird, können wir auch morgen machen. In Deutschland ist die Zeit eine lineare Dimension. Wir orientieren uns von heute in die Zukunft, dabei ist das Zeitmanagement und die Planung ein essentielles Werkzeug im Leben eines Deutschen.

Für kleine und mittelständische Unternehmen sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wirtschaftszentren wie München oder Stuttgart ist es allerdings keine Option, sich nicht mit der Beschaffung ausländischer Fachkräfte zu beschäftigen. Bereits heute ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften spürbar und wird aufgrund der demographischen Entwicklung zukünftig weiter zunehmen.

Die Integration ausländischer Fachkräfte ist eine Herausforderung, sowohl für das Unternehmen, als auch für die Kandidaten. Sie stellt allerdings auch eine langfristige Chance für alle aktiv Beteiligten dar. Genau hier habe ich meine Expertise mit vielen positiven Erfahrungen der letzten Jahre, und kann Sie aktiv unterstützen, damit Sie diesen spannenden Weg erfolgreich beschreiten.

 

Vielen Dank an Begonia für das interessante Gespräch.

Foto: © Begonia Vazquez Merayo